Allgäuer Elektrohaus: Tradition, Innovation und starke Partnerschaften

Interview mit Markus Ferenz, Geschäftsführer der Allgäuer Elektrohaus GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Ferenz, als mittelständischer Handwerksbetrieb plant und realisiert das Allgäuer Elektrohaus seit 1949 Elektroinstallationen für Privat- und Gewerbekunden sowie für die öffentliche Hand. Wie vielseitig fällt Ihr Leistungsspektrum dabei im gelebten Alltag aus? 

Markus Ferenz: Für unsere Privat- und Gewerbekunden decken wir das gesamte Spektrum der Elektroinstallation ab – von der einfachen Steckdosenmontage bis zur Planung und Umsetzung komplexer Neubau- und Sanierungsprojekte. Dazu gehören moderne Smart Home-Lösungen, Beleuchtungs- und Sicherheitssysteme wie Rauchwarn- und Wärmeabzugsanlagen sowie Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichersystemen und Ladelösungen für Elektrofahrzeuge. Selbstverständlich berücksichtigen wir dabei alle relevanten Ausführungsvorschriften, Landesbauordnungen, Industriebaurichtlinien sowie die geltenden VDE-Normen.

Wirtschaftsforum: Welche Themen und Anforderungen stehen bei Ihnen und Ihren Kunden gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit? 

Markus Ferenz: Die Energiewende verändert die Anforderungen unserer Kunden spürbar. Photovoltaikanlagen gehören seit vielen Jahren zu unserem Leistungsspektrum. Heute geht es aber vor allem darum, die einzelnen Bausteine sinnvoll miteinander zu verbinden. Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und intelligentes Energiemanagement betrachten wir als Gesamtsystem. Deshalb haben wir bereits vor drei Jahren eine eigene Business Unit gegründet, die sich auf diese Themen spezialisiert hat. So können wir unsere Kunden mit großem Know-how noch gezielter beraten und begleiten. Gleichzeitig beobachten wir technologische Entwicklungen und veränderte Marktanforderungen sehr genau, um frühzeitig auf neue Trends reagieren zu können. Wir sind überzeugt, dass das bidirektionale Laden künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Dabei dient das Elektrofahrzeug selbst als flexibler Energiespeicher und bietet häufig deutlich höhere Speicherkapazitäten als heutige Batteriesysteme. 

Wirtschaftsforum: Und darüber hinaus? 

Markus Ferenz: Auch die Gebäudeautomation gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gerade in Gewerbe- und öffentlichen Gebäuden geht es heute darum, Energie möglichst effizient einzusetzen. Mit intelligenten Bussystemen lassen sich Beleuchtung, Beschattung oder technische Anlagen bedarfsgerecht steuern. Das reduziert den Energieverbrauch, senkt Betriebskosten und sorgt gleichzeitig für mehr Komfort. Steigende Energiekosten haben dieses Thema zusätzlich in den Fokus gerückt. Unsere Kunden suchen wirtschaftliche Lösungen, die sich langfristig rechnen. Genau dabei unterstützen wir sie mit unserer Erfahrung. 

Wirtschaftsforum: Wie erleben Sie die aktuelle Marktlage, die im Privatkundenbereich wie auch im Industriesegment von einer gewissen Investitionszurückhaltung geprägt ist?

Markus Ferenz: Natürlich spüren auch wir diese Entwicklung. Viele private Bauherren überlegen heute sehr genau, welche Investitionen möglich und sinnvoll sind. Auch Unternehmen prüfen Projekte deutlich intensiver als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig sehen wir großes Potenzial in der Modernisierung bestehender Gebäude. Viele öffentliche Gebäude und Gewerbeimmobilien müssen in den kommenden Jahren energetisch und technisch auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dabei unterstützen wir unsere Kunden mit Lösungen, die wirtschaftlich sinnvoll und technisch nachhaltig sind. Wir verfügen über ein starkes Partnernetzwerk und sind seit vielen Jahren fest in der Region verankert. Eine besondere Stärke ist dabei auch die Zusammenarbeit im Haus der Energie (HdE), in dem wir gemeinsam mit der AÜW und Burger Wärme GmbH unsere Kompetenzen bündeln. Gerade bei der Verbindung von Elektrotechnik, Photovoltaik, Ladelösungen, Energiemanagement und Wärmepumpen entstehen dadurch wertvolle Synergien. Unsere Kunden profitieren von abgestimmten Lösungen, kurzen Wegen und dem Fachwissen verschiedener Spezialisten. So können wir sie ganzheitlich begleiten und Lösungen ermöglichen, die über das einzelne Gewerk hinausgehen. Gerade in Zeiten zurückhaltender Investitionen zeigt sich, wie wichtig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist. Viele unserer Kunden begleiten wir seit vielen Jahren. Dieses Vertrauen ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich.

Wirtschaftsforum: Angesichts der voranschreitenden Energiewende dürften in den nächsten Jahren viele weitere Aufgaben auf das Allgäuer Elektrohaus zukommen. Liegt darin vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Fachkräftemangels eine schwierige Herausforderung? 

Markus Ferenz: Der Fachkräftemangel beschäftigt auch unsere Branche. Gleichzeitig sehen wir darin eine Chance. Unser Beruf ist heute so vielseitig wie nie zuvor. Neben der klassischen Elektroinstallation spielen erneuerbare Energien, intelligente Gebäudetechnik und digitale Lösungen eine immer größere Rolle. Genau diese Vielfalt macht unser Unternehmen als Arbeitgeber interessant. In unserem Team arbeiten Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen eng zusammen. Dieses Know-how ermöglicht es uns, auch komplexe Projekte zuverlässig umzusetzen und unseren Kunden eine hohe Qualität zu bieten. 

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen dabei eine konsequente Aus- und Weiterbildung? 

Markus Ferenz: Die Ausbildung spielt für uns eine sehr wichtige Rolle. Unser Motto lautet „Authentisch. Engagiert. Handwerk.“ Genau das möchten wir auch an die nächste Generation weitergeben. Wir bilden Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen aus. Unser jüngster Auszubildender ist 15 Jahre alt, der älteste 39. Gerade dieses Beispiel zeigt, wie attraktiv und zukunftsorientiert unser Beruf geworden ist. Uns ist wichtig, dass unsere Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Die Technik entwickelt sich ständig weiter – und damit auch unser Handwerk. Nur mit engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern können wir unseren Kunden auch in Zukunft die Qualität und Verlässlichkeit bieten, für die das Allgäuer Elektrohaus seit über 76 Jahren steht.

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