Wenn der Schuh passt: Erfolg im Lizenzgeschäft

Interview mit David Friedrich, CSO und Moritz Hamm, CEO der Hamm Footwear GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Hamm, Herr Friedrich, wie begann die Geschichte der Hamm Footwear GmbH?

Moritz Hamm: Unsere Familie ist bereits seit 1888 im Schuhmarkt tätig, und ich vertrete die 5. Generation. Das Stammunternehmen, die Wilhelm Hamm GmbH, wuchs im Zuge des Wirtschaftswunders nach dem 2. Weltkrieg erheblich. Mein Vater hat 1990 das Lizenzgeschäft im Schuhbereich ins Leben gerufen, was damals eine Neuheit war. 2001 trennten wir uns als eigenständiges Unternehmen von der HR Group, um uns auf das Lizenzgeschäft zu konzentrieren.

Wirtschaftsforum: Was sind die Schlüsselmomente in der Entwicklung des Unternehmens?

Moritz Hamm: Ein entscheidender Moment war die Einführung von Lizenzen für Modemarken, was bis dahin im Schuhbereich nicht üblich war. Wir arbeiteten mit Marken wie Marc O‘Polo, Tommy Hilfiger und Strellson zusammen und konzentrieren uns aktuell ganz auf GANT.

Wirtschaftsforum: Wie kam die Partnerschaft mit GANT zustande?

David Friedrich: Die Zusammenarbeit begann 2014 und ist mittlerweile ein Erfolgsmodell. Seitdem konnten wir den ­Umsatz von ursprünglich rund 6 Millionen EUR auf heute nahezu 60 Millionen EUR steigern. Wir haben den Damen­-schuhbereich bei GANT ­erheblich ausgebaut, was uns geholfen hat, die Marke in diesem Segment zu stärken. Der Fokus auf Qualität und die enge Zusammenarbeit mit GANT sind entscheidend für unseren gemeinsamen Erfolg.

Wirtschaftsforum: Was macht die Produktentwicklung bei Hamm Footwear aus?

Moritz Hamm: Unser Produktentwicklungsprozess ist äußerst kollaborativ. Wir arbeiten eng mit den Marken zusammen, um deren DNA in den Schuhkollektionen zu verankern. Dabei ist es wichtig, die Erwartungen der Endkonsumenten zu berücksichtigen und gleichzeitig die Markenidentität zu wahren.

David Friedrich: Wir haben ein starkes Netzwerk von Lieferanten in Europa und Asien, was uns ermöglicht, qualitativ hochwertige Produkte zu entwickeln. Unser Qualitätsmanagement stellt sicher, dass die Schuhe den höchsten Standards entsprechen, bevor sie an unsere Vertriebspartner ausgeliefert werden.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist das Feedback der Kunden, wenn es um neue Kollektionen geht?

Moritz Hamm: Das Feedback unserer Kunden spielt eine entscheidende Rolle in unserem Produktentwicklungs- und Design-
prozess. Wir sind ständig im Gespräch mit unseren Vertriebspartnern und Endverbrauchern, um ihre Meinungen und Wünsche zu verstehen. Dieses Feedback hilft uns, unsere Kollektionen anzupassen und sicherzustellen, dass wir die Erwartungen des Marktes erfüllen. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Marktforschungen durch, um Trends und Veränderungen im Konsumverhalten zu identifizieren. Auf diese Weise können wir proaktiv auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren und sicherstellen, dass unsere Produkte relevant und ansprechend bleiben.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen?

Moritz Hamm: Digitalisierung ist für uns ein wichtiges Thema. Wir nutzen Datenanalysen, um den Markt zu beobachten und Trends frühzeitig zu erkennen, was uns hilft, unsere Produktstrategien anzupassen. Gleichzeitig bleibt die Kreativität ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Es geht darum, die richtige Balance zwischen datengetriebenen Entscheidungen und kreativem Design zu finden.

Wirtschaftsforum: Wie sehen Sie die Zukunft von Hamm Footwear im hart umkämpften Premiumsegment?

David Friedrich: Die Zukunft sieht vielversprechend aus. Wir haben eine solide Basis und viele treue Mitarbeiter, die seit Jahren im Unternehmen sind. Das Vertrauen, das wir bei unseren Partnern genießen, ist ein großer Vorteil. Wir sind optimistisch, dass wir auch in Zukunft wachsen können, insbesondere in Märkten wie China und den USA.

Moritz Hamm: Wir planen, unser Portfolio zu erweitern und neue Lizenzmarken zu gewinnen. Dabei setzen wir auf nachhaltige Partnerschaften und langfristige Strategien, die es uns ermöglichen, gemeinsam zu wachsen.

Wirtschaftsforum: Was sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Hamm Footwear?

Moritz Hamm: Langfristiges Denken und die Qualität unserer Produkte sind entscheidend. Wir wollen nicht nur kurzfristige Gewinne erzielen, sondern nachhaltige Beziehungen zu unseren Markenpartnern aufbauen. Das Vertrauen, das wir in unser Netzwerk von Lieferanten und Vertriebspartnern haben, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor.

David Friedrich: Zusätzlich ist unser Engagement für Qualität und unser Verständnis für die Bedürfnisse der Endkonsumenten entscheidend. Wir haben ein starkes Vertriebsnetzwerk und arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um ihre Erwartungen zu erfüllen und sogar zu übertreffen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Infrarot kann mehr als trocknen

Interview mit Udo Gielen, geschäftsführender Gesellschafter der Kreyenborg GmbH & Co. KG

Infrarot kann mehr als trocknen

Trocknen, dekontaminieren, aufwerten: Infrarottechnologie kann bei der Verarbeitung von Schüttgütern weit mehr leisten, als Wärme zu erzeugen. Das zeigt die Kreyenborg GmbH & Co. KG aus Senden. Das Familienunternehmen hat…

Allgäuer Elektrohaus: Tradition, Innovation und starke Partnerschaften

Interview mit Markus Ferenz, Geschäftsführer der Allgäuer Elektrohaus GmbH

Allgäuer Elektrohaus: Tradition, Innovation und starke Partnerschaften

Seit 1949 hat sich das Allgäuer Elektrohaus einen starken Namen in seiner Region gemacht. Neben klassischen Elektroinstallationsarbeiten für Privat- und Gewerbekunden sind in den letzten Jahren vor allem die erneuerbaren…

Vielfalt in 3D

Interview mit Niels Stenzel, stellvertretender ­Geschäftsführer der SHINING 3D Technology GmbH

Vielfalt in 3D

International aufgestellt, technologisch breit gefächert und dennoch nah am Kunden: SHINING 3D verbindet globale Stärke mit lokaler Präsenz. Die SHINING 3D Technology GmbH mit Sitz in Stuttgart steht dabei für…

Spannendes aus der Region Osnabrück

„Wir arbeiten tatkräftig an der Energiewende mit!“

Interview mit Jan und Hendrik Kwade, Geschäftsführer der JKS Jan Kwade & Sohn GmbH

„Wir arbeiten tatkräftig an der Energiewende mit!“

Das norddeutsche Bauunternehmen Jan Kwade & Sohn setzt sein umfassendes Leistungsspektrum heute vornehmlich für Kunden der Energiewirtschaft sowie für andere Bauunternehmen ein. Zu tun gibt es dort genug: Denn nicht…

Handwerk, Präzision und Exklusivität

Interview mit Benjamin Bäker, Geschäftsführer der Oldenburger Interior GmbH & Co. KG

Handwerk, Präzision und Exklusivität

Zwischen Tradition und Zukunft hat sich die Oldenburger Interior GmbH & Co. KG aus Dinklage eine besondere Position erarbeitet: Das Unternehmen steht für maßgeschneiderte Innenausbauten, höchste Präzision und Projekte, die…

100% Bio ohne Wenn und Aber

Interview mit René Belker, Geschäftsführer der GGBE GmbH

100% Bio ohne Wenn und Aber

Fünf Gartenbau-Studenten, ein Wochenmarktstand aus selbst gezimmerten Paletten und die Überzeugung, dass Lebensmittel auch ohne Pestizide wachsen: Was 1986 in Kalkriese bei Osnabrück als ökologisches Experiment begann, ist heute einer…

Das könnte Sie auch interessieren

Natürlicher Komfort für den Alltag

Interview mit Gianluigi Tripoli, Export Business Development Manager der Fratelli Berdin s.r.l.

Natürlicher Komfort für den Alltag

Der Schuhmarkt entwickelt sich zunehmend in Richtung Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit. Genau hier setzt die italienische Fratelli Berdin s.r.l. mit ihrer Marke Grünland an: Das Familienunternehmen aus Altavilla Vicentina verbindet…

Wetterschutz mit Stil

Interview mit Jan Henning, Country Manager Deutschland und Chief Commercial Officer der Didriksons Deutschland GmbH

Wetterschutz mit Stil

Konsumzurückhaltung und steigende Preissensibilität fordern den Outdoor-Markt heraus. Die Didriksons Deutschland GmbH begegnet dem mit langlebigem Wetterschutz, zeitlosem skandinavischem Design und einer konsequenten Markenführung. Chief Commercial Officer Jan Henning spricht…

Chemie, die mehr können muss

Interview mit Roberto Camera Magni, Gesellschafter und CEO der Nearchimica S.r.l.

Chemie, die mehr können muss

Seit 1979 entwickelt die Nearchimica S.r.l. chemische Lösungen für die Textilindustrie. Das Unternehmen aus Legnano begleitet seine Kunden nicht nur mit Produkten, sondern auch mit anwendungstechnischem Know-how. Roberto Camera Magni,…

TOP