Das Potenzial steckt im Bestand
Interview mit Dr. techn. Klaus Hense, Geschäftsführer der myWarm GmbH

Die myWarm GmbH wurde 2010 gegründet. Seit 2017 ist das Unternehmen auch mit einer eigenen Tochtergesellschaft in Deutschland vertreten, heute der größte Markt. 2023 wurde myWarm Teil der BRUNATA-METRONA-Gruppe. Rund 50 Mitarbeitende sind nach Angaben von Dr. techn. Klaus Hense in Deutschland und Österreich tätig.
Effizienz statt Austausch
Im Mittelpunkt steht bei myWarm die Frage, wie sich bestehende Heizsysteme effizienter betreiben lassen. Bei der vom Unternehmen entwickelten Methode des temperaturbasierten hydraulischen Abgleichs werden direkt an den Heizkörpern Vor- und Rücklauftemperaturen gemessen.
So soll erreicht werden, dass alle Heizkörper bedarfsgerecht mit Wärme versorgt werden. Nach Angaben von Dr. Klaus Hense sind dadurch Energieeinsparungen von bis zu 35% möglich. „Wir sprechen über Potenzial in bestehenden Heizungsanlagen“, sagt der Geschäftsführer. Gerade darin sieht er einen wichtigen Hebel der Wärmewende: Nicht immer müsse es eine neue Heizung oder eine umfassende Sanierung sein.
myWarm hat nach eigenen Angaben bereits rund 200.000 Heizflächen optimiert. Dabei sind fast 14 Milliarden Datenpunkte entstanden, die das Unternehmen zur Weiterentwicklung seiner Algorithmen nutzt.
Vom Heizungskeller bis zum Raum
Mit seiner „Optimize“-Produktpalette erweitert myWarm diesen Ansatz. Sie verbindet den digitalen Heizungskeller, den adaptiven hydraulischen Abgleich und die Einzelraumregelung. Kunden können einzelne Komponenten nutzen oder das System ganzheitlich einsetzen. Dabei lernt die Technik das jeweilige Gebäude kennen und passt die Regelung bis hin zur gewünschten Raumtemperatur an.
Für Dr. Klaus Hense kann die Optimierung bestehender Systeme zudem weitere Schritte der Wärmewende vorbereiten. So lassen sich Vorlauf- und Rücklauftemperaturen senken, was etwa den Einsatz einer Wärmepumpe oder den Anschluss an Fernwärme erleichtern kann.
Ein oft übersehener Hebel
Der Roll-out von Optimize steht derzeit im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung. Entscheidend bleibt für Dr. Klaus Hense der Austausch mit den Anwendern: „Ganz wichtig ist, dass wir das Ohr am Kunden haben.“ Sein persönlicher Antrieb geht noch darüber hinaus: „Ich persönlich könnte in keinem Unternehmen arbeiten, das nicht versucht, die Welt besser zu machen.“ Für myWarm beginnt ein Teil dieser Aufgabe dort, wo bei der Wärmewende noch viel Potenzial liegt: im Bestand.









