Das tägliche Gefühl von Luxus

Interview mit Frederick Franz, General Manager der Simone Pérèle Mieder-Moden GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Franz, das Unternehmen ist mit klassischen Dessous groß geworden und seit über 75 Jahren am Markt. Was sind heute Ihre Kernprodukte?

Frederick Franz: Nach wie vor sind Dessous, und vor allem BHs, eine unserer Stärken. Darüber hinaus decken wir Nachtwäsche, Sportswear, Swimwear, Loungewear und Knickers ab sowie Specials wie zum Beispiel zum Valentines Day. Unsere Swimwear-, Loungewear- und Sportswear-Kollektionen sind zurzeit noch im Aufbau. Das Sportswear-Programm werden wir rechtzeitig zur Olympiade in Frankreich lancieren. Grundsätzlich sind aufgrund unseres Premium-Anspruchs Seide und Satin für uns wichtige Themen.

Wirtschaftsforum: Apropos ‘wichtige Themen’: Spielt das Thema Nachhaltigkeit auch eine Rolle bei Ihren Neuentwicklungen?

Frederick Franz: Wir haben ein eigenes Programm aufgestellt. Dazu gehört unter anderem, dass wir unsere Materialien, wie zum Beispiel die Spitze, weiterverwenden. Unsere Kunden können ihre BHs auch an uns zur Reparatur zurückschicken. Wir möchten unsere Händler und Lieferanten in diesem Programm mitnehmen, deshalb sind wir mit ihnen im ständigen Austausch. Unsere Sommerkollektion, die wir im Frühjahr präsentieren, ist mit QR-Codes ausgestattet, über die man die gesamte Lieferkette von A bis Z tracken kann.

Wirtschaftsforum: Welche Trends und Themen stellen Sie am Markt, bei Ihren Kunden, fest?

Frederick Franz: In den letzten Jahren, seit Corona, ist der Preis ein immer wichtigeres Thema geworden. Die Käufer werden preisbewusster. Deshalb haben wir unsere Produkte in den vergangenen Jahren nur minimal verteuert, obwohl unsere Kosten signifikant gestiegen sind. Um ein Zeichen zu setzten, dass wir an der Seite unserer Kunden stehen, haben wir unsere stärkste Serie um zehn EUR reduziert.

Wirtschaftsforum: Simone Pérèle ist im hochpreisigen Segment positioniert. Warum entscheiden sich die Kunden für Ihre Produkte?

Frederick Franz: Es geht um unsere Tradition, unsere Qualität und die Handarbeit, die in unseren Produkten steckt. Wir haben eine Geschichte zu erzählen. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass unsere Produkte von Fachverkäuferinnen vertrieben werden. Wir bieten Premiumprodukte an, sind deshalb nur in Stores mit unseren eigenen Verkäuferinnen vertreten. Leider trifft der Fachkräftemangel auch unsere Branche. Es geht immer mehr Know-how im Wäscheverkauf verloren. Zunehmend werden Aushilfen eingesetzt. Es ist ein To-do der Branche, diese Situation wieder zu verbessern. Wäscheprodukte dürfen nicht nur gut aussehen, sie müssen vor allem gut sitzen, insbesondere BHs. Gerade für junge Mädchen ist dies aus gesundheitlichen Gründen wichtig. Wir arbeiten hier gemeinsam mit einer Schönheitschirurgin aus Düsseldorf an einem Konzept, auch unter Einbeziehung der Presse, wie zum Beispiel der Zeitschrift COSMOPOLITAN.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig sind in Ihrem Bereich digitale Kanäle?

Frederick Franz: Wir sind im E-Commerce aktiv, aber BHs muss man anprobieren. Deshalb ist die Retourenquote extrem hoch. Dessous-Produkte müssen in der Retoure auch anders gehandhabt werden als zum Beispiel T-Shirts. Eine einfache Ozon-Reinigung reicht hier nicht aus. Eine Retoure ist also kostenintensiv. Deshalb setzen viele Marktteilnehmer auf den NOS als zusätzliche Verkaufstheke. Im Marketing-Bereich sind die digitalen Kanäle allerdings sehr wichtig, vor allem, um die jungen Leute anzusprechen, sie zum Beispiel über gesunde Passformen aufzuklären. Wir möchten uns verjüngen und moderner werden. Hier sind zum Beispiel die Social Media ein wichtiges Marketing-Tool.

Wirtschaftsforum: Das heißt, Sie sind für die nächsten Monate auf Wachstum eingestellt?

Frederick Franz: Wir werden verstärkt über uns sprechen. Unser Ziel ist Visibilität, on- und offline, im B2B- sowie im B2C-Bereich. Wir sind vor diesem Hintergrund für Marketing-Kooperationen offen. Selbstverständlich werden wir unseren Außendienst bei dieser Entwicklung mitnehmen. Darüber hinaus werden wir für die deutschsprachigen Länder Europas einen eigenen Onlineshop einrichten.

Wirtschaftsforum: Welches Ziel verfolgen Sie langfristig mit Simone Pérèle?

Frederick Franz: Über Visibilität auf allen Kanälen möchten wir unseren Kundenstamm mindestens verdoppeln. Das Marktpotenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Deshalb blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.

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