Trotz Wirtschaftskrise weiter gewachsen
Interview mit Axel Heitmann, Geschäftsführer der Kueche 24 GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Heitmann, in den letzten Jahren hatte die Küchen- und Einrichtungsbranche wie auch die Bauindustrie mit deutlichen Umsatzrückgängen zu kämpfen. Wie hat Kueche 24 diese Zeit erlebt?
Axel Heitmann: Bei uns war das nicht der Fall. Wir konnten allen gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen zum Trotz weiterhin im zweistelligen Bereich wachsen. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir uns als einer von ganz wenigen Marktteilnehmern seit vielen Jahren sowohl online als auch offline bewegen. Über unsere Website vertreiben wir Elektrogeräte und andere Zubehörartikel; nicht selten treten über diesen Kanal dann auch Kunden aus völlig anderen Ecken der Republik mit der Bitte an uns heran, ihre gesamte Küche für sie zu planen.
Wirtschaftsforum: Woher stammte damals Ihre Weitsicht, als erster deutscher Onlinehändler in Ihrem Segment aufzutreten?
Axel Heitmann: Ich glaube, dahinter steckte nicht unbedingt eine besondere Weitsicht. Vielmehr sind diese Strukturen über die Zeit gewachsen, nachdem wir einfach damit begonnen hatten, auch Anfragen aus Hamburg oder Augsburg zu beantworten und dann die entsprechenden Aufträge zu erfüllen. Denn der Onlineshop ermöglichte uns eine ganz andere Sichtbarkeit, die wir konsequent nutzen wollten. Mit der Zeit haben wir dann auch ein breites Netzwerk aus externen Monteuren aufgebaut, mit denen wir inzwischen seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten – samt einem Kollegen, der unser Mallorca-Geschäft betreut.
Wirtschaftsforum: Neben dem Privatkundensegment beliefern Sie auch Seniorenheime, Kindertagesstätten, Studentenwohnheime und ähnliche Einrichtungen mit Küchen.
Axel Heitmann: Dieses Geschäft könnten viele andere Händlerbetriebe gar nicht effektiv bedienen und möchten es aufgrund der zahlreichen dabei zu bewältigenden administrativen Hürden auch gar nicht – denn in diesem Umfeld müssen umfassende Vertragserfüllungs-, Gewährleistungs- und Anzahlungsbürgschaften gestellt werden, und selbst bei der besten Vorbereitung bezahlt man bisweilen teures Lehrgeld. Kueche 24 ist inzwischen auch bei der IHK Niederrhein als Präferenzunternehmen gelistet, womit sich viele Verwaltungsangelegenheiten für uns schon im Vorfeld eines Projekts erledigt haben.
Wirtschaftsforum: Wie hat sich derweil der Privatkundenmarkt in den letzten Jahren verändert?
Axel Heitmann: Er wird immer stärker von Zweiteinrichtern dominiert, die sich im fortgeschrittenen Alter eine richtig schöne Küche gönnen möchten, und nicht mehr so stark von der jungen Familie, die ihr Haus einrichtet, was vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage wenig verwunderlich erscheinen dürfte. Schließlich sind die Bau- und Grundstückskosten in letzter Zeit deutlich gestiegen, eine Entwicklung, mit der die Reallöhne kaum mithalten konnten. Wem kann man es da schon vorwerfen, sich finanziell nicht überfordern zu wollen?
Wirtschaftsforum: Woher kam bei Kueche 24 die Überlegung, in diesen wirtschaftlich unsteten Zeiten ein neues Studio in Bielefeld zu eröffnen?
Axel Heitmann: Gerade deshalb haben wir es getan! Wir wollten antizyklisch investieren, nachdem wir sieben Jahre lang in einer nicht sonderlich gut sichtbaren Lage zwar ein stabiles Umsatzwachstum erzielen und uns einen nachhaltigen Kundenstamm aufbauen konnten, bei der Laufkundschaft aber wahrscheinlich hinter unserem Potenzial zurückblieben. An unserem neuen Standort können wir uns nun etwas größer und auch moderner präsentieren. Mit 24 Mitarbeitern und einem breiten Netzwerk aus Monteuren sind wir bestens aufgestellt, um unsere Kunden vor Ort wie auch in anderen Teilen Deutschlands und zudem in einem immer stärkeren Auslandsgeschäft mit unserem Know-how zu unterstützen.
Wirtschaftsforum: Wie verändert sich der Beratungsbedarf Ihrer Kunden in Zeiten von KI?
Axel Heitmann: Viele sind inzwischen autodidaktisch bestens informiert und kommen bereits mit KI-generierten Skizzen zu uns. Die Ideen unserer Kunden sind sicherlich präziser geworden und die Anforderungen an die Beratungskompetenz unserer Mitarbeiter dadurch ungleich höher. Somit sind wir nicht nur beständig auf der Suche nach weiteren Monteuren, sondern auch nach erfahrenen Innenarchitektinnen, die unsere Kunden sinnvoll beraten können.
Wirtschaftsforum: Was macht Kueche 24 dabei zu einem attraktiven Arbeitgeber?
Axel Heitmann: Unsere Mitarbeiter betreuen unsere Kunden prinzipiell vom ersten Gespräch über die gesamte Ausführung bis hin zur Rechnungsstellung:
Mit diesem Ansatz fördern wir nicht nur ein belastbares Vertrauensverhältnis, sondern eröffnen unseren Fachkräften auch die Möglichkeit, sich mit ihrem ganzen Know-how in das entsprechende Projekt einzubringen. Eine Haltung, die Erfolg hat, denn viele Kunden oder sogar ihre Kinder kommen auch Jahre später erneut auf uns zu.
Wirtschaftsforum: Inzwischen ist Ihr Unternehmen bereits über die bloße Küche hinausgewachsen.
Axel Heitmann: Diese Entwicklung wird primär von den Herstellern getrieben: Viele bieten inzwischen auch Badezimmermöbel, Schlafzimmerschränke und Garderoben für den Flur an, wodurch sich natürlich neue Marktchancen ergeben. Diesen Impuls haben wir gern aufgenommen, um unsere Kunden ebenfalls noch umfassender zu bedienen.











