Auf Erfolgskurs in der Premium-Mobilität

Interview mit Martin Fuchs, Geschäftsführer der Autohaus Harmtodt GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Fuchs, das Autohaus Harmtodt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wie hat sich das Unternehmen entwickelt und wo steht es heute?

Martin Fuchs: Unsere Wurzeln reichen bis ins Jahr 1955 zurück, als Josef Harmtodt senior den Betrieb als Elektrofachhandel gründete. Daraus entstand schrittweise ein Handelsunternehmen, das 1960 mit dem BMW-Vertrag den entscheidenden Schritt machte. Heute agieren wir als moderner BMW-Partner in Grafendorf. Seit 2017 führt die 3. Generation – Thomas und Julia Harmtodt – die Geschäfte. Ich bin seit September Teil der Geschäftsführung und begleite das Unternehmen in dieser Rolle bei seiner weiteren Entwicklung. Aktuell investieren wir stark in unseren Standort: Der laufende Um- und Zubau zur Erfüllung der neuesten BMW Retail Standards wird Ende 2025 abgeschlossen und markiert einen wichtigen Meilenstein für unsere Zukunft.

Wirtschaftsforum: Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt?

Martin Fuchs: Wir beschäftigen derzeit 68 Mitarbeitende – vor wenigen Jahren waren es noch 25. Dieses Wachstum zeigt unsere Dynamik, ohne dass wir an Qualität einbüßen. Der Jahresumsatz liegt bei rund 50 Millionen EUR. Wir setzen auf nachhaltiges, organisches Wachstum und finanzielle Stabilität, um flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Erfolg bedeutet für uns, wirtschaftliche Stärke mit einer klaren Kultur und persönlicher Betreuung zu verbinden.

Wirtschaftsforum: Sie sind neu in der Geschäftsführung. Welche Impulse möchten Sie setzen?

Martin Fuchs: Ich komme aus der Finanzdienstleistungsbranche, wo ich den Kommerzbereich einer Bank geleitet habe. Diese Erfahrung hilft mir, strategisch zu denken und Prozesse zu strukturieren. Mit dem Autohaus Harmtodt verbindet mich bereits eine längere Geschichte – zuvor war ich als Banker einer unserer Geschäftspartner. Aus dieser Zusammenarbeit ist eine enge Beziehung und das Vertrauen gewachsen, die Zukunft des Unternehmens gemeinsam zu gestalten. Mein Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der zweiten Führungsebene und klaren Qualitätsstandards über alle Bereiche hinweg. Jeder soll wissen, welche Rolle er im Gesamterfolg spielt – so entsteht echte Qualität. Zudem möchte ich Vertrieb und Neukundengewinnung gezielt ausbauen und dabei langfristige Beziehungen aufbauen.

Wirtschaftsforum: Welche Themen prägen Ihren Alltag derzeit besonders?

Martin Fuchs: Wir handeln mit einem starken Premiumprodukt – der Marke BMW – und bieten das gesamte Leistungsspektrum eines modernen Autohauses: Neu- und Gebrauchtwagenverkauf, Werkstattservice, Karosserie- und Lackarbeiten sowie Reifenmanagement. Im Karosserie- und Lackbereich arbeiten wir markenunabhängig; die Finanzierungsabwicklung erfolgt gemeinsam mit der BMW Bank, und der Hol- und Bringdienst gewinnt – gerade für Flottenkunden – weiter an Bedeutung. Besonders stark wächst der Bereich Elektromobilität, wo BMW ein hervorragend aufgestelltes Portfolio hat. Unsere Kunden schätzen die persönliche Beratung mit festen Ansprechpartnern und verbindlicher Kommunikation. Diese Nähe ist unser Markenzeichen. Im Wettbewerb beobachten wir starke Dynamik – auch durch chinesische Hersteller; BMW adressiert das mit der ‘Neuen Klasse’, unter anderem dem iX3, sehr überzeugend. Unsere enge Partnerschaft mit BMW ist und bleibt daher einer der größten Erfolgsfaktoren.

Wirtschaftsforum: Digitalisierung und KI verändern viele Branchen. Wie nutzen Sie diese Chancen?

Martin Fuchs: Digitalisierung ist bei uns längst Alltag. Wir führen gerade ein CRM-System ein, um Kundenbeziehungen noch gezielter zu betreuen. Für uns bedeutet das mehr Effizienz und Servicequalität – aber kein Ersatz für den persönlichen Kontakt. Offenheit für Neues ist dabei entscheidend, denn der Satz „Das haben wir immer schon so gemacht“ ist für mich einer der gefährlichsten in der Wirtschaft. Auch künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung: Wir setzen sie dort ein, wo sie Analyse und Planung unterstützt und den Arbeitsalltag spürbar erleichtert. E-Mobilität verstehen wir zudem als Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit – durch energieeffiziente Modelle und ein bewusstes Fahrverhalten unserer Kunden.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten Jahren?

Martin Fuchs: Unser Ziel ist nachhaltiges Wachstum durch Qualität, Betreuung und Mitarbeiterentwicklung. Wir wollen unsere Position in der Steiermark festigen und sämtliche Potenziale aus unserem erweiterten Standort ausschöpfen. Strategisch richten wir unseren Vertrieb verstärkt auf Flottenkunden aus; 2025 dürfte im Stückabsatz eines der stärksten Jahre der Firmengeschichte werden. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Ausbildung junger Fachkräfte – über die BMW-Ausbildungsschiene sichern wir unseren Nachwuchs. Besonders stolz sind wir auf unsere Altersstruktur: Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren vereint unser Team Erfahrung und frische Energie. Diese Kombination sorgt für Dynamik und Offenheit für Neues. Mit kurzen Entscheidungswegen und direkter Kommunikation bewahren wir uns die Flexibilität eines Familienunternehmens – ein Vorteil, den große Konzernstrukturen oft verloren haben. Wir wollen der bestmögliche Arbeitgeber für unsere Mitarbeitenden sein: Wer mit Freude und Stolz zur Arbeit kommt, begeistert auch die Kunden. Diese Begeisterung ist unser Motor – als regional verwurzeltes Unternehmen mit klarem Blick nach vorn.

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