Unsichtbare Leistung, die jedes Gebäude trägt
Interview mit Johannes Lang, geschäftsführender Gesellschafter der Lang Ingenieure GmbH + Co. KG

Die Lang Ingenieure GmbH + Co. KG aus Ebermannstadt steht seit fast vier Jahrzehnten für Tragwerksplanung im Hochbau – vom Carport bis zum Hochhaus. Heute führt Bauingenieur Johannes Lang das 1986 von seinem Vater gegründete Familienunternehmen als geschäftsführender Gesellschafter in 2. Generation und entwickelt es konsequent weiter in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Breite Expertise im Hochbau
Aus dem einst kleinen Statikbüro ist ein Unternehmen mit derzeit 37 festangestellten Mitarbeitenden und zusätzlich 10 bis 15 freien Kräften geworden. Das Team ist bundesweit tätig, mit Schwerpunkt in der Metropolregion Nürnberg, und deckt die gesamte Bandbreite der Hochbau-Tragwerksplanung ab – unabhängig von Baustoff und Nutzung. „Ob Wohnungsbau, Industriebau oder Sonderkonstruktionen in Stahl, Holz oder Massivbau – wir können das komplette Spektrum abbilden“, sagt Johannes Lang. Neben der klassischen Statik übernimmt das Büro auch Schal- und Bewehrungspläne, Bauphysik für Wärme- und Schallschutz, vorbeugenden Brandschutz sowie Energie-
und Förderthemen – einschließlich KfW- und BAFA-Nachweisen. So entsteht für viele Auftraggeber ein Rundum-sorglos-Paket aus einer Hand mit wenigen Schnittstellen. Zu den Referenzen gehören unter anderem ein 56 m hohes Wohnhochhaus in Berlin sowie ein neuer Wohnturm in Nürnberg. Aktuell arbeitet das Unternehmen an der Sanierung einer großen denkmalgeschützten ehemaligen russischen Kaserne in Rangsdorf bei Berlin.
Digitalisierung, KI und Fachkräfte
In den vergangenen zehn Jahren hat Lang Ingenieure die eigenen Prozesse stark digitalisiert – von der Büroverwaltungssoftware über BIM-Anwendungen bis hin zu externer Prozessberatung. „Wir geben jedes Jahr ein Vermögen für Software und Hardware aus, aber unsere Mitarbeitenden brauchen dieses Handwerkszeug wie die Luft zum Atmen“, betont Johannes Lang. Künstliche Intelligenz kommt im Alltag bereits zum Einsatz, etwa zur Recherche oder Vorbereitung von Terminen – immer in dem Bewusstsein, dass Ingenieure die Ergebnisse bewerten und verantworten müssen. Gleichzeitig kämpft das Büro wie die gesamte Branche mit Fachkräftemangel und zunehmender Regulierungsdichte. Johannes Lang wünscht sich schlankere Normen und verlässlichere Förderprogramme, um Bauvorhaben besser planbar zu machen. So soll das Familienunternehmen auch in Zukunft wachsen, neue Geschäftsfelder wie Nachhaltigkeitszertifizierungen ausbauen und seine Rolle als verlässlicher Partner für Bauherren, Projektentwickler und Architekten festigen.









