Digital denken, menschlich handeln

Interview mit Jaap Merkus, CEO der NetRom Software B.V.

Wirtschaftsforum: Herr Merkus, NetRom Software ist seit über 25 Jahren erfolgreich in der Softwareentwicklung tätig. Wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit entwickelt?

Jaap Merkus: NetRom wurde 1998 von Han in ’t Veld aus den Niederlanden und Mircea Negrila aus Rumänien gegründet. Damals bestand die Idee darin, der wachsenden Nachfrage nach qualifizierten Softwareentwicklern in Westeuropa zu begegnen. Der Name ‘NetRom’ steht für die Verbindung zwischen den Niederlanden und Rumänien – und diese Partnerschaft prägt uns bis heute. Was mit zwei Gründern begann, ist heute ein internationales Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern an vier Standorten. Besonders stolz sind wir auf unseren Campus in Craiova, der mehr ist als ein Arbeitsplatz: Dort fördern wir Talente, betreiben unsere eigene Academy und bieten unseren Ingenieurinnen und Ingenieuren eine inspirierende Umgebung mit Raum für Lernen, Sport und Austausch.

Wirtschaftsforum: Was macht NetRom heute aus – was unterscheidet Sie von anderen Softwareanbietern?

Jaap Merkus: Wir entwickeln maßgeschneiderte Softwarelösungen – für Kunden, die Wert auf Qualität, Kommunikation und langfristige Zusammenarbeit legen. Unsere Projekte entstehen in enger Partnerschaft mit Unternehmen, die entweder selbst Softwareprodukte vertreiben – sogenannte Independent Software Vendors – oder mit mittelgroßen und großen Firmen, die individuelle Software für ihre Geschäftsprozesse benötigen. Wir liefern keine Standardware, sondern Lösungen, die exakt zu den Anforderungen unserer Kunden passen. Dabei spielt unser Nearshore-Modell eine große Rolle: Unsere Teams in Rumänien arbeiten in der gleichen Zeitzone wie unsere Kunden in Westeuropa, kommunizieren auf Englisch und verstehen die Geschäftskultur. Das schafft Effizienz und Vertrauen. Unsere Teams sind technisch exzellent, aber was uns wirklich unterscheidet, ist der menschliche Ansatz. Wir hören zu, wir denken mit, wir arbeiten agil in kurzen Zyklen und passen uns flexibel an. Am Ende steht kein Produkt von der Stange, sondern ein digitales Werkzeug, das die Prozesse und Stärken unserer Kunden wirklich unterstützt.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie die Unternehmenskultur bei NetRom beschreiben?

Jaap Merkus: Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt – sowohl der Kunde als auch der Mitarbeiter. Unsere Philosophie lautet: „Employee first is Customer first.“ Wir wissen, dass engagierte und zufriedene Mitarbeitende der Schlüssel zu glücklichen Kunden sind. Deshalb investieren wir viel in Ausbildung, Weiterentwicklung und offene Kommunikation. Unsere Kultur ist geprägt von Teamgeist, Wissensaustausch und Leidenschaft für Technologie. Viele unserer Mitarbeitenden sind schon seit vielen Jahren im Unternehmen. Diese Kontinuität sorgt für Stabilität und Qualität – und unsere Kunden spüren das. Sie wissen, dass sie mit erfahrenen Teams zusammenarbeiten, die ihr Geschäft verstehen und über lange Zeit hinweg an ihrer Seite bleiben.

Wirtschaftsforum: Welche Themen treiben Sie aktuell besonders an?

Jaap Merkus: Zum einen wollen wir international weiterwachsen – insbesondere in Deutschland, wo wir großes Potenzial sehen. Bisher betreuen wir unsere deutschen Kunden von den Niederlanden aus, aber ein eigenes Vertriebsbüro ist in Planung. Zum anderen spielt das Thema künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Wir integrieren KI bereits in unsere eigenen Entwicklungsprozesse, um effizienter zu arbeiten, und helfen unseren Kunden, KI in ihre Produkte und Abläufe einzubauen. Das tun wir nicht erst seit gestern – unsere ersten KI-Projekte liegen über 15 Jahre zurück. Jetzt erleben wir eine enorme Beschleunigung, und wir sehen große Chancen darin, intelligente Technologien sinnvoll einzusetzen.

Wirtschaftsforum: Nachhaltigkeit ist ein weiteres wichtiges Thema unserer Zeit. Welche Rolle spielt sie bei NetRom?

Jaap Merkus: Wir sind ein Unternehmen von Menschen für Menschen, kein Produktionsbetrieb – und doch tragen wir Verantwortung. Auf unserem Campus in Rumänien setzen wir auf Photovoltaikanlagen, wir minimieren Abfall, optimieren Energieverbrauch und reisen bewusst nur, wenn es nötig ist. Aber Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch soziale Verantwortung: Diversität, Gleichberechtigung und respektvolles Miteinander sind feste Bestandteile unserer Unternehmenskultur. Wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden sich entwickeln können – fachlich und persönlich. Das ist für mich ebenso Teil nachhaltigen Handelns wie Umweltbewusstsein.

Wirtschaftsforum: Wenn Sie Net­Rom Software mit wenigen Worten zusammenfassen müssten – wie würden Sie Ihr Unternehmen beschreiben?

Jaap Merkus: NetRom ist ein Unternehmen, das Technologie mit Menschlichkeit verbindet. Wir sind Experten für individuelle Softwareentwicklung, aber gleichzeitig ein Partner, der zuhört, mitdenkt und langfristig an Lösungen arbeitet. Qualität, Kommunikation und Kontinuität sind für uns keine Schlagworte, sondern gelebte Werte. Unsere Vision ist es, international weiterzuwachsen, neue Märkte zu erschließen und gleichzeitig unsere Kultur zu bewahren – eine Kultur, in der Menschen mit Leidenschaft an Software arbeiten, die etwas bewegt.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Das Zertifikat ist nur die Kirsche auf der Torte!“

Interview mit Johannes Woit­hon, Gründer und Geschäftsführer von Ariadne

„Das Zertifikat ist nur die Kirsche auf der Torte!“

Organisationen brauchen einen roten Faden: Kein Name ist dabei so griffig wie Ariadne, unter dem die Qualitätsmanagementexperten von orgavision und Modell Aachen von nun an unter gemeinsamer Flagge segeln, um…

Flexibilität in der Nische

Interview mit Mirco Arndt, Geschäftsführer und Dr. Eduard Heyl, Geschäftsführer der Laborchemie Apolda GmbH

Flexibilität in der Nische

In einer Zeit, die von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten geprägt ist, gewinnt die Verfügbarkeit wirksamer Antidota zunehmend an Bedeutung. Im Katastrophenfall ermöglichen sie eine schnelle und gezielte Behandlung von…

Die Verbindung macht den Unterschied

Interview mit Martin Brück, Geschäftsführer der APT Advanced Polymer Tubing GmbH

Die Verbindung macht den Unterschied

Fluorpolymere sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken – ohne dass es uns bewusst ist. Ein bekanntes Beispiel sind Pfannen mit Teflon®-Beschichtung. Ihre besonderen Eigenschaften machen sie auch für industrielle Anwendungen…

Spannendes aus der Region Utrecht

Neue Kapazitäten für ökologische Brennstoffe der Zukunft

Interview mit Geert Arnoldussen, COO der Vesta Terminals B.V.

Neue Kapazitäten für ökologische Brennstoffe der Zukunft

Die Energiewende ist in vollem Gange und die niederländische Vesta Terminals B.V. leistet ihren Beitrag dazu. Das Unternehmen mit Sitz in Utrecht sowie Tanklagern in den Häfen von…

Kleinbusse individuell statt von der Stange

Interview mit Iddo Verweij, Geschäftsführer der Tribus Group

Kleinbusse individuell statt von der Stange

Es gibt Fahrzeuge von der Stange und es gibt Fahrzeuge der Tribus Group. Der Unterschied? Das Unternehmen aus den Niederlanden hat sich darauf spezialisiert, Serienmodelle der Hersteller so umzubauen, dass…

Der Thermomix des Biermarktes

Interview mit Edwin Blom,CEO von MiniBrew BV

Der Thermomix des Biermarktes

So wie in Deutschland der Thermomix die Art, wie Verbraucher zu Hause ihr Essen zubereiten, entscheidend verändert hat, so möchte Edwin Blom, CEO des niederländischen Unternehmens MiniBrew BV unsere Weise…

Das könnte Sie auch interessieren

„Kunden erhalten einen zentralen Ansprechpartner!“

Interview mit Andreas Janker, Prokurist und Anja Schieke-Bosner, Leiterin Unternehmenskommunikation & Marketing der x-ion GmbH

„Kunden erhalten einen zentralen Ansprechpartner!“

Digitale Souveränität, Cloud-Infrastruktur und nachhaltige Rechenzentren: Die Hamburger x-ion GmbH entwickelt und betreibt maßgeschneiderte Cloud- und Connectivity-Lösungen für Unternehmen weltweit. Im Gespräch mit Prokurist Andreas Janker sowie Anja Schieke-Bosner, verantwortlich…

Vom Handwerk zur vernetzten Kreativplattform

Interview mit Alexander Kuhn, General Manager der Brother Sewing Machines Europe GmbH

Vom Handwerk zur vernetzten Kreativplattform

Nähen ist längst mehr als Handarbeit – es ist ein Zusammenspiel aus Kreativität, Technologie und Community. Moderne Haushaltsnähmaschinen sind vernetzt, softwaregestützt und Teil wachsender digitaler Plattformen. Wie sich ein traditionsreiches…

„Wer nach EtherCAT sucht, findet uns“

Interview mit Thomas Waggershauser, Geschäftsführer der acontis technologies GmbH

„Wer nach EtherCAT sucht, findet uns“

Ihre Lösungen kommen beim Start der Ariane 6 genauso zur Anwendung wie im Automotive-Segment oder in der Halbleiterindustrie. Trotzdem dürften nur Brancheninsider jemals von acontis technologies gehört haben. Dem Erfolg…

TOP