Ein Berg für alle Jahreszeiten
Interview mit Madeleine Keller, Leiterin Marketing der Sattel-Hochstuckli AG

Seit 1950 entwickelt sich Sattel-Hochstuckli kontinuierlich weiter. Wichtige Meilensteine waren die Rodelbahn 1993, die Drehgondelbahn 2005 und die Hängebrücke 2010. Heute beschäftigt das Unternehmen saisonabhängig rund 50 bis 70 Mitarbeiter. Damit hat sich der Berg über die Jahrzehnte von einem klassischen Winterziel zu einem vielseitigen Freizeitangebot entwickelt.
Der Sommer gewinnt an Gewicht
Während früher der Winter im Mittelpunkt stand, ist die Sommersaison inzwischen deutlich länger. Sie beginnt zu Ostern und reicht regulär bis Ende Oktober. Damit hat sich auch das Angebot verändert. Rodelbahn, Hüpfburganlage, Tubing und Themenwege richten sich insbesondere an Familien. Im Winter positioniert sich Sattel-Hochstuckli bewusst als Berg für Einsteiger, auf dem Kinder ebenso wie Erwachsene erste Erfahrungen auf Skiern sammeln können.
Die Lage zwischen Luzern und Zürich unterstützt diese Ausrichtung. Viele Besucher kommen für einen Tagesausflug. Der wichtigste Einzugsbereich liegt etwa eineinhalb Stunden rund um die Bahn, wobei das Marketing aktuell verstärkt den Raum Zürich anspricht. Seit dem Beitritt zum Magic Pass kommen zudem vermehrt Gäste aus der Westschweiz und aus Frankreich. Um neue Zielgruppen zu erreichen, setzt Madeleine Keller nicht allein auf digitale Kanäle. Eine Plakatkampagne im Raum Zürich gehörte ebenso zu den jüngeren Maßnahmen wie ungewöhnlichere Werbeformen. „Wir probieren auch immer wieder mal etwas Neues“, sagt sie.
Erlebnisse schaffen, Natur bewahren
Auch die Digitalisierung verändert den Betrieb. Tickets können online gekauft und inzwischen direkt per QR-Code für den Zugang genutzt werden. Veranstaltungen und weitere Angebote werden ebenfalls digital abgewickelt. Für Madeleine Keller ist dieser Prozess keineswegs abgeschlossen. Auch die künftigen Möglichkeiten von KI, etwa in der Kommunikation mit Gästen, beobachtet sie aufmerksam. Gleichzeitig bleibt die Natur die Grundlage des Geschäfts. Bei temporären Angeboten wie der Lichtinstallation „Light & Landscape“ achtet das Unternehmen darauf, dass nach dem Abbau keine langfristigen Spuren zurückbleiben. „Wir arbeiten mit der Natur“, betont Madeleine Keller. Für die kommenden Jahre soll der Familienberg weiterentwickelt werden. Neue Angebote sollen zusätzliche Bereiche erschließen, während im Winter das Profil als Anfängerberg gestärkt wird. Dabei geht es Madeleine Keller nicht allein um Attraktionen: „Für mich persönlich ist es einfach immer wichtig, dass die Gäste Freude haben, die zu uns kommen.“ Im besten Fall fahren sie am Abend nach Hause und sagen: „Wow, was für ein schöner Tag.“










