„Das Zertifikat ist nur die Kirsche auf der Torte!“
Interview mit Johannes Woithon, Gründer und Geschäftsführer von Ariadne

„Man kann sich dem Qualitätsmanagement grundsätzlich aus zwei verschiedenen Denkrichtungen nähern“, setzt Johannes Woithon, Geschäftsführer der Plattform für interaktive Managementsysteme Ariadne, zur Erklärung seines Ansatzes an: „Viele verstehen diesen Prozess tatsächlich eher als lästige Pflichtübung, um ihren Overhead zu reduzieren, Kosten abzubauen oder ein Zertifikat wie etwa die bekannte ISO 9001 zu erhalten. Damit soll am Ende im Grunde zu einem möglichst günstigen Preis ein System für einen externen Auditor aufgebaut werden, das dann die Erfüllung der Normanforderungen nachweist.“
Wie seine Vorgängerunternehmen orgavision und Modell Aachen setzt Ariadne hingegen ausdrücklich auf eine andere Haltung: „Wir wollen Qualitätsmanagement als Teil der Wertschöpfung auffassen, vor deren Hintergrund wir uns die fundamentale Frage stellen, was das Unternehmen eigentlich benötigt, um erfolgreich zu sein“, erklärt Johannes Woithon. „Das hat viel mit Informationen zu Arbeitsabläufen und Rollen zu tun: Wie funktionieren das Onboarding oder der Wechsel in eine neue Funktion? Wo und wie wird ein verlässlicher Zugang zu stets aktuellen Daten ermöglicht? Und wie können die Mitarbeiter so niedrigschwellig wie möglich mit den internen Systemen interagieren? Wenn wir darauf sinnvolle Antworten finden und diese – unter enger Beteiligung der Mitarbeiter – in einem umfassenden Change-Prozess umsetzen, steht am Schluss ein viel resilienteres, schlankeres Unternehmen. Das angestrebte Zertifikat ist dann nur die Kirsche auf der Torte!“
Agentische KI und kleine Use Cases
Die KI ist dabei auf vielfältigen Ebenen Treiber dieser Entwicklung: „Viele Mitarbeiter sind dank der generativen KI eine extrem einfache Usability gewöhnt, die sie so auch von ihren ERP-Systemen erwarten – dafür bieten wir schon heute entsprechende Lösungen an“, führt Johannes
Woithon aus. „Eigenständig agierende AI Agents werden in Zukunft aber noch deutlich vielfältigere Möglichkeiten eröffnen. So kann etwa ein AI Agent einen Call mit einem Kunden verfolgen und auf dessen Basis ein entsprechendes Angebot erstellen, das dann direkt im CRM hinterlegt wird. Entscheidend sind bei dieser Autonomie jedoch die Leitplanken, die die Spielräume der agentischen KI definieren – und die werden nach wie vor von Menschen festgelegt werden müssen. Somit wird die Expertise von Ariadne zunehmend auch auf operativer Ebene relevant, aus der sich durch die Bewertung des Verhaltens der AI Agents dann wiederum eine Rückkoppelung zur weiteren Prozessverbesserung ergibt.“
Ein Themenfeld, das für alle Neuland ist, wie Johannes Woithon unumwunden zugibt: „Deshalb setzen wir für unsere Kunden gern auch zunächst kleinere Use Cases um, bei denen wir alle einen guten Eindruck von den vielfältigen Möglichkeiten bekommen können.“








