Schleifen, Bänder und mehr

Interview mit Kevin Maar, Geschäftsführer und Stephanie Peskov, Head of Business Development und Key Account Manager der Sopp Industrie GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Maar, Frau Peskov, können Sie sich und die Sopp Industrie GmbH kurz vorstellen?

Kevin Maar: Ich bin Geschäftsführer der Sopp Industrie GmbH und seit 2014 Teil des Unternehmens. Die Sopp wurde 1888 gegründet und hat sich seitdem von einem kleinen Familienbetrieb zu einem bedeutenden Akteur in der Verpackungsindustrie entwickelt. Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, das auf handwerkliche Fertigung und innovative Lösungen setzt.

Stephanie Peskov: Ich leite das Key Account Management sowie das Business Development bei der Sopp Industrie GmbH. Ich bin erst seit Januar 2025 im Unternehmen, habe jedoch eine lange Karriere im Anlagenbau hinter mir, wo ich zehn Jahre in einem finnischen Großkonzern tätig war. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Kevin Maar in die Geschäftsführung einzutreten und die Zukunft des Unternehmens mitzugestalten.

Wirtschaftsforum: Was waren die wichtigsten Meilensteile in der Unternehmensgeschichte?

Kevin Maar: Die Sopp hat eine Geschichte, die fast 140 Jahre zurückreicht. Ursprünglich hat die Sopp Reißverschlüsse, dann gewebeverstärkte Kunstdärme hergestellt. Später haben wir uns auf die Produktion von Bändern und Schleifen spezialisiert. Nach einer Insolvenz im Jahr 2005 haben wir uns neu aufgestellt und die Produktion nach Polen verlagert. Heute sind wir ein bedeutender Co-Packing-Anbieter und beschäftigen dort mehrere hundert Mitarbeiter.

Wirtschaftsforum: Was sind die Hauptprodukte und Dienstleistungen der Sopp Industrie GmbH?

Kevin Maar: Unser Hauptstandbein sind industrielle Schleifen und Verpackungslösungen. Wir bieten maßgeschneiderte Produkte an, die oft in der Schokoladenindustrie verwendet werden. Diese Schleifen erfüllen auch praktische Funktionen, indem Geschenke und Produkte damit ansprechend verpackt sind. Zusätzlich haben wir unser Portfolio um Co-Packing-Dienstleistungen erweitert, was uns eine zusätzliche Einnahmequelle bietet. In diesem Bereich haben wir namhafte Kunden gewinnen können, was uns eine wichtige Position in der Branche sichert.

Stephanie Peskov: Darüber hinaus bieten wir auch individuelle Lösungen für Kunden an, die spezielle Anforderungen haben. Wir produzieren Schleifen in verschiedenen Größen, Farben und Designs, um den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden. Unsere Dienstleistungen umfassen nicht nur die Herstellung von Schleifen, sondern auch das Umfüllen, Etikettieren und Verpacken von Produkten. Wir haben den Vorteil, unsere Arbeitskräfte sehr flexibel einsetzen zu können und schnell auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Wir sind stolz darauf, Problemlöser für unsere Kunden zu sein und ihnen in verschiedenen Bereichen Unterstützung zu bieten.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen?

Kevin Maar: Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema für uns. Wir verwenden verschiedene Materialien, darunter Tencel und recycelbare Stoffe. Allerdings stehen wir oft vor der Herausforderung, dass nachhaltige Produkte teurer sind, was von unseren Kunden nicht immer akzeptiert wird. Die Branche muss sich hier weiterentwickeln.

Wirtschaftsforum: Welche Trends beobachten Sie in der Branche?

Stephanie Peskov: Ein klarer Trend ist die Individualisierung. Kunden wünschen sich immer mehr maßgeschneiderte Lösungen. Zudem beobachten wir, dass Farben und Designs sich je nach Saison ändern. Rot und Gold sind nach wie vor die beliebtesten Farben, besonders zur Weihnachtszeit.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung um?

Kevin Maar: Wir stehen noch am Anfang der Digitalisierung, haben jedoch bereits einige Fortschritte gemacht. In unseren Produktionsstätten in Polen sind wir weiter fortgeschritten als hier in Deutschland. Wir sind offen für neue Technologien und suchen ständig nach Möglichkeiten, unsere Prozesse zu optimieren.

Wirtschaftsforum: Was macht die Unternehmenskultur bei Sopp so besonders?

Stephanie Peskov: Unsere Unternehmenskultur basiert auf Familienwerten. Wir legen großen Wert auf ein offenes und ehrliches Miteinander. Wir sind ein sehr familienfreundliches Unternehmen und versuchen, die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zu berücksichtigen. Besonders hervorzuheben ist, dass wir einen hohen Frauenanteil in unserem Unternehmen haben, sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung. Dies fördert nicht nur ein ausgewogenes Arbeitsumfeld, sondern bringt auch unterschiedliche Perspektiven und Ideen in unsere Arbeitsweise ein.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Kevin Maar: Wir möchten unser Co-Packing-Geschäft weiter ausbauen und neue Märkte erschließen. Außerdem planen wir, unsere Sichtbarkeit durch gezielte Marketingmaßnahmen zu erhöhen. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren handwerklichen Fähigkeiten und unserer Flexibilität auch in Zukunft erfolgreich sein werden.

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