„Als Umschlagplatz ist der Railport unschlagbar!“

Interview mit Tommy Bauer, Prokurist der Bauer Spedition GmbH

Mit einem 60 Lkw starken, modernen Fuhrpark – im Durchschnitt ist kein Fahrzeug älter als zweieinhalb Jahre – bedient die Bauer Spedition GmbH ihre Kunden. „Wir fahren Mercedes-Benz Actros und haben auch Aufbauten für Rollenpapier und Stahlcoils“, erklärt Tommy Bauer, Prokurist und Gesellschafter der Bauer Spedition. „Jeden Tag gehen Transporte ins Ruhrgebiet sowie in alle Richtungen Europas. Unsere eigenes Verzollungsbüro übernimmt die erforderlichen Formalitäten für den Kunden und unser Equipment ermöglicht das Handling und den Transport von Coils bis zu 30 t.“

Stahl und Papier

Die Kunden von Bauer stammen vor allem aus der Papier- und Stahl- sowie aus der Druck- und Verpackungsindustrie, denen der Speditionsbetrieb individuell auf ihre Produkte zugeschnittene Dienstleistungen bietet. So kommen für die Papierindustrie spezielle Verladesysteme zum Einsatz, unter anderem Stapler mit Drucksteuerung der Papierklammer.

Neben dem Umschlag der Produkte wird auch die Lagerung von Format- und Rollenpapier angeboten. Für die Stahlindustrie transportiert Bauer Coils, Stabstähle, Schmiedeteile sowie Konstruktionselemente – auch in Überlängen und Überbreiten. Teilpartien werden regelmäßig nach Sachsen, Thüringen, Berlin und Tschechien sowie in die Schweiz gefahren.

Der tägliche Transport von Zeitschriften und Verpackungsmaterial zählt zu den Leistungen für die Druck- und Verpackungsmittelindustrie. „Seit Kurzem transportieren wir auch Holz in das benachbarte Ausland“, sagt Tommy Bauer, der den Betrieb von Kindesbeinen an kennt und seit 2015 im Unternehmen ist. Zunächst kümmerte er sich um Fuhrpark, Disposition und Lagerplanung, seit 2022 ist er Prokurist.

Zwei Krananlagen

Eine Besonderheit für eine Spedition wie Bauer ist der Betrieb eines eigenen Railports. „Unser Railport in Chemnitz hat eine Fläche von 30.000 m² und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Süd“, betont Tommy Bauer. „Dort gibt es drei Logistikhallen mit einer Gesamtfläche von insgesamt 8.000 m². Rund 450 m Gleise sind auf dem Gelände verbaut und Züge können direkt in die Logistikhallen hineinfahren. Außerdem haben wir dort zwei Krananlagen mit Kapazitäten von 30 und 33 t Hebekraft. Außer uns können auch andere Firmen den Railport nutzen. Als Umschlagplatz für Stahl, Papier und Konsumgüter ist der Railport unschlagbar.“

Neue Halle in Callenberg

Als Einzelunternehmen mit einem MAN-Lkw gründete Tino Bauer, der Vater von Tommy Bauer, seinen Betrieb 1989. Er startete mit der Anmietung einer ehemaligen LPG-Lagerhalle und bot Logistikleistungen für Lebensmittel und Textilien an. Die Gründung der heutigen Bauer Spedition GmbH erfolgte nach weiterer Expansion 1992. Im gleichen Jahr wurde eine neue Speditionsanlage mit Lager, Umschlag, Fuhrpark und Büros gebaut. Vier Jahre später erfolgte die erstmalige Zertifizierung nach ISO 9001, 1998 wurde die Logistikhalle erweitert.

2005 erfolgte die Gründung der tschechischen Tochtergesellschaft Bauer Česká Spedice s.r.o., 2007 wurde der Betrieb nach DIN EN ISO 14001 umweltzertifiziert. „2010 haben wir eine moderne Tank- und Waschanlage für unsere Lkw in Betrieb genommen“, verdeutlicht der Prokurist. „Mit ihrem eigenen Abwasserkreislauf ist die Anlage fast autark.“ Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung des Railports 2015, der 2020 noch einmal erweitert wurde. Die jüngste größere Investition war 2021 der Bau einer Logistikhalle für größere Kunden in Callenberg in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 4 Chemnitz-Zwickau. Hier stehen 4.200 Palettenstellplätze in Form eines Hochregals zur Verfügung.

Mehr Kombiverkehr

„Wir haben ein sehr junges Team und flache Hierarchien“, freut sich Tommy Bauer. „Jeder Fahrer hat seinen persönlichen Lkw.“ Für die kommenden Jahre steht die Weiterentwicklung des Railports auf der Agenda, da die Kunden zunehmend auf die Bahn umsteigen.

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