Technik für Luft und Klima
Interview mit Martin Baltes, Senior Manager der Krantz GmbH

Die Wurzeln von Krantz liegen im Maschinenbau. Aus Lösungen für die Textilindustrie entwickelte sich die Prozesslufttechnik, aus der weitere Geschäftsfelder hervorgingen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 200 Mitarbeitende an den Produktionsstandorten Aachen und Mallersdorf.
Lösungen nach Maß
Das Geschäft gliedert sich in drei Bereiche. Air & Climate Systems umfasst Luftführung sowie wasserbasierte Kühl- und Heizsysteme. Hinzu kommen Filter- und Absperrsysteme für Sicherheitsanwendungen sowie Technologien zur Luftreinhaltung in industriellen Prozessen. Eine wichtige Grundlage bildet die eigene Forschung und Entwicklung. Am Standort Aachen lassen sich Produkte entwickeln, testen und anschaulich demonstrieren. Mit Kunstnebel wird beispielsweise sichtbar gemacht, wie Luft im Raum strömt – unter Zuhilfenahme verschiedener Luftführungssysteme. Für Martin Baltes ist diese unmittelbare Erfahrung wirkungsvoller als eine rein theoretische Präsentation. Krantz konzentriert sich auf Anwendungen, die über Standardlösungen hinausgehen. Produkte werden an Gebäude und technische Anforderungen angepasst. Die Referenzen reichen von historischen Gebäuden und Museen über Flughäfen bis hin zu modernen Büroimmobilien. Das Unternehmen ist international tätig, der Schwerpunkt liegt in Europa. Globale Erwärmung und damit verbundende steigende Temperaturen erhöhen nach Einschätzung von Martin Baltes den Kühlbedarf. Gleichzeitig gewinnen Komfort, Luftqualität und Energieeffizienz an Bedeutung. Wasserbasierte Kühl- und Heizsysteme lassen sich dabei mit Lüftungstechnik kombinieren, um diese Ziele zu erreichen.
Wissen als Wettbewerbsvorteil
Digitalisierung ist für Krantz Chance und Herausforderung zugleich. BIM und digitale Planungsmethoden sollen die Planung und Koordination verschiedener Gewerke verbessern. KI nutzt das Unternehmen unter anderem zur Auswertung großer Mengen an Messdaten aus Forschung und Entwicklung sowie bei webbasierten Auslegungsprogrammen. Das Kerngeschäft bleibt jedoch die Hardware. Auch beim Personal spielt Kontinuität eine wichtige Rolle. Viele Mitarbeitende sind seit 20 oder 25 Jahren im Unternehmen. Die Nähe zur Aachener Hochschullandschaft erleichtert zugleich den Kontakt zu Nachwuchskräften. Martin Baltes selbst ist seit fast 30 Jahren dabei. Forschung und Entwicklung, internationale Kontakte und neue technische Herausforderungen machen für ihn den Reiz seiner Arbeit aus: „Ich habe immer Spaß an meiner Arbeit.“ Diese langjährige Erfahrung prägt auch die Entwicklung des Unternehmens. Krantz will seine technologische Kompetenz weiter ausbauen und zugleich an der Spezialisierung auf individuelle Lösungen festhalten. Dabei sollen neue Technologien die persönliche Beratung und das technische Know-how ergänzen, nicht ersetzen. So verbindet Krantz gewachsene Erfahrung mit dem Anspruch, technische Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln.








