Seit Jahrzehnten auf der richtigen Spur

Interview mit Karl Diehm, Geschäftsführender Gesellschafter der Robert Kunzmann GmbH & Co. KG

1935 gegründet, zehn Standorte, 1.080 Mitarbeiter, davon 180 Auszubildende, ein Umsatz von 580 Millionen EUR – das Autohaus Kunzmann lässt sich kurz und prägnant mit Zahlen und Fakten beschreiben, steht aber für viel mehr: für eine enge Partnerschaft mit Mercedes-Benz und damit für ein breites Angebot an hochwertigen Fahrzeugen, für exzellenten Service, für die Nähe zum Kunden und das Ziel, diesen maximal zufriedenzustellen.

Stetig an Fahrt aufgenommen

Die Geschäftsführung liegt heute in den Händen von Karl Diehm und zwei angestellten Geschäftsführern. „Kunzmann hat das Unternehmen 1935 gegründet, meine Großeltern übernahmen es in den 1950er-Jahren“, erzählt Karl Diehm. „Ich bin in den Betrieb hineingewachsen, der trotz stetigen Wachstums immer noch sehr familiär ist. Wir haben viele langjährige Mitarbeiter, die zum Teil seit fast 50 Jahren hier tätig sind. Mein Vater kam 1965 in das Unternehmen und feierte 2020 sein 55. Firmenjubiläum.“

Zu seiner heutigen Größe mit zehn Standorten ist Kunzmann vor allem durch organisches Wachstum gekommen; seit 2000 setzt man verstärkt auf Akquisitionen. Als Mercedes-Benz 2015 beschloss, einen Teil seiner Autohäuser zu verkaufen, nutzte Kunzmann die Chance und erwarb eine große Niederlassung in Fulda. „Ein Meilenstein“, wie Karl Diehm sagt. „Durch die Übernahme fassten wir erstmals in einem anderen Wirtschaftsraum Fuß, es kamen 200 neue Mitarbeiter und ein Umsatz von 130 Millionen EUR Umsatz hinzu. Das war ein großer Schub, weil wir bis dato immer kontinuierlich und moderat gewachsen waren und eine Regionalstrategie verfolgen.“

Eine Klasse für sich

Eine wichtige Konstante über die Jahrzehnte ist die Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz – für Karl Diehm „die beste und wertvollste Automarke, die es gibt.“ Eine Marke, die für Werte wie Qualität, Stabilität und Sicherheit steht und gleichzeitig sportlich und konservativ geprägt ist – Werte, mit denen sich Kunzmann identifizieren kann. Im Gegensatz zu anderen Marken ist Mercedes breit aufgestellt und bietet Pkw ebenso wie Transporter, Lkw und Omnibusse.

„Durch die verschiedenen Sparten sind wir konjunkturunabhängiger“, erklärt Karl Diehm. „Mit dieser breiten Aufstellung nimmt Mercedes-Benz eine Alleinstellung auf dem Markt ein. Wir haben uns immer dazu bekannt, Mercedes treu zu bleiben und keine andere Marke aufzunehmen. Fusionsbedingt führten wir vorrübergehend Chrysler im Sortiment, außerdem haben wir VW im Service, aber das ist mit zwölf Mitarbeitern ein kleineres Engagement.“

Kurs auf Neues

Anfang 2024 wird Kunzmann mit KIA dennoch eine neue Marke aufnehmen. „Mercedes wird sich künftig auf das Luxussegment konzentrieren und das Angebot im unteren Preissegment reduzieren, was die Marke für einen Teil unserer Kunden zu teuer macht“, so Karl Diehm. „Mit der Marke KIA können wir für unsere Kunden wieder in diesem Preissegment Autos anbieten.“

Mit KIA wird Kunzmann eine Marke repräsentieren, die mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, attraktivem Design und guten Fahrqualitäten überzeugt. „KIA hat sich direkt an uns gewandt“, sagt Karl Diehm. „Vieles spricht für eine Zusammenarbeit mit der Marke. Zum Beispiel, dass sie eine Siebenjahresgarantie bietet, die Kunden lange an eine Werkstatt bindet. Bei deutschen Fabrikaten sind es zwei Jahre. Auch wenn wir mit KIA einen neuen Schritt gegangen sind, werden wir die Anzahl der Fabrikate auch in Zukunft so niedrig wie möglich halten.“

Service, der von sich reden macht

An traditionellen Werten festhalten, auf Neues reagieren – für Kunzmann ist das Teil der Unternehmensstrategie. „Wir haben viele Elektrofahrzeuge im Angebot und gehen davon aus, dass sie in Zukunft eine zentrale Rolle spielen werden“, sagt Karl Diehm. „Unsere Kunden sind in dieser Hinsicht stark polarisiert. Noch hindern Preis, Reichweite, Ladezeit und fehlende Infrastruktur viele daran, sich für ein E-Fahrzeug zu entscheiden. Im gewerblichen Bereich gibt es zudem keine Prämien mehr; auch das führt zur Kaufzurückhaltung.“

Es sind vor allem Privatkunden, die für den Kauf eines Pkw auf das Angebot, die Kompetenz und den hervorragenden Service zu Kunzmann kommen. „Ein guter Service kann wettbewerbsentscheidend sein“, betont Karl Diehm. „Wir konnten uns dank unserer guten Reputation über Jahrzehnte einen stabilen Kundenstamm aufbauen.“ In acht Showrooms, darunter fünf für Pkw-Neuwagen, können sich Kunden Fahrzeuge anschauen und Probe fahren. Früher schlenderten die Interessenten durch die Autohäuser, heute informieren sie sich vorab im Internet, gehen gezielt auf die Verkäufer zu und wissen meist genau, was sie wollen, so die Erfahrung von Karl Diehm. Kunzmann scheint die Erwartungen der Kunden zu erfüllen – 2022 war ein Rekordjahr für das Autohaus; vor allem Transporter waren gefragt, zudem entwickelte sich der Service sehr gut. Dieser Kurs soll auch in Zukunft beibehalten werden.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Automobil & Fahrzeugbau

„Bei der Circular Economy liegt Europa sehr weit vorn!“

Interview mit Martin Aeschlimann, General Manager Engineering Plastics der Asahi Kasei Europe GmbH

„Bei der Circular Economy liegt Europa sehr weit vorn!“

Der über 50.000 Mitarbeiter starke japanische Weltkonzern Asahi Kasei setzt mit seiner „Materials“-Sparte in seiner europäischen Niederlassung in Düsseldorf auf wichtige Innovationen, aus denen sich mitunter auch neue Ansätze für…

Die Kraft der Kartoffel entfesseln

Interview mit Pieter Donck, Sales Manager bei AVR nv

Die Kraft der Kartoffel entfesseln

Die Kartoffel genießt eine hohe Position unter Lebensmitteln vor allem in Mitteleuropa und gehört zu den Hauptnahrungsmitteln in vielen Ländern. Dieser Schatz versteckt sich allerdings in der Erde und es…

„Nicht härter, sondern effizienter arbeiten!“

Interview mit Geert Veenstra, Sales Manager der Wierda Voertuig Techniek

„Nicht härter, sondern effizienter arbeiten!“

Standard kann jeder. Doch wenn es um die Anpassung eines Lkw-Fahrgestells an besondere Anforderungen geht, dann sind die Spezialisten der niederländischen Wierda Voertuig Techniek gefragt. Das familiengeführte Unternehmen aus dem…

Spannendes aus der Region Aschaffenburg

„Wir leben Sauberkeit“

Interview mit Tanja Kempf, Leiterin operatives Geschäft der Wenzel und Kurz GmbH

„Wir leben Sauberkeit“

‘Wir nehmen Sauberkeit persönlich’ heißt es bei der Wenzel und Kurz GmbH in Niedernberg. Als Fachgroßhandel für Hygiene- und Reinigungsprodukte bietet das Unternehmen vielfältige Produkte rund um die Sauberkeit sowie…

Wartung, die sich auszahlt

Interview mit Freddy Imgrund, Geschäftsführer und Inhaber der GWI mbH

Wartung, die sich auszahlt

Sicherheit, eine längere Lebensdauer und die Reduzierung von Ausfallzeiten sind nur einige Argumente, um technische Ausrüstung und Maschinen regelmäßig warten zu lassen. Die GWI mbH aus Stockstadt ist ein renommierter…

Abrechnung leicht gemacht

Interview mit Christian Hartlieb, Geschäftsführer der Somentec Software GmbH

Abrechnung leicht gemacht

In der komplexen und sich ständig weiterentwickelnden Landschaft der Energie- und Wasserwirtschaft sind effiziente Abrechnungslösungen von entscheidender Bedeutung. Die sich verändernden regulatorischen Anforderungen, die steigende Nachfrage nach Transparenz und Genauigkeit…

Das könnte Sie auch interessieren

„Erlebnisse schaffen, die begeistern“

Interview mit Mike Hommel, Marketing Director von Exertis AV

„Erlebnisse schaffen, die begeistern“

In einer Welt, in der Technologie und menschliche Interaktion immer stärker miteinander verwoben sind, steht ein Unternehmen aus Baden-Württemberg im Rampenlicht, das durch Innovation, starke Markenidentität und tief verwurzelte Unternehmenswerte…

Zwei Kulturen, ein Spirit

Interview mit Christian Fritz, Geschäftsführer der CTEK Smart Chargers GmbH

Zwei Kulturen, ein Spirit

Die Mobilitätswende ist in vollem Gange. Hohe Kraftstoffpreise und ein gesteigertes Umweltbewusstsein lassen die Nachfrage nach alternativen Fahrzeugantrieben steigen. Die CTEK Smart Chargers GmbH aus Hannover ist von diesem Paradigmenwechsel…

Effizienzgewinne durch Nieten statt Schweißen

Interview mit Christian De Razza, Geschäftsführer der Heyman Manufacturing GmbH

Effizienzgewinne durch Nieten statt Schweißen

Ursprünglich als reines Handelsunternehmen gegründet, sieht sich die Heyman Manufacturing GmbH mit ihren Access & Fastening Solutions inzwischen vornehmlich als starker Vertriebspartner und wichtiger Beratungsdienstleister ihrer Kunden. Wo die Digitalisierung…

TOP