Schneller zum richtigen Schild
Interview mit David Mautz, Geschäftsführer der SchildDirect GmbH

Die Wurzeln der Unternehmensgruppe liegen in Schweden. 1998 begann dort ein Elektriker, Schilder selbst herzustellen, weil ein Lieferant für eine schnelle und flexible Belieferung fehlte. Daraus entwickelte sich ein Geschäft. Ab 2007 wurde der deutsche Markt erschlossen. Als 2010 der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull die Lieferungen erschwerte, entstand eine eigene Produktion in Deutschland. 2016 bezog das Unternehmen seinen heutigen Standort in Balingen, 2024 folgte ein weiterer Ausbau. David Mautz ist seit 2015 im Unternehmen und führt die SchildDirect GmbH heute als Geschäftsführer.
Tempo als Prinzip
Zum Sortiment gehören Kunststoff- und Edelstahlschilder, Kabelmarkierungen, Typenschilder, Industrieaufkleber sowie bedruckte und eloxierte Aluminiumschilder. Rund die Hälfte der Kunden kommt nach Angaben von David Mautz aus dem Elektrobereich; hinzu kommen Kälte- und Klimatechnik sowie Heizungs-, Maschinen- und Anlagenbau. Das Angebot richtet sich fast ausschließlich an Geschäftskunden.
Den entscheidenden Unterschied sieht David Mautz im Prozess: „Preis und Qualität können die anderen auch, aber die Lieferzeit ist, denke ich, schon unser Hauptvorteil.“ Viele individuelle Produkte werden innerhalb von 24 Stunden produziert und versendet. Dafür setzt SchildDirect auf digitale Abläufe. Kunden können Schilder online konfigurieren und bei größeren Mengen Daten per Excel importieren. Gleichzeitig wird der Konfigurator weiterentwickelt. KI soll künftig aus einer Beschreibung des gewünschten Schildes automatisch einen Entwurf erzeugen. Noch sei das nicht für alle Anwendungen ausgereift, erklärt David Mautz. Intern und für einzelne Marketingaufgaben komme KI aber bereits zum Einsatz.
Wachsen mit einfachen Prozessen
Hinter der Digitalisierung steht ein Grundsatz, den David Mautz mit „Keep it short and simple“ beschreibt. „Wir versuchen alles zu automatisieren, was man automatisieren kann, um so wenig potenzielle Fehlerquellen wie möglich zu haben.“ Prozesse sollen möglichst wenige Schritte umfassen und sich auf weitere Produkte und Märkte übertragen lassen. Von Deutschland aus produziert SchildDirect bereits für zahlreiche europäische Märkte. Polen ist neu hinzugekommen, weitere osteuropäische Länder sollen folgen. Auch in den USA besteht ein eigener Produktionsstandort. Parallel entwickelt das Unternehmen sein Sortiment weiter und sucht im Austausch mit Bestandskunden nach sinnvollen Ergänzungen. „Wenn Kunden ein Produkt bei uns nicht finden, schauen wir, ob wir es mit aufnehmen können“, sagt David Mautz. Entscheidend bleibt, dass es in das bestehende System passt – und schnell und einfach produziert werden kann.










