Mit smartem Shoppen auf Erfolgskurs

Interview mit Jevgenij Borisenko, Geschäftsführer SportSpar GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Borisenko, wie ist SportSpar entstanden?

Jevgenij Borisenko: Mein Bruder und ich kamen aus einfachen Verhältnissen und wollten uns einfach ein bisschen Taschengeld dazuverdienen. Wir haben Restposten eingekauft und auf Onlinemarktplätzen wie eBay und Amazon verkauft. Hierbei konnten wir feststellen, dass die von uns angebotenen Markenartikel sehr starken Anklang fanden – mit einer optimalen Gewinnspanne für uns. Aus diesen ersten ‘Gehversuchen’ war somit die Idee entstanden, unser heutiges Unternehmen zu gründen. 

2006 erfolgte diese Gründung zunächst als Einzelunternehmen und dann im Folgenden 2010 unter der jetzigen Firmierung ‘SportSpar GmbH’ und dem hiermit verbundenen Onlineshop ‘SportSpar.de’. Wir haben zudem sehr schnell einen Unternehmergeist entwickelt, da es einfach Spaß gemacht hat. Die unternehmerischen Erfolge waren der Motor, uns immer weiter zu entwickeln. So konnten wir unternehmerisch wachsen, Mitarbeiter einstellen und uns weiterentwickeln.

Ein zusätzlicher, wichtiger ‘Step’ unserer Unternehmung war die Integration einer Software, um Abläufe zu optimieren. Zuvor erfolgte jeder Verkaufsschritt manuell, indem die Empfängeradressen zum Beispiel handschriftlich auf die Pakete geschrieben wurden. Die Implementierung der Software hat viele Abläufe automatisiert und erleichtert. Dies war für uns und die SportSpar GmbH eine Art `unternehmerische Zeitenwende´. 

Ein weiterer Meilenstein unseres Unternehmens war der Umzug in eine erste Lagerhalle – weg aus unserem davor als Lagerraum genutzten Kinderzimmer. Somit konnten wir mit diesen vielen kleinen, aber essenziellen Schritten einen professionellen Rahmen für unser Unternehmen schaffen und uns unternehmerisch entwickeln. 


Als zwei alleinige Geschäftsführer und Gesellschafter ergänzen sich mein Zwillingsbruder und ich bei der Leitung der SportSpar GmbH perfekt und wir verstehen uns blind – unser größtes Glück. Früher gemeinsam im Kinderzimmer, heute gemeinschaftlich in einem Büro – so war es relativ einfach und förderlich, zu zweit die Entwicklung unseres Unternehmens voranzutreiben. Unser unternehmerisches Wachstum erfolgte zudem ohne weitere, fremde Investoren. 

Wirtschaftsforum: Sie haben sich seit Ihrer Gründung kontinuierlich entwickelt und gehören zu den Wachstumschampions 2020. Was ist die Basis Ihres erfolgreichen Geschäftsmodells?

Jevgenij Borisenko: Wir sind ein `Restposten-Händler´ und haben ein Outlet-Prinzip, bieten also Produkte an, die ein bis zwei Jahre alt sind. Wir sind nicht auf bestimmte Produkte fokussiert, sondern darauf angewiesen, was die Hersteller uns an Markenprodukten der letzten Kollektionen anbieten können und welche Artikel sie noch auf Lager haben. Hierbei liegt unser Fokus auf Sportkleidung und Schuhen.

Für die in Deutschland beliebten Sportarten wie zum Beispiel Fußball versuchen wir, immer einen Bestand an passenden Produkten und Artikeln im Sortiment zu haben, die wir unseren Kunden aktuell anbieten können. Unsere angebotenen Produkte und Artikel setzten sich hierbei aus vorherigen Kollektionen und verschiedenen Marken unterschiedlichster Hersteller zusammen.

Zudem liegt unser weiteres Augenmerk auf der sehr ‘aggressiven’ Vermarktung unserer Artikel durch das Anbieten von Niedrigpreisen. Diese niedrigen Preise und hohen Rabatte, die wir unseren Kunden bei unseren Artikeln anbieten können, sind unser absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Realisiert wird dies durch die sehr großen Stückzahlen an Restposten-Artikeln, die wir zu einem niedrigen Preis einkaufen, per Vorkasse begleichen und die Waren mit unserem eigenen Spediteur abholen. Dies spart Zeit und ist für unser Unternehmen wiederum vorteilhaft, da wir dadurch schnell agieren können. Unser unternehmerisches Selbstverständnis ist, dass unsere SportSpar GmbH als ‘Helfer der Hersteller’ fungieren kann. Denn es erfolgt bei den einzelnen Markenherstellern ein kontinuierlicher Wechsel der Kollektionen. Dies resultiert wiederum bei den Herstellern in einem Abverkauf der ‘alten’ Kollektionen und Lagerräumung, um Lagerkapazitäten für die nachfolgenden Kollektionen und Markenartikel zu erhalten. Diese Restposten werden in der Gänze dann von uns aufgekauft und in unser eigenes Sortiment übernommen.

Wirtschaftsforum: Und welche Vorteile bieten Sie Ihren Kunden, abgesehen von den sehr guten Preisen?

Jevgenij Borisenko: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Unternehmens ist, dass wir unseren Kunden täglich Neuheiten präsentieren. Wir haben täglich neue Deals, da wir mittlerweile so viel einkaufen. Aus diesem Grund können wir dem Kunden nicht nur niedrige Preise bieten, sondern ein täglich wechselndes Sortiment. Dies wird von unseren Kunden sehr positiv aufgenommen. Darüber hinaus bieten wir Promotionen, Tages-Deals und den ‘Spar-Deal der Woche’ – all das hat sich bewährt. Ebenfalls haben wir unseren ‘Spar-Club’ ins Leben gerufen. Die Kunden können eine Mitgliedschaft erwerben, mit besonderen Vorteilen bei ihren Bestellungen, wie zum Beispiel einem kostenfreien Versand, exklusiven Deals – nur für Spar-Club-User – sowie weitere ‘Benefits’ wie zum Beispiel Tages-Deals. All das sind Highlights, die wir unseren Kunden anbieten können.

Wirtschaftsforum: Sie waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Wie soll es in der Zukunft weitergehen?

Jevgenij Borisenko: Wie erwähnt gibt es bei SportSpar keine weiteren Investoren, somit jedoch auch keinen Zwang, bestimmte Umsatzziele zu erreichen. Für uns ist entscheidend, dass wir weiterhin profitabel bleiben. Unser Unternehmen war und ist ab dem ersten Jahr profitabel, denn Kundenorientierung und Umsatzgenerierung ist seit jeher Teil unserer unternehmerischen DNA. Der Umsatz allein sagt jedoch bei Weitem noch nichts über ein Unternehmen aus. Natürlich ist es unser Ziel, den Umsatz zu steigern. Jedoch ist hierbei ein gesundes Unternehmenswachstum auch jederzeit im Fokus. Zukünftig möchten wir neben Frankreich, Italien, Spanien und Polen auch weitere Länder für den Verkauf unserer Artikel und Markenprodukte ‘in Angriff nehmen’. So zum Beispiel werden die Länder Dänemark und Tschechien mit eigenen, von uns entwickelten Ländershops in unser Portfolio aufgenommen.

Des Weiteren haben wir die Idee, stationär SportSpar-Stores zu eröffnen. Aktuell sind wir noch ein reiner E-Commerce- Händler, sehen aber das Potenzial, zukünftig ein bis zwei Filialen in Innenstädten eröffnen zu können. Denn unser Sortiment lässt sich nicht nur online verkaufen, sondern auch stationär anbieten. Hierbei ist unsere Einschätzung, dass in Zukunft die Möglichkeit bestehen wird, günstig Ladenflächen zu mieten.
Darüber hinaus planen wir, unser Sortiment auszuweiten, noch mehr Produkte und Artikel einzukaufen, um unseren Kunden eine noch vielfältigere und breitere Produktpalette bieten zu können.

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