Nutzenstifter mit Werten

Interview mit Michael Klink, Geschäftsführer der μ-Tec GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Klink, was war für Ihr Unternehmen der wichtigste Meilenstein? 

Michael Klink: Wir bezeichnen uns selbst als ′Nutzenstifter’, weil es uns vor allem darum geht, mit unseren Produkten für andere Menschen und ihre Unternehmen von Nutzen zu sein. Dass wir an diesen Punkt gekommen sind und uns vom einfachen Dienstleister tatsächlich zum Nutzenstifter entwickelt haben, ist wohl der größte Erfolg in unserer Entwicklung und das treibt uns alle, die wir hier arbeiten, an. Wir schaffen hochpräzise Lösungen, die wir stetig weiterentwickeln, damit sie die bestmöglichen Resultate erzielen und unsere Kunden auf allen Ebenen zufriedenstellen. 

Wirtschaftsforum: Mit welchen Leistungen gelingt Ihnen das?

Michael Klink: Wir bieten schwerpunktmäßig ein breites Portfolio von Dienstleistungen rund um den Formenbau an – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Im klassischen Formenbau entwickeln wir vor allem Formen für den Kunststoffspritzguss. Darüber hinaus bieten wir das sogenannte Innenhochdruckumformen an, wobei die zu bearbeitenden Teile durch den Aufbau eines hohen Drucks von innen heraus geformt werden. Hier fertigen wir Werkzeuge vor allem für die Automobilindustrie. Als Dienstleister übernehmen wir das hochgenaue 5-Achs-HSC-Fräsen von Elektroden sowie von Werkstoffen wie Stahl, Graphit oder Molybdän, den Bau von Prototypen sowie auch das Projektmanagement für die Projekte unserer Kunden.

Wirtschaftsforum: Wodurch hebt sich μ-Tec vom Wettbewerb ab?

Michael Klink: Ich denke, es ist vor allem unser Ansatz, für unsere Kunden Nutzen und damit Mehrwert zu schaffen. Das ist etwas Besonderes – zum einen in konkreter betriebswirtschaftlicher Hinsicht, weil wir uns dadurch, dass wir die Perspektive des Kunden in den Blick nehmen, an seinem größtmöglichen Nutzen orientieren und entsprechende Produkte liefern.

Zum anderen aber auch, was das Miteinander bei uns im Betrieb angeht, denn der Mensch wird bei uns als Ganzes betrachtet. Er kann sich nur entwickeln, wenn wir ihn in seiner Persönlichkeit wahrnehmen. Das gilt eben auch im Vertrieb: Menschen kaufen von Menschen. Wer sich als Persönlichkeit entwickeln kann, ist resilienter, kreativer, produktiver und damit zufriedener. Das ist unser wesentlicher USP.

Wirtschaftsforum: Das ist ein wirklich spannender und vor allem ethischer Ansatz. Wie war Ihr eigener Werdegang? 

Michael Klink: Ich habe in Stuttgart Maschinenbau studiert und das Studium in den USA mit einem Master abgeschlossen. Danach bin ich in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Das Unternehmertum wurde mir also mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Die μ-Tec habe ich dann 1997 gemeinsam mit einem Kompagnon gegründet.

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie Ihre Herausforderungen?

Michael Klink: Ich mag die Makroperspektive. Ich denke da um die Ecke: Ein Produkt zu kaufen, hat immer mit Vertrauen zu tun. Habe ich als Käufer Zweifel, halte ich mein Geld zusammen. Ohne Vertrauen zum Produkt gibt es deshalb keine Entwicklung des Unternehmens. Der Fokus muss also immer darauf liegen, Produkte zu schaffen, die das ihnen entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigen. Für uns bedeutet das, immer noch ein bisschen besser zu werden.

Wirtschaftsforum: Wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen mit der Digitalisierung und Automatisierung aus?

Michael Klink: Die Digitalisierung haben wir im kaufmännischen Bereich erfolgreich umgesetzt. Was den Bereich der Fertigung betrifft, gibt es in dieser Hinsicht noch Potenzial. 

Bei einigen Projekten setzen wir das bereits durchgängig von der Angebotskalkulation bis zur Auslieferung des Produkts um. Sämtliche Informationen, die es braucht, wenn aus einem Stück Stahl ein Produkt gefertigt wird, das sämtliche technische Kriterien erfüllen muss, werden digital so aufbereitet, dass auch die Software- und Computersysteme darauf direkt zugreifen können.
 
Wirtschaftsforum: Welche Vertriebskanäle nutzen Sie und wie gestalten Sie Ihr Marketing?

Michael Klink: Wir nutzen ein CRM-System und sind auf Linked-In aktiv. Zudem sind wir auf Messen präsent, wo wir den persönlichen Kontakt mit unseren Kunden suchen, bestehende Kontakte pflegen und potenzielle Kunden von uns überzeugen möchten. Relevant ist für uns vor allem die Fakuma als die Leitmesse der Kunststoffindustrie. 

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit dem Thema Fachkräftemangel um?

Michael Klink: Es ist nicht einfach, im technisch-handwerklichen Bereich alle Ausbildungsplätze zu besetzen, die wir anbieten. Deshalb sind wir eine Kooperation mit einer Gesamtschule hier vor Ort eingegangen. Von Auszubildenden abgesehen, haben wir jedoch keine Probleme, Mitarbeiter zu finden. Dass wir unsere Werte kommunizieren und diese Werte auch leben, trägt entscheidend dazu bei, dass wir ausreichend neue Mitarbeiter gewinnen. Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter sich wohlfühlen. Die intrinsische Motivation hat für uns einen hohen Stellenwert, denn nur wenn Sie intrinsisch motiviert sind, arbeiten Sie produktiv und mit Freude. 

Wirtschaftsforum: Welche Projekte streben Sie für die Zukunft an?

Michael Klink: Eine Aufgabe wird sein, die Digitalisierung im Unternehmen weiter voranzutreiben. Unsere DNA Nutzen zu stiften soll weiterhin in unseren Produkten zum Ausdruck kommen.

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