60 Jahre Engineering – und der Blick nach vorn
Interview mit Attila Krenn, Betriebsleiter Deutschland und Stephan Völk, Personalleiter der HLS SACHA GmbH

1966 als Ingenieurbüro für die Automobilindustrie gegründet, beschäftigt HLS SACHA heute rund 80 bis 85 Mitarbeitende in Deutschland. Von Gersthofen aus arbeitet das Unternehmen mit weiteren Standorten und Partnern an Engineering- und Automatisierungslösungen – und richtet sein Portfolio zunehmend breiter aus.
Vom Rohbau zur Gesamtlösung
Die Wurzeln liegen im Karosserierohbau. HLS plante zunächst mechanische Vorrichtungen und komplette Roboter-Schweißanlagen für die Automobilindustrie. Später kamen Elektrokonstruktion, SPS-Programmierung, Inbetriebnahme und Robotik hinzu. Heute reicht das Spektrum von der mechanischen Konstruktion über die Simulation bis zur fertigen roboterbasierten Automatisierungsanlage. „Der Kunde kann im Prinzip alles von uns haben“, sagt Attila Krenn. Über Jahrzehnte war Automotive der zentrale Markt. Die Veränderungen der Branche haben jedoch einen Strukturwandel beschleunigt. HLS SACHA erschließt deshalb zusätzliche Felder wie allgemeinen Maschinenbau, Schienenfahrzeuge, Food and Beverage, Aerospace und Defense. „Automotive ist ein Standbein, früher das Standbein“, bringt Attila Krenn die neue Ausrichtung auf den Punkt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Erfahrung der Belegschaft. Viele Mitarbeitende sind seit 20, 25 oder sogar 30 Jahren im Unternehmen. Dieses Wissen hilft Kunden, technische Varianten fundiert zu bewerten. Hinzu kommt die internationale Einbindung in die Unternehmensgruppe mit zusätzlichen Engineering-Kapazitäten. „Auch in der Unternehmensgruppe unterstützt jeder jeden, und man kann tolle Sachen machen, wenn das so läuft“, sagt Stephan Völk.
Digital planen, real umsetzen
Digitalisierung gehört längst zum Arbeitsalltag. Anlagen entstehen zunächst als digitales Modell, bevor sie später in Hardware umgesetzt werden. Bei Modernisierungen werden bestehende Anlagen etwa per 3D-Scan erfasst und in die virtuelle Planung übertragen. So lassen sich Umbauten, Logistikwege und Varianten prüfen, bevor in der realen Anlage eingegriffen wird. Der Blick richtet sich zugleich auf neue Technologien und Geschäftsfelder. Robotik und KI sollen weiter vertieft, neue Fachbereiche aufgebaut und zusätzliche Kunden außerhalb des Automotive-Sektors gewonnen werden. Für Völk ist genau diese Zukunftsorientierung wichtig: „Ich will natürlich in einem Unternehmen arbeiten, das sich nicht mit der Vergangenheit identifiziert, sondern mit den neuen Technologien der Zukunft.“ Auch Themen wie Energieversorgung bieten aus seiner Sicht weiteres Potenzial. Nach mehreren von Krisen geprägten Jahren macht sich inzwischen wieder Aufbruchsstimmung bemerkbar. HLS SACHA stellt neue Mitarbeitende ein, baut Strukturen auf und gründet zusätzliche Fachbereiche. „Wir sind an dem Tiefpunkt vorbei und jetzt geht es wieder nach oben“, sagt Stephan Völk. Gleichzeitig soll die technologische Weiterentwicklung eng mit der Unternehmenskultur verbunden bleiben. Attila Krenn beschreibt diese mit zwei einfachen Begriffen: „Menschlich auf Augenhöhe. Familie.“ Nach 60 Jahren am Markt soll genau diese Mischung aus Erfahrung, Zusammenhalt und Lust auf neue Technologien die nächste Entwicklungsphase prägen.








