Mit Know-how und KI: Software für den Kreditprozess

Interview mit Thomas Jansen, Vorstand der SUBITO AG

Wirtschaftsforum: Herr Jansen, das Kerngeschäft der SUBITO AG sind Softwarelösungen für die Finanzindustrie. Wie sieht Ihr Portfolio im Einzelnen aus?

Thomas Jansen: Wir haben drei Geschäftsbereiche: Der erste umfasst Softwarelösungen zur Unterstützung von Kreditprozessen in Banken und bei Finanzdienstleistern. Das bedeutet, unsere Lösungen unterstützen den gesamten Kreditprozess von A bis Z, von der Vermittlung und Vergabe über die gesamte Laufzeit und auch bei der Bearbeitung von Krediten mit Zahlungsstörungen (Problemkrediten). Seit unserer Gründung vor 34 Jahren arbeiten wir in diesem Bereich. Unser zweiter Geschäftsbereich hat sich aus dem ersten entwickelt und umfasst Software für das Forderungsmanagement, die universell in allen Branchen einsetzbar ist, um Forderungen mit gestörtem Zahlungsfluss bearbeiten zu können. Auch hier wird der gesamte Prozess unterstützt, vom Mahnungsprozess bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Schuldnern. Das Kundenspektrum reicht hier von der Energieversorgung über den öffentlichen Bereich und Kunden aus der Industrie bis hin zu Inkassounternehmen. Der dritte Bereich besteht im Consulting: Wir stellen unseren Kunden unsere Expertise im IT-Umfeld im Rahmen eines Consulting-Ansatzes zur Verfügung.

Wirtschaftsforum: Wie automatisiert läuft beispielsweise eine Kreditvergabe ab? Übernimmt die Software alle Entscheidungsprozesse, oder sind in letzter Instanz dabei noch Menschen eingebunden?

Thomas Jansen: Das kommt darauf an, in welchem Segment eine Kreditvergabe stattfindet. Klassische Konsumentenkredite sind in der Regel hoch automatisiert, etwa wenn ein Kunde etwas im Internet auf Kredit kauft. Da sind dann schon entsprechende Schnittstellen, etwa zur Schufa, eingebunden. Auch das Baufinanzierungsgeschäft lässt sich bereits hoch automatisiert abwickeln. Anders sieht es dagegen im Firmenkundengeschäft aus, wo es um individuelle Finanzierungen geht, die zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber besprochen werden müssen. Hier ist der Automatisierungsgrad entsprechend noch nicht so hoch, obwohl ich sicher bin, dass sich das mit zunehmender Steigerung der Möglichkeiten künstlicher Intelligenz auch noch ändern wird.

Wirtschaftsforum: Welche Themen stehen auf der Agenda von SUBITO?

Thomas Jansen: Aktuell arbeiten wir daran, unsere Software noch Workflow-basierter zu machen, um die Automatisierung in noch höherem Umfang zu unterstützen und unseren Kunden damit eine noch größere Flexibilität zu ermöglichen. Auch KI ist natürlich ein Thema. Wir gehören zur FINNOFLEET-Unternehmensgruppe und haben dort ein KI-Lab. Für uns stellt sich jetzt die Frage, wie wir die dort entstehenden Dinge und das Know-how, das wir dabei gewinnen, in unsere Software integrieren. Gerade im Forderungsmanagement ist der Einsatz von KI vielversprechend, wo es um den günstigsten Zeitpunkt und die beste Art und Weise geht, den jeweiligen Schuldner anzusprechen.

Wirtschaftsforum: Zum Schluss eine persönliche Frage, Herr Jansen: Was ist in Ihrem Beruf Ihr persönlicher Antrieb?

Thomas Jansen: Ich möchte für unsere Kunden und unsere Mitarbeitenden erreichen, dass es immer vorangeht, dass es eine positive Entwicklung gibt. Ich arbeite sehr gern mit Menschen zusammen, sowohl in der Firma als auch mit den Kunden – auch das ist etwas, das mich antreibt. Seit 2021 gehören wir zu FINNOFLEET und es spornt mich sehr an, meinen Beitrag zu leisten, um die Unternehmensgruppe für den DACH-Raum aufzubauen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Finanzen

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Interview mit Alina Nauen, Geschäftsführerin der torq.partners Finance GmbH

„Wir wollen unternehmerische Handlungsfähigkeit sichern!“

Sowohl Start-ups als auch mittelständische Unternehmen benötigen bei der Erschließung neuer Kapitalquellen, etwa durch Venture Capital-Investoren, oftmals Unterstützung bei der Professionalisierung ihrer Finance-Strukturen: An dieser Stelle kann torq.partners auf jahrelange…

„Wir wollen mit dem Kunden  verdienen, nicht an ihm!“

Interview mit Jörg Wiechmann, Vorstandsvorsitzender der TOP Vermögensverwaltung AG

„Wir wollen mit dem Kunden verdienen, nicht an ihm!“

Seit über 30 Jahren steht die TOP Vermögensverwaltung mit ihren drei Aktien- und Anleihefonds für ein nachhaltiges, aktives Asset Management. Ziel: den Anlegern insbesondere in Krisenzeiten ein sicheres Gefühl geben.…

Garantie mit System

Interview mit Rainer Doerr, Geschäftsführer der mobile GARANTIE Deutschland GmbH

Garantie mit System

Steigende Reparaturkosten, neue Antriebstechnologien und wachsende Dokumentationspflichten verändern den Fahrzeugmarkt – und damit auch die Anforderungen an Garantielösungen. Händler und Flottenbetreiber brauchen Angebote, die verständlich sind, schnell greifen und wirtschaftlich…

Spannendes aus der Region Kreis Groß-Gerau

Stadtplanung im Auftrag der Zukunft

Interview mit Jan Nicolin, Dipl. Ing. Architekt und Geschäftsführer der Stadtbauplan GmbH

Stadtplanung im Auftrag der Zukunft

Wenn in deutschen Städten gebaut wird, dann oft mit einem Blick in die Zukunft – strukturiert, komplex und politisch. Gerade im öffentlichen Hochbau und in der Stadtentwicklung stehen Kommunen heute…

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Interview mit Dirk Möller, Vice President der Produktgruppe Sensoren der Hottinger Brüel & Kjær A/S

Intelligente Sensoren: Der Schlüssel zur Effizienz in der Industrie

Hottinger Brüel & Kjær A/S ist nicht nur ein führendes Unternehmen im Bereich der Messtechnik, sondern auch ein innovativer Partner, der seinen Kunden hilft, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.…

Anders denken und überzeugen

Interview mit Anke Tennigkeit, Vorstand der innovIT AG

Anders denken und überzeugen

Die Bedeutung von Rechenzen­tren wächst kontinuierlich, da sie die Grundlage für digitale Infrastrukturen und datengetriebene Anwendungen bilden. Besonders modulare Rechenzentren, die eine flexible, skalierbare und schnelle Bereitstellung von IT-Kapazitäten ermöglichen,…

Das könnte Sie auch interessieren

Transformation auf Augenhöhe

Interview mit Thomas Blöchl, CEO der T.CON GmbH & Co. KG

Transformation auf Augenhöhe

Wer die digitale Transformation in der produzierenden Industrie voranbringen will, braucht mehr als technologische Expertise. Gefragt sind Partner, die Prozesse verstehen, Veränderungen begleiten und Unternehmen langfristig durch den Wandel führen.…

Vom Handwerk zur vernetzten Kreativplattform

Interview mit Alexander Kuhn, General Manager der Brother Sewing Machines Europe GmbH

Vom Handwerk zur vernetzten Kreativplattform

Nähen ist längst mehr als Handarbeit – es ist ein Zusammenspiel aus Kreativität, Technologie und Community. Moderne Haushaltsnähmaschinen sind vernetzt, softwaregestützt und Teil wachsender digitaler Plattformen. Wie sich ein traditionsreiches…

Wissen, worauf es ankommt

Interview mit Timo Möller, Sales und Marketing ­Director Software Company AMIC® GmbH

Wissen, worauf es ankommt

Eine ausgereifte ERP‑Lösung wird für Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelindustrie immer wichtiger. Von der Rohstoffbeschaffung über Produktion und Lagerhaltung bis hin zu Vertrieb und Rückverfolgbarkeit müssen zahlreiche Abläufe effizient koordiniert…

TOP