Salat in Bestform

Interview mit Bernhard Flößer, Geschäftsführer der Nafa Feinkost GmbH

Pfälzer Saumagen, Döbbekoochen, Dampfnudeln, Fleischknödel – die traditionelle Pfälzer Küche ist rustikal und deftig. Muss sie jedoch nicht. Die Nafa Feinkost GmbH geht einen anderen Weg – den der Salate. Seit der Gründung Ende der 1960er-Jahre bestimmen ausgewogen, frische Salate in unterschiedlichsten Variationen die Geschichte des Familienunternehmens, das heute in der dritten Generation geführt wird.

Von Salaten in Eimern zur Frischetheke

„Die Ursprünge liegen in einem vom Gründerpaar betriebenen Einzelhandelsmarkt“, erzählt Geschäftsführer Bernhard Flößer. „Das damalige Angebot umfasste unter anderem Schaschlik-Spieße und selbstgemachte Salate, die sehr beliebt waren. Die Leute kamen zum Teil mit Eimern in den Markt, um sich Salate abfüllen zu lassen.“

Das Unternehmen passte sich der steigenden Nachfrage an: man etablierte einen ersten Verkaufswagen auf dem Parkplatz, baute 1990 in Neuhofen ein neues Produktionsgebäude und investierte Anfang 2000 in ein Öltanklager, Abfüllanlagen und -techniken. Fortan wurde nicht mehr in Eimern abgefüllt, sondern auch in Portionsgebinden. 2019 wurde das Produktionsgebäude modernisiert und ein neues Einkaufskonzept realisiert. Seitdem können Salate auch vor Ort verzehrt werden.

Frische, die man schmeckt

Heute werden in Neuhofen täglich zwischen 14 und 50 t Salat produziert; vor allem die Gastronomie, aber auch der Großhandel und zu geringen Anteilen der Lebensmitteleinzelhandel – ein Standbein, das weiter gestärkt werden soll – gehören zu den Abnehmern. „Der Lebensmitteleinzelhandel macht heute etwa 10% des Umsatzes aus“, so Bernhard Flößer. „Ziel ist, diesen Anteil auszubauen, um verschiedene solide Standbeine zu haben und Schwankungen auszugleichen. Wir wünschen uns in diesem Zusammenhang Partnerschaften auf Augenhöhe. Derzeit freuen wir uns über eine vielversprechende Kooperation mit Aldi Süd. Darüber hinaus dürfen wir aber auch die Einzelhandelsketten Rewe, Netto, GLOBUS und Edeka zu geschätzten Partnern zählen.“

Metro, Edeka Food Service, Hotels und Restaurants kaufen direkt bei NAFA ein. „Wer Wert auf Qualität und hausgemachten Geschmack legt, kommt zu uns“, wie Bernhard Flößer resümiert. „Das Gemüse, das wir verarbeiten, kommt größtenteils aus der Pfalz, wird oft vom Bauern direkt angeliefert. Wir sind stolz darauf, Salate anzubieten, die so frisch sind, dass man den Unterschied schmecken kann.“

NAFA setzt nicht nur auf Regionalität, sondern auch auf Saisonalität. Spargelsalat gibt es zur Spargelzeit – und nur dann. Über 100 verschiedene Salate sind heute bei NAFA im Angebot, vertrieben werden sie unter anderem über fünf eigene Salattheken. „Das Angebot hat sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt“, erklärt Bernhard Flößer. „Vieles ist kundengetrieben. Bestseller sind seit jeher Kartoffel-, Karotten-, Weißkraut- und Rettichsalat, aber auch exotische Salate wie Couscous- und Bulgursalat sind beliebt. Wir beschäftigen heute über 100 Mitarbeitende aus verschiedenen Ländern. Diese kulturelle Zusammenarbeit ist ein prägender Aspekt unseres Erfolgs. So haben beispielsweise unsere türkischen Kolleginnen und Kollegen einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung unserer orientalischen Salate beigesteuert.“

Die Produktion ausgewogener Salate ist NAFA‘s Kerngeschäft; ein weiteres Standbein ist die Herstellung von Dressings. Sämtliche Produkte werden in Neuhofen produziert und abgefüllt – auch als Private Label, die 5% ausmachen. Im Umkreis von 100 km übernimmt NAFA zudem die Logistik.

Herausforderungen erfolgreich annehmen

„Hinter uns liegen mit der Coronapandemie schwierige Zeiten“, so Bernhard Flößer. „Wir mussten jedoch keinen Mitarbeiter entlassen und haben den Turnaround geschafft. Aktuell beschäftigen uns die Energiepreise sowie die außergewöhnlich hohen Gemüsepreise; insgesamt ist die Versorgungssituation jedoch besser als im vergangenen Jahr. Im Fokus steht für uns heute das Personal. Wir stehen für qualitativ hochwertige Produkte und sind auf qualifizierte Kräfte angewiesen, da wir es mit sehr komplexen Prozessen zu tun haben.“

Feste Arbeitszeiten und offene Türen

Mitarbeiter finden in NAFA einen Arbeitgeber mit festen Arbeitszeiten, die eine gute Work-Life-Balance ermöglichen, einem Produkt, das auf hohen Qualitätsmaßstäben basiert und kontinuierlich weiterentwickelt wird, und nicht zuletzt einem angenehmen Betriebsklima.

„NAFA ist ein Familienbetrieb im besten Sinn“, sagt Bernhard Flößer. „Gemeinsam mit meiner Frau vertrete ich die 3. Generation. Unsere Türen stehen immer offen – für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Dieser vertrauliche, direkte Austausch ist uns wichtig. Wir haben nie jemanden im Stich gelassen, sondern bei Problemen Lösungen gefunden. Mich persönlich motiviert besonders, unsere tollen Produkte mit der Welt zu teilen. Wir werden daran arbeiten, hohe Qualität zu liefern und sichere Arbeitsplätze zu bieten. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst.“

Eine Reise von Feinkost zur Natürlichkeit

Mit den frischen, saisonalen und regionalen Salaten liegt NAFA im Trend der Zeit. „Wir arbeiten seit jeher regional“, unterstreicht Bernhard Flößer. „Haben es aber nie nach außen kommuniziert.“

NAFA‘s damaliger Ansatz war, die Exklusivität der Salate durch eine ansprechende Präsentation hervorzuheben. Der Fokus lag auf dem Begriff ‘Feinkostʼ, der Qualität und Genuss versprach. Doch die Zeit bleibt nicht stehen, und auch NAFA hat sich gewandelt. Im Jahr 2023 hat das Unternehmen einen tiefgreifenden Re-Branding Prozess durchlaufen. Dieser Wandel spiegelt sich nicht nur in den Produktfotos, sondern in der Präsentation des gesamten Unternehmens wider.Der Höhepunkt dieser Transformation steht kurz bevor: Im Oktober 2023 wird NAFA‘s neue Webseite live gehen, begleitet von einer Überarbeitung des Online-Shops. NAFA‘s Marketingstrategie wurde angepasst. Statt auf Feinkost legt NAFA den Fokus nun auf Natürlichkeit und Frische.

NAFA steht heute für ‘Natural And Fresh Alternativesʼ. Das Sortiment bietet eine breite Palette von Salaten, die durch ihre natürliche Frische überzeugen und keine Konservierungsstoffe enthalten. Das Unternehmen möchte Alternativen bieten, welche eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigen Nährstoffen unterstützen. Diese Veränderungen sind eine Antwort auf die Bedürfnisse unserer Kunden.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Genusswelten

„Für uns ist Regionalität das bessere Bio!“

Interview mit Uwe Nickut, Geschäftsführer der nickut catering GmbH

„Für uns ist Regionalität das bessere Bio!“

Wer im Bergischen Land eine Schule besucht, in einem Seniorenheim lebt oder eine Klinik aufsuchen muss, hat gute Chancen, dort von der nickut catering GmbH verpflegt zu werden, die sich…

70 Marken, 95 Länder, eine Mission

Interview mit Alessandro Vella, General Manager der IWB Italia S.p.A.

70 Marken, 95 Länder, eine Mission

Italienischer Wein ist weltweit ein Exportschlager – und daran hat die IWB Italia S.p.A. mit Sitz im idyllischen Calmasino di Bardolino bedeutenden Anteil. Das Unternehmen vereint eine Vielzahl bekannter Marken…

Für das leibliche Wohl

Interview mit Nicole Stein, Geschäftsführerin der Melles & Stein Messe-Service GmbH

Für das leibliche Wohl

Als innovativer und zuverlässiger Partner für die kulinarische und personelle Messestandbetreuung hat sich die Melles & Stein Messe-Service GmbH in der dynamischen Messewelt einen Namen gemacht. Trotz der Herausforderungen, die…

Spannendes aus der Region Rhein-Pfalz-Kreis

Chemische Präzision in der Hygiene

Interview mit Dr. Georg Stapf, Geschäftsführer der ASiRAL GmbH & Co. KG

Chemische Präzision in der Hygiene

Hygiene ist in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zentrale Voraussetzung für Produktsicherheit, Qualität und Verbrauchervertrauen. Die ASiRAL GmbH & Co. KG entwickelt seit über 35 Jahren spezialisierte Reinigungs- und Desinfektionslösungen für…

Asphalt mit Augenmaß

Interview mit Mathias Glemser, Technischer Leiter der Gerst & Juchem Asphaltbau GmbH & Co.KG

Asphalt mit Augenmaß

In der Südpfalz ist Gerst & Juchem Asphaltbau der letzte Kleine in einem von Konzernen dominierten Markt. Das Unternehmen aus Edenkoben vereint Asphaltproduktion und -verarbeitung unter einem Dach und bedient…

Die Zukunft des Handwerks ist smart

Interview mit Sascha Schalk, Geschäftsführer der COOL & SMART GmbH

Die Zukunft des Handwerks ist smart

Ob Klimaanlage, Wärmepumpe oder smarte Gebäudeautomatisierung – die Themen Heizen und Kühlen sind in Bewegung wie nie zuvor. Steigende Energiekosten, Klimawandel und der politische Fokus auf erneuerbare Energien haben die…

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir sorgen für Transparenz im ­Werbemittelmarkt!“

Interview mit Sebastian Noy, Geschäftsführer der Prowerb GmbH

„Wir sorgen für Transparenz im ­Werbemittelmarkt!“

Mit seinen vielfältigen digitalen Werbemittel- und Logistiklösungen hat sich Prowerb in den letzten Jahren zum umfassenden Marketing Services-Anbieter weiterentwickelt. Dass viele Kunden angesichts der gesamtwirtschaftlich bedingten Investitionszurückhaltung derzeit genau sondieren,…

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Interview mit Stefan Imfeld, Creative Director der visuals united AG

Vom Boden zur Bühne der Markeninszenierung

Individuelle Gestaltung trifft auf innovative Materialtechnologie: Die visuals united AG mit ihrer Marke FOTOBODEN™ ist Spezialist für individuell bedruckbare Bodenlösungen – von Messe und Handel bis hin zu Museen und…

Die Windschutzscheibe als Schlüssel moderner Fahrzeugtechnologie

Interview mit Christian Baum, Geschäftsführer der Saint-Gobain Sekurit Service Deutschland GmbH

Die Windschutzscheibe als Schlüssel moderner Fahrzeugtechnologie

Steinschläge gehören zu den häufigsten Fahrzeugschäden, doch moderne Assistenzsysteme machen den Austausch von Autoglas zunehmend komplex. Die Saint-Gobain Sekurit Service Deutschland GmbH unterstützt Werkstätten im Ersatzteilmarkt mit Produkten, digitalen Lösungen…

TOP