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Über den Erfolg entscheidet die Umsetzung im Team

Interview mit Linus Glaser, Country Manager DACH der Zalando SE

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Wirtschaftsforum: Herr Glaser, Sie sind selbst bereits seit 2011 Teil der Zalando-Familie und nun seit November 2017 neuer DACH-Chef. Was treibt Sie an, immer wieder neue Projekte zu starten und woher bekommen Sie die Energie?

Linus Glaser: Ein Stück weit sicher aus dem Job selbst. Ich hatte ja das Glück, bereits in einem ganz frühen Stadium der Unternehmensentwicklung von Zalando dabei zu sein und das hat mir sehr geholfen: Ich konnte mit dem Wachstum der Firma jede Menge lernen und bei vielen Aufgaben direkt mit anpacken. Als ich anfing, war Zalando ein klassischer Retailer mit etwa 2.000 Mitarbeitern, heute sind wir eine Onlineplattform für Mode mit mehr als 14.000 Mitarbeitern aus über 100 Nationen. Für mich ist es sehr motivierend, in einem solchen Umfeld zu arbeiten und gemeinsam mit meinem Team diese unglaubliche Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben. Darüber hinaus macht es mir grundsätzlich Spaß, innovative Ideen voranzutreiben und dadurch auch an der allgemeinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung teilzuhaben.

Wirtschaftsforum: Was war für Sie die erste „Initialzündung“, Ihr persönlicher Antrieb für Ihre Tätigkeit in der E-Commerce-Branche?

Linus Glaser: Die E-Commerce-Branche ist sehr spannend, weil sich die Kundenwünsche, aber auch die technischen Möglichkeiten wahnsinnig schnell ändern. Mein Einstieg war trotzdem ein bisschen dem Zufall geschuldet: Ein Studienkollege, der damals schon bei Zalando arbeitete und heute noch dabei ist, hat mich angeworben. Ich habe damals in Barcelona gelebt und war in der Stadt auch wirklich glücklich. Letztendlich hat mich seine Begeisterung aber angesteckt: Er war davon überzeugt, dass Zalando ein riesiger Erfolg werden würde - und er hat recht behalten.

Wirtschaftsforum: Aufgrund Ihre jahrelangen Erfahrungen im Business: Welchen Tipp würden Sie Unternehmern, Führungskräften oder Neugründern an die Hand geben, um Ihre Geschäftsidee erfolgreich zu verfolgen?

Linus Glaser: Worauf es wirklich ankommt, ist aus meiner Sicht das Team. Natürlich braucht man fürs Gründen oder ein neues Projekt auch eine gute Idee. Über den Erfolg entscheidet aber letztendlich die Umsetzung und dafür braucht man das richtige Team: Am wichtigsten ist dabei, dass man ihm vertraut, Fachwissen spielt weniger eine Rolle. Gerade bei Neugründungen sind es daher oft bestehende Freunde oder Bekannte, die dafür in Frage kommen. Das hat auch bei Zalando sehr gut funktioniert. Unsere drei Vorstände kennen sich schon seit dem Studium.

Wirtschaftsforum: Kaum ein Unternehmen wächst so schnell wie Zalando SE – und dies in allen Bereichen: im Onlinehandel, bei Eigenmarken, mit dem eigenen Shopping-Club Zalando Lounge sowie der Stil-Beratung Zalon und vielem mehr. Auf welche Projekte liegt in 2018 der Fokus bei Zalando für den DACH-Bereich?

Linus Glaser: Wir möchten unsere Kunden inspirieren und ihnen das bestmögliche Einkaufserlebnis bieten, dazu gehört auch ein umfangreiches und aktuelles Sortiment. Eines der wichtigsten Projekte bleibt daher die Erweiterung des Angebots, unter anderem über das Partnerprogramm. Daraus ergibt sich auch gleich die zweite große Herausforderung: Wie können wir bei einem immer größer werdenden Angebot im Zalando Fashion Store – derzeit sind das etwa 250.000 Artikel – sicherstellen, dass unsere Kunden für sie relevante Produkte und Services finden? Derzeit arbeiten etwa 600 Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Bereichen daran, das Kundenerlebnis im Zalando Fashion Store noch stärker zu personalisieren. Das Ziel für die nächsten 18 Monate ist es, 22 Millionen Shops für 22 Millionen Kunden zu schaffen. Diese Projekte beschäftigen uns in allen Märkten, natürlich auch der DACH-Region.

Wirtschaftsforum: Ende 2018 wird das neue Headquarter seine Tore in Berlin Friedrichshain als neue Unternehmenszentrale öffnen. Was erwarten beziehungsweise erhoffen Sie sich persönlich vom neuen Headquarter?

Linus Glaser: Ich bin sehr gespannt auf das neue Headquarter. Wir haben Mitte Januar das Richtfest gefeiert, und es ist spannend zu sehen, wie schnell es auf der Baustelle vorangeht. Der Bürokomplex wird zukünftig Platz für 2.700 Mitarbeiter bieten und unter anderem über eine 400 m² große Dachterrasse, Sportmöglichkeiten, einen Food Court und eine Kindertagesstätte verfügen. Das neue Headquarter ist Teil des „Zalando Campus“, der aus verschiedenen Büroflächen in Friedrichshain-Kreuzberg bestehen wird. Damit möchten wir unsere derzeit rund 6.000 Mitarbeiter in Berlin räumlich wieder näher zusammenbringen. Zum Campus gehört zum Beispiel auch unser aktuelles Headquarter in der Tamara-Danz-Straße sowie ein weiteres Büro in der Mühlenstraße, das wir bereits 2017 beziehen konnten. Schon jetzt merke ich, welche Vorteile die räumliche Nähe insbesondere für den Austausch untereinander bringt. Ich denke, dass sich das mit der Eröffnung der neuen Büros noch intensivieren wird.

Wirtschaftsforum: Eine persönliche Frage zum Schluss: Heutzutage lässt sich aufgrund der rasanten Entwicklung im E-Commerce so ziemlich alles für den täglichen Bedarf „online“ bestellen. Gehen Sie persönlich überhaupt selbst noch „offline“ einkaufen?

Linus Glaser: Durchaus, aber es kommt auch ein bisschen darauf an, wie viel Zeit ich habe. Möbel und Einrichtungsgegenstände kaufe ich zum Beispiel nach wie vor gern offline ein. Bei Kleidung ist das anders, da bestelle ich den Großteil online, natürlich auch bei Zalando. Am Wochenende oder im Urlaub gehe ich aber auch mal ganz klassisch in Geschäfte, am liebsten in die Boutiquen in meiner Nachbarschaft. Beides hat eben seine Vorteile. Das ist übrigens auch etwas, woran Zalando arbeitet: Über unser Integrated Commerce-Modell binden wir lokale Händler an unsere Plattform an. Letztendlich geht es nicht um online oder offline, sondern darum, die Stärken beider Modelle miteinander zu verbinden.

Interview: Andreas Detert | Fotos: Zalando

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