Mit Lichtgeschwindigkeit durch den Wandel
Interview mit Benjamin Penderock, Geschäftsführer der DOTLUX GmbH

Als Peter Berschneider und Thorsten Müller DOTLUX im Jahr 2010 gründeten, begann die Unternehmensgeschichte in einer Garage. Heute beschäftigt das Unternehmen am Standort Weißenburg in Bayern knapp 100 Mitarbeitende, die professionelle LED-Beleuchtung entwickeln, herstellen und vertreiben. Aus dem Start-up ist ein wachstumsorientierter Mittelständler geworden, der sich in einem von großen und traditionsreichen Anbietern geprägten Markt behauptet.
Neue Managementimpulse
Seit dem 1. Juli 2024 führt Benjamin Penderock das Unternehmen als Geschäftsführer. Der gelernte Industriekaufmann und Betriebswirt kam vor rund acht Jahren zu DOTLUX. Nach Stationen im Produktmanagement und Marketing übernahm er zunächst Team- und Führungsverantwortung, später die Prokura und schließlich die Geschäftsführung. Dabei war dieser Weg ursprünglich nicht geplant. Ausschlaggebend waren für Benjamin Penderock vor allem das
Unternehmen und seine besondere Kultur: „Die Möglichkeit, gemeinsam mit einem starken Team weiterzuführen, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, war für mich der entscheidende Grund, Verantwortung zu übernehmen.“
Agilität als Wettbewerbsvorteil
Die wirtschaftliche Lage und die Zurückhaltung in der Baubranche sind auch für DOTLUX spürbar. Bis einschließlich 2025 verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben regelmäßig ein deutliches Wachstum. Im laufenden Jahr gestaltet sich die Entwicklung schwieriger, dennoch erwartet DOTLUX weiterhin einen positiven Abschluss.
Statt Investitionen zurückzufahren, schafft das Unternehmen gezielt die Voraussetzungen für die nächste Wachstumsphase. In Weißenburg wurde kürzlich ein neues Hochregallager in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen liegt bei knapp 5 Millionen EUR, ein klares Bekenntnis zum Standort. Gleichzeitig hat DOTLUX seinen Außendienst in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Rund 24 Mitarbeitende sind inzwischen im DACH-Raum tätig.
Die mittelständische Struktur sieht Benjamin Penderock als wesentliche Stärke: „Wir können schnell handeln, Kurskorrekturen vornehmen und auch antizyklisch investieren. Weil wir keine externen Kapitalgeber in der Struktur haben, entscheiden wir unabhängig und mit langfristiger Perspektive.“
Eine wichtige Rolle spielt zudem die Nähe zum Markt. Bei eigenen Veranstaltungen und Meet-and-Greet-Formaten tauscht sich DOTLUX direkt mit Elektrikern und weiteren Fachleuten aus. Deren Erfahrungen fließen in die Produktentwicklung ein, von der Montagefreundlichkeit bis zu bislang fehlenden Lösungen.
Licht wird intelligent und vernetzt
Ein Schwerpunkt des Portfolios liegt auf Beleuchtungslösungen für die Sanierung bestehender Gebäude. Dieser Bereich ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Gleichzeitig verändert sich der LED-Markt: Während höhere Effizienz und ein niedrigerer Energieverbrauch lange die wichtigsten Innovationstreiber waren, rücken nun Steuerbarkeit, Vernetzung und intelligente Systeme in den Mittelpunkt.
Dazu gehören Smart Home-Anwendungen ebenso wie Human Centric Lighting. Dabei wird der natürliche Tageslichtverlauf durch unterschiedliche Lichtfarben und Intensitäten nachgebildet, beispielsweise an Arbeitsplätzen. DOTLUX entwickelt hierzu gemeinsam mit Partnern neue Produkte und Steuerungslösungen.
Das Unternehmen setzt bewusst auf offene Technologien. „Unser Ziel ist es, Licht für jede Lösung anzubieten“, erklärt Benjamin Penderock. „Wir wollen keine abgeschottete DOTLUX-Welt schaffen, in der ausschließlich unsere eigenen Produkte funktionieren. Zukunftsfähige Lichtlösungen müssen sich in unterschiedliche Systeme integrieren lassen.“
Für den Jahreswechsel bereitet DOTLUX zudem eine neue, zum Patent angemeldete Produktserie vor. An der Entwicklung arbeitet das Team bereits seit rund eineinhalb Jahren. Details hält das Unternehmen noch zurück, kündigt jedoch eine für die weitere Entwicklung bedeutende Innovation an.
Kultur, KI und Wachstum mit Augenmaß
Neben den Produkten stellt DOTLUX die Menschen in den Mittelpunkt. Flexible Arbeitszeiten, eine wöchentliche Sportstunde während der Arbeitszeit und weitere Zusatzleistungen gehören zum Angebot. Prägend ist jedoch vor allem die sogenannte Kreisarbeit. Dabei werden Mitarbeitende unabhängig von Hierarchiestufen in Entscheidungen einbezogen, wenn ihre Erfahrung für das jeweilige Thema relevant ist. „Kultur ist nie fertig, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter“, betont Benjamin Penderock. „Wir möchten möglichst viele Perspektiven an den Entscheidungstisch holen und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Führungskräfte nah an den Mitarbeitenden bleiben.“
Auch bei künstlicher Intelligenz verfolgt DOTLUX einen praxisorientierten Ansatz. Drei Vollzeitkräfte beschäftigen sich ausschließlich mit KI-Themen. Sie entwickeln eigene Softwarebausteine, optimieren Prozesse und bauen gemeinsam mit einem Partner interne Wissenszwillinge auf. Arbeitsplätze sollen dadurch nicht ersetzt, sondern weiterentwickelt werden.
Sichtbarkeit schafft DOTLUX ebenfalls auf ungewöhnlichen Wegen. Nach einem umfassenden Rebranding mit einem kleinen Luchs als Markenbotschafter wurde das Unternehmen 2025 in zwei Kategorien mit dem German Brand Award ausgezeichnet. Mit dem zweitägigen Festival „Light Up“ brachte DOTLUX zudem rund 300 Gäste aus Wirtschaft und Region nach Weißenburg. Die nächste Veranstaltung ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Auch international wächst das Unternehmen mit Augenmaß. Nach dem Aufbau des Schweizer Marktes und deutlichen Fortschritten in Österreich richtet DOTLUX den Blick nun nach Nordeuropa. Das Ziel bleibt dabei klar: gesund wachsen, offen für neue Technologien bleiben und als „sympathischste Lichtmarke, die mutige Wege geht“ Licht in bester Qualität liefern.










