„Wir müssen die Menschen mitnehmen“
Interview mit Thorsten Höpfl, Vorstandsvorsitzender der nasdo AG

Seit mehr als 25 Jahren begleitet die nasdo AG mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung. Was mit ERP-Systemen begann, ist zu einem IT-Systemhaus mit eigener Softwaresparte gewachsen. „Ich glaube, was wir wirklich anders machen, ist, dass wir uns für Veränderungen nie zu schade waren und immer den Mut dazu hatten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thorsten Höpfl.
Mit dem Markt gewachsen
Rund 85 Mitarbeitende betreuen etwa 400 Kunden. Neben dem Hauptsitz in Schwabach ist die nasdo AG an mehreren Standorten in Bayern vertreten. Gewachsen ist das Unternehmen organisch, unter anderem durch die Ausbildung eigener Fachkräfte, aber auch durch Übernahmen. 2022 kam COMPUS in Aschheim hinzu, 2024 MCM Micro Computer Managing in Neumarkt. Die übernommenen Unternehmen wurden integriert, ihre Standorte und Schwerpunkte blieben erhalten. Kundennähe ist Teil der Strategie: Im Softwaregeschäft lassen sich größere Distanzen leichter überbrücken, im Systemhausgeschäft bleibt der Vor-Ort-Service gefragt. Mit dem Markt hat sich auch die Arbeit verändert. Cloud, IT-Sicherheit und Beratung nehmen mehr Raum ein. Nach Einschätzung von Thorsten Höpfl liegen rund 90% der von nasdo zukünftig betreuten Infrastrukturen in der Cloud. Zugleich sieht er Beratungsbedarf: „Cloud ist für uns mehr Aufklärungsarbeit als technische Umsetzung.“
KI braucht mehr als Technik
Noch größer ist der Veränderungsdruck durch KI. Für Thorsten Höpfl ist sie keine rein technische Frage. Die größeren Hürden lägen bei Governance und Datensicherheit. Im Oktober will die nasdo AG deshalb mit nasdo One eine eigene Plattform starten, die Unternehmen den Einstieg erleichtern soll. Für die Zukunft hat die nasdo AG den Bereich Modern Work geschaffen. Dort bündelt sie aktuelle Themen wie KI, Cloud Services und Modern Workplace, während Software und Infrastruktur als Kerngeschäft eigenständig weitergeführt werden. So will das Unternehmen neue Technologien vorantreiben, ohne Bewährtes aus dem Blick zu verlieren. Auch wirtschaftlich setzt die nasdo AG auf Planbarkeit. Seit 2023 stammen nach Angaben von Thorsten Höpfl mindestens 50% des Jahresumsatzes aus vertraglich gebundenen Managed Services. Für 2026 erwartet er rund 10,5 Millionen EUR Umsatz. Trotz aller technologischen Dynamik bleibt der Anspruch bodenständig: „Für uns ist das Wichtigste, dass wir die Menschen mitnehmen.“








