Edel. Stahl. Rohr!

Interview mit Dr. Michael Koch, Geschäftsführer der TPS-Technitube Röhrenwerke GmbH

Gegründet wurde die TPS, die ein Unternehmen der LEPPER Stiftung ist, 1975 durch den Unternehmer Peter Lepper. „Herr Lepper ist in der Gruppe noch aktiv, wenn auch weniger bei der TPS als in anderen Unternehmensbereichen, wo er die Dinge vorantreibt“, erzählt Geschäftsführer Dr. Michael Koch. „Er sprüht vor Kreativität und generiert ständig neue Produktideen. So stellen andere Unternehmen innerhalb der Firmengruppe (Techniropa Holding GmbH) beispielsweise hochwertige E-Bikes, Unterhaltungselektronik oder auch Wallboxen her.“

Große Produktvielfalt und viel unternehmerische Freiheit

Michael Koch ist erst seit 2,5 Jahren bei TPS, aber ein ʻUrgesteinʼ in seinem Beruf: „Nach dem Studium der Metallurgie und Werkstofftechnik habe ich mein ganzes Berufsleben in der Rohrindustrie verbracht“, erzählt er. So arbeitete er über viele Jahre an verschiedenen Standorten und in unterschiedlichen Funktionen für einen deutschen Hersteller nahtloser Rohre.

„Die TPS kannte ich insofern schon lange, denn das Unternehmen, bei dem ich beschäftigt war, belieferte die TPS mit Rohren“, beschreibt Michael Koch. An der TPS reizte ihn besonders die große Produktvielfalt: „Dass ein Unternehmen in seinem Bereich so viele Produkttypen für unterschiedlichste Anwendungen und Industrien hervorbringt, findet man sehr selten“, sagt er.

Das Portfolio der TPS umfasst Rohre für verschiedenste Anwendungen in einer Vielzahl von Industrien: von der Öl- und Gasförderung, Petrochemie und Düngemittelindustrie, dem Rohrleitungs-, Behälter-, Apparate-, Anlagen- und Maschinenbau über den Bergbau, die stahlverarbeitende Industrie und die Halbleiterindustrie bis hin zur Solarenergie und Automobilindustrie.

„Dieses breite Produktspektrum ist erstens eine wunderbare Herausforderung, gerade in schwierigen Zeiten und unterschiedlichen Märkten“, sagt der Geschäftsführer. „Zweitens ist der unternehmerische Spielraum dadurch sehr groß: Man muss viele Entscheidungen treffen und kann viele Dinge bewegen.“

Sicher verbunden

Da die von TPS produzierten und verarbeiteten Rohre je nach Verwendungszweck extremen Belastungen und Drücken standhalten müssen, ist bei TPS neben den Rohren selbst auch die entsprechende Rohrverbindungstechnologie ein wichtiges Thema – vor allem dort, wo man an die Rohre nicht mehr herankommt, weil sie unterirdisch verlegt sind.

„Gerade bei solchen kritischen Anwendungen im Bereich Ölförderung, Geothermie oder CO2-Abscheidung ist eine sichere Verbindung essenziell“, so der Geschäftsführer. „Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel lassen sich Rohre mittels einer Gewindemuffe miteinander verbinden. Das klingt einfach, ist es aber nicht, denn die beispielsweise auf Ölfeldrohren lastenden Drücke sind enorm. Deshalb sind die an solche Gewinderohre gestellten Anforderungen sehr hoch. Wir haben Verbindungstechnologien entwickelt, die sich so gut bewährt haben, dass unsere Rohre inzwischen weltweit eingesetzt werden – etwa in den USA oder im Mittleren Osten.“

Den Großen die Stirn bieten

Am weltweiten Markt behauptet sich TPS trotz seiner vergleichsweise geringen Größe von 200 Mitarbeitern gut: 50 bis 60% der Produkte gehen in den Export. „Natürlich gibt es die ganz großen Anbieter, die etwa im Bereich Ölfeldrohre das 10-fache an Produktionsumfang liefern können wie wir“, verdeutlicht Michael Koch. „Aufträge mit sehr großen Volumen gehen insofern eher an solche großen Wettbewerber.“

Bei kleineren Aufträgen hat dagegen oft TPS die Nase vorn, denn das Unternehmen ist für sein breites Portfolio und umfassendes Know-how in seiner Branche weithin bekannt. „Unser Vorteil ist ein durch unsere große Produktvielfalt bedingtes, wirklich umfassendes Wissen rund um das Thema Stahlrohre“, fasst der Geschäftsführer zusammen. „Wir können hervorragend beraten, sind schnell und flexibel, bestens vernetzt, bieten alles an Zubehörteilen, Sonderanfertigungen – alles in dieser Breite aus einer Hand anbieten zu können, ist unser großer Vorteil. Hinzu kommt unsere besondere Mentalität: Dem Kunden alles ermöglichen zu wollen und zu können. Wenn er etwas braucht, wenn er ein Problem hat: Wir sind da.“

Mehr zum Thema Kunststoff, Metall, Holz & Co.

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Interview mit Dr. Ronald Bernstein, Geschäftsführer der BERGI-PLAST GmbH

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Steigende Kosten, globaler Wettbewerbsdruck und der rasche technologische Wandel fordern die Kunststoffindustrie heraus. Die BERGI-PLAST GmbH aus Bad Gottleuba-Berggießhübel begegnet diesen Entwicklungen mit konsequenter Automatisierung, digitaler Weiterentwicklung und einem klaren…

Tradition trifft Innovation im Kiesgeschäft

Interview mit Caroline Held, Geschäftsführerin und Otto-Wilhelm Held, Geschäftsführer der Kändler-Held GmbH

Tradition trifft Innovation im Kiesgeschäft

Die Kändler-Held GmbH, ein traditionsreiches Unternehmen aus Petershagen, wird heute in 3. und 4. Generation von Otto-Wilhelm Held und seiner Tochter Caroline Held geleitet. Das Unternehmen hat sich als führender…

Mit Spezialwissen zum ­Erfolg

Interview mit Christian Brazda, Geschäftsführer der Flexitallic GmbH

Mit Spezialwissen zum ­Erfolg

Während viele Industrieunternehmen mit dem schwierigen Marktumfeld kämpfen, wächst Flexitallic Deutschland Jahr für Jahr um mehr als 10%. Der Dichtungsspezialist aus Willich hat seinen Umsatz seit 2018 von 2,8 auf…

Spannendes aus der Region Landkreis Vulkaneifel

Strategien im E-Commerce

Interview mit Waldemar Derksen, Geschäftsführer der Albatros International GmbH

Strategien im E-Commerce

Der E-Commerce ist von permanentem Wandel geprägt: Plattformen verändern ihre Bedeutung, Konsumverhalten schwankt, technologische Entwicklungen beschleunigen Prozesse. Die Albatros International GmbH ist ein eigenmarkengetriebenes E-Commerce-Unternehmen, das sich seit über 20…

Fenster und Türen made in Germany

Interview mit Sylvia Meeth-Kainz, Geschäftsführerin der Josef Meeth Fensterfabrik GmbH & Co. KG

Fenster und Türen made in Germany

Fenster und Türen sind mehr als bloße Öffnungen in unseren Häusern – sie sind die Schnittstelle zwischen Innen und Außen, verbinden Räume mit der Welt da draußen und beeinflussen maßgeblich…

„Wir wollten uns der massiven KI-Disruption stellen!“

Interview mit Marcel Dütscher, Head of Innovation der JAM Software GmbH

„Wir wollten uns der massiven KI-Disruption stellen!“

JAM Software war bisher vor allem als Anbieter von Standard-Softwarelösungen bekannt – ein Geschäftsmodell, das aufgrund der KI-Revolution einer massiven Disruption unterliegt. Um auch auf Jahrzehnte hinaus seine Wettbewerbsfähigkeit zu…

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn Edelstahl auf Zukunftsfragen trifft

Interview mit Lars Schoch, Geschäftsführer der Schoch Edelstahl GmbH

Wenn Edelstahl auf Zukunftsfragen trifft

Die deutsche Industrie steht vor gewaltigen Herausforderungen: Globalisierung, Digitalisierung und disruptive Technologien verändern jahrhundertealte Geschäftsmodelle. Wie ein mittelständisches Unternehmen aus dem Schwarzwald diesen Wandel aktiv gestaltet, erklärt Lars Schoch, geschäftsführender…

Maschinen bauen Teile – Technologie baut Zukunft

Interview mit Ivan Filisetti, CEO UNITED MACHINING

Maschinen bauen Teile – Technologie baut Zukunft

Maschinenbau im Wandel: Die GF Machining Solutions Management SA im schweizerischen Biel positioniert sich als UNITED MACHINING nach dem Übergang in die UNITED MACHINING SOLUTIONS Gruppe als eigenständiger Hightech-Partner für…

Formvollendet

Interview mit Rainer Schenk, Geschäftsführer der FBR Facondrehteile GmbH

Formvollendet

Seit über 40 Jahren bringt die FBR Facondrehteile GmbH aus Kirchhaslach in Schwaben Metall in die richtige Form. Was bescheiden in einem Keller begann, ist heute ein international agierendes Unternehmen,…

TOP