„Unsere Innovationskraft soll unsere Kunden erfolgreich machen!“

Interview mit Andy Nagy, COO der Turbodynamics GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Nagy, Turbodynamics sieht sich als treibende Kraft im Automatic-Test-Equipment-Segment in der Halbleiterindustrie. Mit welchem Leistungsspektrum bewegen Sie sich konkret im Markt?

Andy Nagy: Einen wichtigen Kern unseres Produktportfolios machen Dockings und Docking-Interface-Produkte aus, die benötigt werden, wenn etwa beim Wafertest oder bei der finalen Prüfung das jeweilige Produkt mit der Testvorrichtung verheiratet wird. Dazu muss der Hochleistungsrechner, der den entsprechenden elektrischen Test durchführt, exakt über dem Prober positioniert werden, damit anschließend der Wafer an die Kontaktstellen geführt werden kann. Mit entsprechenden Docking-Lösungen sowie Manipulatoren, die bei der Führung dieser komplexen Anlagen unterstützen, ist unser Unternehmen groß geworden. Hier sind uns in den letzten Jahren zudem bedeutende Innovationen gelungen. Denn während die Testköpfe früher wassergekühlt und stationär ausgelegt waren, sind sie heute luftgekühlt und mobiler, was ein viel höheres Maß an Flexibilität und Ergonomie ermöglicht.

Deshalb haben wir unsere Manipulatoren auch mit Rollen versehen – so kann man heute auch das Automatic Test Equipment zu den Probern und Testvorrichtungen bringen und muss nicht mehr wie früher zwangsläufig den umgekehrten Weg gehen.

Wirtschaftsforum: Inzwischen hat sich Ihr Produktportfolio aber noch deutlich erweitert.

Andy Nagy: Mittlerweile bieten wir auch sogenannte Probe-Card-Storage-Vorrichtungen und Trolleys an, wobei es sich im Grunde um Automatisierungstechnik zum Handling der oftmals mehrere Dutzend Kilogramm schweren Probe Cards und Testboards handelt, worin wir ein sehr zukunftsweisendes Geschäftsfeld sehen. Hierzu haben wir eine entsprechende Robotertechnik entwickelt, bei der die Bediener die Probe Card Trolleys manipulieren können. Am Prober oder Final Test Handler werden dann die entsprechenden Probe Cards angenommen und vollautomatisiert oder manuell zum Probe Card Storage verbracht. Derzeit können wir als einziger Marktteilnehmer ein Gesamtkonzept von der Entnahmeapparatur bis zum vollautomatisierten Trolley und Storage anbieten, wo Roboter dann die Probe Card einlagern.

Wirtschaftsforum: Mit Ihren Handler Conversion Kits engagieren Sie sich noch in einem weiteren Produktfeld.

Andy Nagy: Hierbei handelt es sich derzeit noch um unser kleinstes Geschäftssegment, das jedoch ein besonders starkes Wachstum erfährt und in dessen Rahmen wir als Second-Source-Anbieter im Wettbewerb mit den großen OEMs stehen.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie dabei die allgemeine Marktpositionierung von Turbodynamics beschreiben?

Andy Nagy: Unsere Haltung wird schon aus unserem Leitspruch deutlich: „Our Innovation is your Success.“ Wir haben den Anspruch, als Technologieführer aufzutreten, und könnten uns im Markt gar nicht anders behaupten. Wir erleben immer wieder, wie unsere Konkurrenten uns kopieren, und müssen schon allein aus diesem Grund mit unseren Ideen und Innovationen immer mehrere Schritte voraus bleiben. Deshalb haben wir die Herausforderungen unserer Kunden stets genau im Blick und versuchen, hierfür zielgerichtete Lösungen zu entwickeln. Uns ist klar, dass wir bisweilen nicht die billigsten Produkte anbieten. Stattdessen setzen wir ganz bewusst auf Präzision und Qualität „made in Germany“, was von unseren Kunden nachdrücklich honoriert wird. Das entspricht schließlich auch einer betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit: Denn bei einer weniger präzisen Anlage als einem Produkt von Turbodynamics besteht die Gefahr, dass die Ausrichtung beim Testverfahren nicht ausreichend exakt erfolgt, sodass kostspielige Yield-Ausfälle entstehen – nur weil man bei einem vergleichsweise kostengünstigen Interface-Produkt an der falschen Stelle sparen wollte.

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