Echtzeitlösungen für Wirtschaft und Technik

Interview mit Dr. Michael Aichinger, Geschäftsführer der uni software plus GmbH

Die Wurzeln der uni software plus GmbH liegen im Vertrieb von Wolfram-Produkten – zunächst war dies sogar das Hauptgeschäft. Bis heute ist das Unternehmen offizieller Reseller und arbeitet mit Kunden wie der Fraunhofer-Gesellschaft oder führenden Universitäten in Deutschland und Österreich zusammen. Parallel entwickelte es sich zum Spezialisten für komplexe Softwarelösungen. Sein Alleinstellungsmerkmal: die Kombination aus Informatik, Mathematik und Physik sowie die Abdeckung der gesamten Prozesskette – von der Datenerhebung über die Modellierung bis hin zur Präsentation der Ergebnisse. „Bei uns ist das kein Stückwerk, sondern alles in einem Guss“, betont Michael Aichinger. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein typisches Projekt in der Schweiz: Ein Bankkunde möchte sein Portfolio anpassen. Regulatorisch ist vorgeschrieben, dass das Risikoprofil sofort neu berechnet werden muss. Dafür liegen in der Google Cloud in Zürich zehntausende Instrumente bereit, die über Nacht kalibriert und in einem Cache abgelegt wurden. Im Beratungsgespräch werden diese Daten live aggregiert. So sieht der Berater unmittelbar, wie sich die Kennzahlen ändern – für den Kunden ein Knopfdruck, im Hintergrund jedoch eine hochkomplexe Architektur aus Simulationen, Differentialgleichungen und Matrixoperationen.

Forschung, Struktur und Kostenstrategie

Besonders geschätzt wird die außergewöhnliche Stabilität im Team. Die Fluktuation ist minimal, viele Mitarbeitende begleiten Kundenprojekte über Jahre hinweg – ein Vertrauensanker, der in einem dynamischen Markt herausragt. Gleichzeitig fördert die Geschäftsführung aktiv wissenschaftliche Arbeit: Publikationen in Fachjournalen sind ausdrücklich erwünscht und fließen in die Weiterentwicklung der Produkte zurück. Forschung ist damit nicht Nebensache, sondern Teil der DNA. Auch die internationale Struktur ist bewusst gewählt. „Standard-Softwareentwicklung lässt sich im DACH-Raum kaum noch darstellen, weil Kunden steigende Kosten nicht mehr durchreichen können“, erklärt Michael Aichinger. Die Antwort darauf: hybride Teams und zusätzliche Standorte. Sie sichern Expertise und halten die Kosten unter Kon­trolle – ein Balanceakt, der nötig ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit

Strategisch konzentriert sich die uni software plus GmbH weiterhin auf zwei Kerngeschäftsfelder: Industrie und Finanzen. Während die Industrie im DACH-Raum unter massivem Kostendruck steht, entwickelt sich die Finanzbranche, besonders in der Schweiz, als klarer Wachstumsmarkt. Zugleich bleibt Innovation der Schlüssel: Künftig sollen Large Language Models und Machine Learning-Verfahren klassische Modellierungen gezielt ergänzen. Gleichzeitig gilt es, den internationalen Wettbewerb im Blick zu behalten. „Wenn wir nicht effizient und innovativ bleiben, laufen wir Gefahr, aus dem Markt gepreist zu werden“, so Michael Aichinger. Um das zu verhindern, setzt das Unternehmen auf seine Kernstärken – interdisziplinäre Kompetenz, Lösungen aus einem Guss und eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden. Auch der Austausch auf Fachvorträgen und Konferenzen gehört dazu, um den Dialog mit Wissenschaft und Industrie zu pflegen. 

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