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Zurück nach Europa: Produktionsverlagerung in Theorie und Praxis

Outsourcing

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Reshoring: Die Gründe für den Rückwärtsgang (nicht nur in Europa)

In der Theorie ist es zunächst sinnvoll, einen Blick auf die Gründe des Reshorings zu werfen. Hierbei spielen die verschiedensten Bereiche eine Rolle, die in Teilen zusammenhängen.

Chinas wird faktisch unattraktiver für Offshoring

China war lange für Unternehmen aus den westlichen Ländern attraktiv für das Offshoring. Einige Fakten sorgen dafür, dass sich dies ändert. Unter anderem ist hierfür eine zunehmende Politisierung der Wirtschaft verantwortlich.

Des Weiteren sind die Möglichkeiten für Firmen eingeschränkt. Bis vor einiger Zeit war eine Gründung nur mit einem chinesischen Unternehmen als Partner möglich, welches bei diesem Modell eine gleiche Gewinnbeteiligung erhält. Bis heute stellt diese Variante ein äußerst gängiges Konstrukt ausländischer Unternehmensgründungen in China dar.

Bei einer anderen Rechtsform wird darauf bestanden, dass die Firma zum Vorteil der chinesischen Wirtschaft agiert und bestimmte Waren nur im Land verkauft. Alle genannten Faktoren mindern die Flexibilität, die Freiheit und die potenziellen Vorteile für eine Firma.

Zudem besteht zwischen den USA und China ein Handelskonflikt. Entsprechende Fronten lassen sich als Ganzes trotz einiger Absprachen wie dem Handelsabkommen „Phase-One-Deal“ nur schwer vollumfänglich auflösen. Es entstand ein hohes Konkurrenzdenken, was sicherlich in der wirtschaftlichen Realität nicht die besten Voraussetzungen für eine westliche Firmengründung in China schafft.

Ein weiteres Problem besteht im Kopieren von Technologie und entsprechenden Ideen, welches die China oftmals vorgeworfen wird. Teilweise geht es dabei sogar um Markenpiraterie und simple Produktfälschungen, die für Unternehmen monetäre Verluste und Probleme mit dem Image mit sich bringen können.

Zweiteres gilt vor allem dann, wenn die Fälschung von minderer Qualität ist. Ob Kopie oder Fälschung: Wenn ein europäisches Unternehmen hohe Entwicklungskosten hat, das Produkt in China herstellen lässt und somit sozusagen die Technik der potenziellen Konkurrenz auf dem sprichwörtlichen Silbertablett serviert, ist dies aus wirtschaftlicher Sicht keine sonderlich zielführende Strategie.

Ein sich veränderndes Qualitätsbewusstsein bei den Kunden

Hinzu kommen Veränderungen in der Haltung der Kunden. Diese betreffen unter anderem das Qualitätsbewusstsein. Vor einigen Jahren ging es vor allem darum, möglichst günstige Preise bieten zu können.

Hierbei waren Offshore-Produktionen eine große Hilfe, da die Waren mit einem geringeren finanziellen Aufwand hergestellt werden konnten. Mittlerweile jedoch liegt der Fokus vieler Verbraucher zunehmend auf Qualität. Dies lässt sich an mehreren Studien und Umfragen der letzten Jahre ablesen.

Auf dieser Basis lohnt sich das Offshore-Geschäft immer weniger. Bei einigen Produkten, die auf diese Weise hergestellt werden, lässt die Qualität zu wünschen übrig.

Dies liegt je nach konkretem Fall womöglich unter anderem an einer weniger genauen Kontrollierbarkeit, geringeren Anforderungen und anderen Gesetzen im entsprechenden Produktionsland. Trotz der günstigen Preise verlieren diese Erzeugnisse daher an Attraktivität im Vergleich zu hochwertigen Konkurrenten.

Deutlich vereinfachte Lieferketten

Ein weiterer Grund für das Reshoring besteht in der Frage der Lieferketten. Diese erfordern, sofern in einem weit entfernten Land produziert wird, unter anderem:

• Aufwand und Organisation
• Zeit
• monetäre Aufwendungen

Die Notwendigkeit von Aufwand und Organisation sorgen dafür, dass die Firma zusätzliche Arbeit hat. Die hier investierte Zeit und Energie könnte an anderer Stelle gewinnbringend genutzt werden, zum Beispiel für die Produktentwicklung und das

Die Zeit ist ebenfalls ein Faktor, der sich nachteilig auswirkt. So dauert das Liefern bestimmter Produkte aus fernen Ländern nach der Herstellung um einiges länger als bei einer Produktion im eigenen Land. Dies schränkt die Effizienz und Flexibilität des Unternehmens ein.

Schlussendlich sind hohe monetäre Aufwendungen ein Faktor, der gegen die Lieferketten spricht. Diese sind vor allem bei langen Transporten der Waren gegeben.

Das Thema Klima und Umwelt

Weiterhin spielt das Thema Umwelt- und Klimaschutz bei der Frage des Reshorings eine große Rolle. Unternehmen versuchen heutzutage, sich in diesem Bereich zunehmend weiterzuentwickeln.

Gleich aus mehreren Gründen hat das Outsourcing in andere Länder hierbei Nachteile. Zum einen werden durch den langen Transport nicht nur, wie bereits im letzten Abschnitt erläutert, Kosten und Aufwand verursacht – sondern auch Emissionen. Im Sinne einer klimafreundlichen Produktion ist dies alles andere als zielführend.

Zudem sind die Gesetze im Bereich Klima und Umwelt in anderen Teilen der Welt womöglich nicht so streng und konkret definiert wie in Europa. Daher kann es für ein Unternehmen schwerer sein, genau zu zeigen, wie umweltfreundlich ihre Produktion vonstattengeht.

Für das Marketing und die Transparenz gegenüber den Verbrauchern ist dies ein großer Malus. Dies gilt gerade aufgrund des Umstandes, dass die Themen Umwelt- und Klimaschutz für die Bürger eine große Bedeutung haben. Unternehmen, die hier nicht am Zahn der Zeit agieren, haben womöglich wirtschaftliche Nachteile gegenüber besonders umwelt- und klimabewusster Konkurrenz.

Allmählich verringerte globale Lohnkosteneffekte

Weiterhin geht ein wichtiges Argument für das Outsourcing in andere Länder immer mehr verloren: Die finanzielle Ersparnis. In früheren Jahrzehnten waren die Lohnkosten in der Welt deutlich unterschiedlicher.

Aufgrund des steigenden Lebensstandards in vielen Ländern steigen die Personalkosten. So sind in einigen Ländern, in denen viel Outsourcing aus dem europäischen Raum sowie aus den USA stattfand, Lohnzuwächse zu beobachten.

Noch gibt es zwar Unterschiede, es ist aber davon auszugehen, dass sich der Trend der geringeren globalen Lohnunterschiede mit der Fortentwicklung diverser Länder fortsetzen wird. Ab einem bestimmten Punkt muss dann, wenn die weiteren Kosten wie die Logistik miteinbezogen werden, die Rentabilität des Offshorings infrage gestellt werden.

Enorme Entwicklungsschübe in der Robotik

Ein weiterer Umstand, der für das Reshoring spricht und es erleichtert, sind die umfangreichen Entwicklungen, die es in er Robotik mittlerweile gibt. Die Herstellungsprozesse automatisieren sich zunehmend.

Hierbei spielt außerdem die KI eine Rolle, die Technologie wird selbstständiger und lernfähig. Roboter-Technik ist mittlerweile in der Lage, anspruchsvollere Aufgaben in der Industrie zu übernehmen, für die vor einigen Jahren noch Personal benötigt worden wäre.

Zusätzlich wird die Robotik immer mobiler. Autonome mobile Roboter steigern die Flexibilität bei der Produktion. Experten gehen davon aus, dass diese Modelle das herkömmliche Fließband zunehmend ersetzen können.

Aus alledem ergibt sich neben der Präzision ein wichtiger Vorteil: Die Einsparung von Personalkosten. Wo Maschinen vieles selbst erledigen, werden weniger Mitarbeiter benötigt. Ähnlich wie durch die Verringerung der globalen Lohnkosten fällt daher mit den Ausgaben, die sich durch die Robotik im Heimatland sparen lassen, ein wichtiger Grund für das Offshoring weg.

Deutlich sichtbare Verwundbarkeit globaler Ketten

Dass lange Lieferketten einige Nachteile mit sich bringen, ist bereits angeklungen. Allerdings gibt es weitere Punkte, die diesbezüglich über die bereits genannten Alltagsfaktoren hinausgehen.

In der letzten Zeit wurde immer deutlicher, wie verwundbar die globale Logistik ist. Vor allem die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schnell große Hindernisse beim internationalen Transport auftreten können.

In einigen Phasen und Branchen standen die Lieferketten sogar vollständig still. Dies führte dazu, dass es bezüglich entsprechender Produkte einen Mangel gab. Gleichzeitig konnten die Firmen in diesen Sektoren in logischer Konsequenz phasenweise kaum oder keine Umsätze erwirtschaften.

Ein weiteres Beispiel für Lieferprobleme mit Konsequenzen für die Wirtschaft in verschiedenen Bereichen bot die Havarie im Suezkanal im März 2021. Tagelang konnte das Schiff „Ever Given“ nicht befreit werden und blockierte eine wichtige Handelsstraße. Die Folgen solcher Situationen können ebenfalls Lieferengpässe sowie hohe Einbußen sein.

Anhand dieser Umstände wird einmal mehr deutlich, wie vorteilhaft kurz Lieferketten sind. Je kürzer der Weg, desto geringer das Risiko, durch solche oder ähnliche Ereignisse beeinflusst zu werden. Zudem spielen im Bezug auf eine Pandemie die Entwicklungen und Entscheidungen bzw. Einschränkungen in anderen Ländern keine Rolle, wenn nur im Inland produziert wird.

Reshoring in der Praxis: Zurückholen, was vielleicht noch nie hier war

So viel zu den guten Gründen für das Reshoring. Wie aber wird es in der Praxis umgesetzt? Firmen, die ein Reshoring vorhaben, sollten von Anfang an alle wichtigen Aspekte bei ihrer Planung berücksichtigen als auch strukturiert vorgehen.

Bewusstsein über Folgen sowie positive und negative Aspekte

Dabei ist zunächst wichtig, sich alle Konsequenzen sowie die positiven und negativen Aspekte eines solchen Vorgehens bewusst zu machen. Dies gilt in besonderem Maße, da das Reshoring eine große und einschneidende Veränderung ist, die nicht von heute auf morgen ohne sinnvolle Planung stattfinden kann. Daher sollte überlegt werden, wo Probleme auftauchen können und was diese für das Unternehmen bedeuten.

In diesem Rahmen sollte bedacht werden, dass das Reshoring in einigen Fällen nicht wie ein einfacher Wandel, sondern eher wie eine Neugründung behandelt werden muss und entsprechenden Aufwand benötigt. Dies gilt vor allem dann, wenn eine Firma seit langer Zeit im Ausland produziert hat oder sogar mit diesem Geschäftsmodell gestartet ist.

In letzterem Fall bestehen keinerlei Erfahrungen in der Inlandsproduktion. Diese müssen erst mühsam gesammelt werden. Das Abweichen von eingespielten Abläufen kann ein echter Nachteil sein, der bedacht werden sollte. Die Veränderungen bringen vermutlich phasenweise Einbußen mit sich, da sich große Teile der Firma vorwiegend auf die Umsetzung dieser Schritte konzentrieren.

Analyse der offenen und versteckten Kosten

Hinzu kommt, dass alle Kosten vor der Entscheidung für das Reshoring analysiert werden müssen. Dazu gehören unter anderem:

• Personalkosten
• Steuern
• Investitionen in den neuen Standort

Zu Beginn sollte überdacht werden, ob in der jeweiligen Branche zum Beispiel durch Robotik Personalkosten in einem Maße eingespart werden können, dass sich das Reshoring lohnt. Alternativ können höhere Personalkosten rentabel sein, wenn dadurch Risiken bei den Lieferketten wegfallen und mehr Flexibilität entsteht, die für höhere Gewinne sorgt.

Die Frage der Steuern und Abgaben, die die Firma zu leisten hat, kann beim Kostenfaktor ebenfalls eine große Rolle spielen. Womöglich waren diese bei der Produktion im Ausland um einiges günstiger. Machen sie die potenziellen Vorteile eines Reshorings also zunichte?

Obendrein erfordert der Aufbau des neuen Standorts im Heimatland eine nicht zu vernachlässigende Investition. Dies ist unter anderem beim Ankauf einer passenden Immobilie der Fall. Wie lang dauert es also, bis diese ausgeglichen werden kann?

Natürlich sind dies nur einige Ausgaben, die bedacht werden sollten. Es muss darauf geachtet werden, alle im jeweils individuellen Fall offenen und versteckten Kosten vollumfänglich zu erfassen und den potenziellen wirtschaftlichen Vorteilen gegenüberzustellen.

Sämtliche administrative Prozesse hierzulande fertigstellen

Des Weiteren sollten vor einer konkreten Veränderung zunächst alle administrativen Prozesse, die hierfür nötig sind, in die Wege geleitet und abgeschlossen werden. So entsteht eine Basis für einen möglichst reibungslosen Übergang.

Dazu gehört unter anderem die Planung verschiedener Abteilungen und der entsprechenden Zusammenarbeit. Überdies muss hierfür kompetentes und passendes Personal gefunden werden.

Außerdem muss eine Rechtsform gewählt und als Firma angemeldet werden. Zusätzlich ist es sinnvoll, bereits erste regionale Strukturen bezüglich Logistik und Ähnlichem zu schaffen.

Hierzu gehört gleichzeitig die Wahl einer passenden Location und Immobilie für die Produktion. Überdies sollten Partner und Zulieferer akquiriert werden. Womöglich gibt es je nach Branche weitere Aspekte, die vor einem Umzug auf die Beine gestellt werden sollten.

Die praktische Verlagerung in die Wege leiten

Wenn alle diese Punkte erfüllt sind, kann die praktische Verlagerung des Standortes beginnen. Diese bezieht sich zum einen auf das Personal. Die Mitarbeiter sollten rechtzeitig informiert werden, wenn ihre Arbeit am Heimatstandort beginnt. So können sie sich sinnvoll organisieren und zum Beispiel um eine private Bleibe kümmern.

Darüber hinaus müssen die Maschinen für die Produktion in das Heimatland verlagert werden. Oft sind diese aufgrund der hochmodernen Technik äußerst sensibel. Daher muss einiges berücksichtigt werden, um Schäden und somit finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Um zudem die Ausfallzeiten der Maschinen möglichst gering zu halten, ist es für einen effizienten und sicheren Standortwechsel sinnvoll, entsprechende Experten hinzuziehen. Bei jedem Schritt wird detailliert darauf geachtet, dass die Maschinen keinen Schaden nehmen und schnell wieder einsatzbereit sind.

Nicht nur an Robotik denken

Das Thema der Robotik kann zwar ein wichtiges Argument für das Reshoring sein. Allerdings sollten bei der Frage des Umfanges der Nutzung weitere Faktoren bedacht werden. Dazu gehören der Wert und die Bedeutung einer Firma für den hiesigen Arbeitsmarkt. Unternehmen übernehmen im besten Fall diesbezüglich eine gewisse soziale Verantwortung.

Daher sollte darauf geachtet werden, im Rahmen des Reshorings nicht zu viele Stellen abzubauen. In vielen Bereichen eines Unternehmens haben Mitarbeiter im Arbeitsalltag einen hohen Wert, der die Firma voranbringt.

Dieser sollte nicht unterschätzt werden. So kann durch junges Personal frischer Wind in das Unternehmen kommen. Ältere Mitarbeiter wiederum haben aufgrund ihrer Erfahrung und bisherigen Leistungen eine wichtige Bedeutung.

Offensiv kommunizieren

Das Marketing hat eine hohe Bedeutung für den Erfolg jedes Unternehmens. Dies gilt gleichermaßen im Bereich des Reshorings. Hier sollten die verschiedenen positiven Effekte für die (potenziellen) Kunden deutlich nach außen kommuniziert werden, um daraus möglichst umfangreich Vorteile zu ziehen. Teil einer solchen Kampagne können verschiedene Aspekte sein, unter anderem:

• schnellere Lieferzeiten und höhere Effizienz
• ein hohes Umweltbewusstsein der Firma
• Unterstützung der heimischen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes vor Ort

Durch eine höhere Effizienz und kürzere Lieferzeiten können die Kunden profitieren, was die Attraktivität der Firma und ihrer Produkte erhöht. Die positiven Effekte des Reshorings können für die Umwelt bezüglich der Erzeugnisse und der Transportwege in das Marketing miteinfließen.

Vor allem, da immer mehr Verbraucher auf diesen Faktor wertlegen, kann dies womöglich zu höheren Umsätzen führen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, die Werbung nicht zu übertreiben und nur Fakten darzulegen. Ansonsten besteht die Gefahr, Greenwashing zu betreiben.

Laut einer Studie ist dies in der EU bei entsprechender Werbung verbreitet, dabei werden oftmals gleichzeitig gewisse Verbraucherschutzvorschriften missachtet. Schlussendlich spielt der Faktor der Unterstützung der heimischen Wirtschaft für einige Kunden bei ihrer Kaufentscheidung sicherlich ebenfalls eine Rolle.

Nicht vor Anlaufschwierigkeiten zurückweichen

Gerade in der ersten Zeit kann es aufgrund des einschneidenden Wandels zu einigen Problemen kommen. Solche Umstände sind normal, gerade wenn das Reshoring viele Charakteristika einer Neugründung beinhaltet.

Die Startschwierigkeiten sollten bei der Firmenleitung daher nicht für eine übermäßige Unruhe sorgen und zu überhasteten Korrekturentscheidungen führen. Vielmehr ist es sinnvoll, dem Anlaufen der Geschäfte nach der Veränderung etwas Zeit einzuräumen.

Zusammenfassung und Fazit

Ganz gleich, ob es China ist, wo der Ideendiebstahl immer dreistere Züge annimmt, ob es andere Nationen sind, die längst nicht mehr so günstige Produktionsbedingungen bieten wie noch vor zehn Jahren, oder ob es Verbraucher sind, die neuerdings deutlich mehr wünschen als nur niedrige Preise: Überall auf der Welt legt die einst so gefeierte Globalisierung der Produktion den Rückwärtsgang ein. Das mag vielleicht noch aktuell unkalkulierbare politische Auswirkungen haben; für die allermeisten Unternehmen ist es jedoch zunächst ein folgerichtiger Schritt.

Doch auch wenn es viele gute Gründe für das Reshoring gibt, so sollte es in der Praxis keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Denn viele Regionen Europas haben Jahrzehnte der Deindustrialisierung mitgemacht. Prozesse hierhin zu bringen, hat demnach oft nicht mehr den Charakter einer Rückverlagerung, sondern einer kompletten Neuansiedlung. Einfach ist dies keinesfalls, aber schon angesichts der zuletzt überdeutlich gewordenen Empfindlichkeit globaler Lieferketten ein wichtiger Schritt, um angesichts extremer Unwägbarkeiten handlungsfähig zu bleiben – was in Zukunft mitunter noch unschätzbar wertvoll werden könnte.

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