Lebensqualität und gute Sicht

Interview mit Domenic von Planta, CEO der SCHWIND eye-tech-solutions GmbH

Als Herbert Schwind das Unternehmen 1958 gründete, waren Laserbehandlungen noch Zukunftsmusik. 1992 brachte das Unternehmen, noch vom Gründer angestoßen, seinen ersten Laser auf den Markt. „Der Einstieg in diese damals noch junge Technologie für die refraktive Chirurgie war ein großer Meilenstein“, berichtet CEO Domenic von Planta. Vorangetrieben von Rolf Schwind, dem Sohn des Firmengründers, der bis 2022 CEO des Unternehmens war, folgten weitere Innovationen auf diesem Gebiet: „2001 kam mit SCHWIND ESIRIS® die zweite Lasergeneration auf den Markt. Der SCHWIND AMARIS® hat dann 2007 noch einmal einen neuen Standard in der refraktiven Augenchirurgie gesetzt“, so der CEO. Die Modelle wurden kontinuierlich weiterentwickelt. „Qualität und das Patientenergebnis sind unsere wichtigsten Maßstäbe“, betont Domenic von Planta. Die letzte große Innovation war 2021 der SCHWIND ATOS® Femtosekundenlaser. Seit 2016 gehört SCHWIND eye-tech-solutions einem Private Equity Fonds. Die Coronapandemie hatte das Unternehmen zunächst zurückgeworfen. Doch in der zweiten Phase der Pandemie ab Ende 2022 erfuhr es einen ungeahnten Boom – Die Zahl der Augenbehandlungen mit Laser stiegen schlagartig an: „Die Verwendung von Maske und Brille funktionierte nicht gut. Und die Menschen haben ihr Einkommen nicht für Reisen aufgewendet“, so der CEO.

Verbindung von Technologie und Kooperation

Menschen zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen, das ist die Vision von SCHWIND. „Daraus leiten wir unsere Mission ab: great results for better vision – bessere, gute oder sehr gute Ergebnisse für eine bessere Sicht. Das erreichen wir einerseits mit Technologie und Innovation, andererseits durch die Zusammenarbeit mit den Ärzten, indem wir den Umgang mit dem Geräte-Workflow optimieren und die Ärzte schulen“, sagt Domenic von Planta. Rund 4.500 Augen werden täglich mit den Geräten von SCHWIND behandelt. Die beiden Lasersysteme für die refraktive und therapeutische Hornhautchirurgie heißen ATOS® und AMARIS®. Daneben bietet das Unternehmen Diagnosesysteme und Module zur Behandlungsplanung sowie Technologien zur Behandlung. Domenic von Planta, der seit 2018 im Unternehmen ist, erklärt, womit sich SCHWIND am Markt besonders abhebt: „Unsere Alleinstellungsmerkmale sind unsere Technologie, die enge Kooperation mit den Ärzten und unsere Applikationsplattform. Darüber hinaus haben wir die breiteste Palette an Behandlungen.“ 

Hoffnung für die Zukunft: Augenkorrektur ohne Schnitt

Weitere Innovationen aus dem Hause SCHWIND werden folgen – wie beispielsweise eine Augenkorrektur ohne Schnitt. Dazu wird bereits in einem gemeinsamen Projekt mit der Universität Bochum und einem Start-up geforscht und entwickelt. „Die Idee ist, nur durch die Veränderung des Wassergehalts und Kollagen eine Art diffraktive Linse zu erzeugen“, führt der CEO aus. Auch die Weiterentwicklung von Software und Applikationen wird vorangetrieben. „Wir wollen nicht nur eine Visualisierung vor, sondern auch nach der OP ermöglichen, und zwar nicht nur einen Tag danach, sondern auch noch nach drei Monaten, sechs Monaten oder einem Jahr. Eingriffe verschiedener Art können dann simuliert werden. Die Geräte werden damit zusehends zur Plattform.“ Die Software zur Visualisierung basiert auf Algorithmen. Dabei wird bestehendes Wissen aus der Fachliteratur genutzt. Der Einsatz von echter KI sei auf diesem Gebiet eine Herausforderung, sagt Domenic von Planta: „Echte KI in der Medizintechnik einzusetzen ist schwierig, weil am Ende die Entscheidung immer nachvollziehbar bleiben muss. Wir nutzen sie aber in der Analyse.“ 

Wachstumsmarkt China

SCHWIND eye-tech-solutions ist über Händler vor Ort weltweit aktiv. Domenic von Planta berichtet: „China ist seit einigen Jahren der wichtigste und größte Wachstumstreiber. Die Bevölkerung ist groß, ebenso das Interesse an Augenkorrekturen. Die Chinesen haben hier Nachholbedarf.“ Der genannte asiatische Markt macht aktuell rund 30% des Geschäfts aus. In Südostasien und Indien sieht der CEO noch viel Potenzial. Er rechnet auch mit wachsenden Märkten im Mittleren Osten und in Südamerika. Europa hat derzeit einen Anteil von 25% an der installierten Basis – mit abnehmender Tendenz. Da Augenkorrekturen meist Privatleistungen sind, wird der Markt auch durch die Konjunktur beeinflusst. In Europa nimmt der CEO momentan eine gewisse Zurückhaltung wahr, ebenso in China. „Das Thema Zölle spielt hier eine Rolle. Indien und Südostasien laufen aber noch gut.“ Generell werde das Geschäft durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst,: „Für den Arzt sind unsere Geräte ein Investitionsgut. Gleichzeitig wirken sich die Behandlungszahlen aus. Die Medizintechnik ist aber im Vergleich zu anderen Branchen stabil.“ Alles aus einer Hand anzubieten ist auch in Zukunft nicht das Ziel von SCHWIND eye-tech-solutions, macht Domenic von Planta deutlich: „Wir bleiben in der Nische der refraktiven Chirurgie.“ Sein Ziel ist, 10.000 Behandlungen am Tag zu erreichen. Sein größter Antrieb: „Wenn ich zufriedene Patienten treffe, die sagen, der Eingriff mit unseren Geräten war für sie lebensverändernd, ist das eine große Motivation.“

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