„Wir wollen immer qualitätsvolle Architektur schaffen!“

Interview mit Christoph Arpagaus, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Itten+Brechbühl AG

Wirtschaftsforum: Sie bieten Ihren Auftraggebern ein breites Leistungsspektrum. Wo liegen Ihre Schwerpunkte? Welche Branchen würden Sie besonders hervorheben?

Christoph Arpagaus: Grundsätzlich wollen wir immer qualitativ hochwertige Architektur schaffen. Das sehen wir auch als gesellschaftliche Aufgabe an. Dabei haben wir uns auf grössere und komplexere Projekte in vielen Bereichen spezialisiert. Dazu gehören grössere Wohn- und Bürogebäude, Pharma- und Forschungslabore sowie sehr rationell das Gesundheitswesen, also Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime. Häufig treten wir hier oft als Generalplaner auf.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie Ihre Architektur-Philosophie beschreiben?

Christoph Arpagaus: Wir möchten nichts Modisches machen, sondern Gebäude, die den Zeitgeist widerspiegeln und trotzdem Bestand haben.

Wirtschaftsforum: Gibt es Projekte, die Ihre Arbeit besonders charakterisieren?

Christoph Arpagaus: Bei den Bürogebäuden durften wir einige Headquarter planen und bauen. So haben wir zum Beispiel den Hauptsitz von Scott Sports SA in Givisiez komplett gemacht: vom Entwurf über die Ausführungsplanung bis zur Realisierung waren wir als Architekten und Generalplaner tätig. Weiter durften wir den Hauptsitz Schweiz der Discounterkette LIDL in Weinfelden bauen. Erwähnenswert ist auch unsere Zusammenarbeit mit dem japanischen Stararchitekten Shigeru Ban beim Bau des Swatch Hauptquartiers in Biel.

Wirtschaftsforum: Ihr Büro existiert seit fast 100 Jahren. Nennen Sie uns doch bitte einige Highlights der Firmengeschichte.

Christoph Arpagaus: 1922 gründeten der berühmte Architekt Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl unser Büro. In den 1950er-Jahren kam Jakob Itten hinzu. Nach Auftragseinbrüchen infolge der Ölkrise in den 1970er-Jahren erholte sich das Büro wieder. Nach der Übernahme durch Gartenmann & Partner und deren Ausscheiden 2019 gehört das Unternehmen jetzt sieben Partnern. Neben dem Hauptsitz Bern haben wir weitere Standorte in Basel, Genf, Lausanne, Lugano, St. Gallen und Zürich und beschäftigen insgesamt 300 Mitarbeiter.

Wirtschaftsforum: Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg von IttenBrechbühl aus?

Christoph Arpagaus: Es sind unsere Unternehmenskultur mit einem sehr starken Team Spirit sowie der Wille zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit guten Partnern, der uns immer weiter vorantreibt.

Wirtschaftsforum: Und wo sehen Sie IttenBrechbühl in den nächsten Jahren?

Christoph Arpagaus: Wir möchten die Werte, die wir verfolgen, auch in der Zukunft weiter hochhalten. Auch nach 100 Jahren wollen wir weiter für eine Architektur stehen, die sehr großen Wert auf Qualität legt.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

Mit den Aufgaben gewachsen

Interview mit Stefan Wolters, Geschäftsführer der Wolters GmbH

Mit den Aufgaben gewachsen

Vom Kohlenhandel über Erdarbeiten bis zu Abbruch, Recycling und Transport: Die Wolters GmbH aus Saerbeck hat ihr Leistungsspektrum über Jahrzehnte stetig erweitert. Heute setzt das Familienunternehmen auf moderne Technik und…

„Wir sorgen für Bewegung im Berliner Immobilienmarkt“

Interview mit Maik Schmidl, Vorstandsvorsitzender der FORTIS Real Estate Investment AG

„Wir sorgen für Bewegung im Berliner Immobilienmarkt“

Attraktive Berliner Altbauwohnungen für Privatkunden sowie eine ungebrochene Neubautätigkeit bei der Schaffung von Wohnraum, wie er in der Hauptstadt tatsächlich gebraucht wird, prägen das Tätigkeitsspektrum des Berliner Immobilienunternehmens FORTIS Real…

Werte bauen: Zukunft im Wohnraum

Interview mit Werner Mürz, Inhaber der Residia Gruppe

Werte bauen: Zukunft im Wohnraum

Hohe Zinsen, restriktive Finanzierungsbedingungen und schleppende Genehmigungsverfahren bringen viele Immobilienunternehmen ins Straucheln. Die Residia Gruppe geht bewusst den Gegenweg: konservative Finanzierung, eigener Bestand, schlanke Strukturen. Inhaber Werner Mürz erklärt, warum…

Spannendes aus der Region Bern

Eine nachhaltige Energiezukunft planen und umsetzen

Interview mit André Flückiger, CEO der eicher+pauli Energie und Planung

Eine nachhaltige Energiezukunft planen und umsetzen

Die Schweiz hat noch einen weiten Weg vor sich, wenn sie ihrer Verpflichtung nachkommen will, die Kohlendioxidemissionen bis 2050 auf netto null zu reduzieren. Eine wichtige Priorität muss dabei die…

Mit uns wird der Tank automatisch sauber

Interview mit Svetla Laskova CSO der MOOG Cleaning Systems AG

Mit uns wird der Tank automatisch sauber

Weinfässer müssen vor Einlagerung des Weins sauber sein und das gelingt Winzern heute mit automatischen Hochdruckreinigern auf Wasserbasis. Schon seit 1968 hat sich MOOG Cleaning Systems AG aus Worb im…

Gestern Plakat, heute Pixel

Interview mit Adriano Beti, CEO der Livesystems Group AG

Gestern Plakat, heute Pixel

In der Außenwerbung ist ein grundlegender Wandel im Gange: Statt statischer Plakate dominieren zunehmend digitale Screens, die flexibel, datenbasiert und punktgenau Inhalte ausspielen. In der Schweiz treibt die Livesystems AG…

Das könnte Sie auch interessieren

Architektur zwischen Madrid und ­Berlin

Interview mit Anja Lunge, Architektin und Nanna Wülfing, Architektin bei Nieto Sobejano Arquitectos

Architektur zwischen Madrid und ­Berlin

Ursprünglich kamen die spanischen Architekten Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto für ein Projekt in Halle (Saale) nach Deutschland: Heute ist ihre Berliner Niederlassung größer als ihr ursprüngliches Madrider Büro. Warum…

Fest im Fundament, offen für Neues

Interview mit Kurt Mayer, Geschäftsführer der Goldbeck Rhomberg AG

Fest im Fundament, offen für Neues

Systembau klingt nach Norm und Nüchternheit. Goldbeck Rhomberg zeigt seit 25 Jahren, dass das ein Missverständnis ist. Das Joint Venture zwischen dem deutschen Systembauriesen Goldbeck und dem Vorarlberger Traditionsunternehmen Rhomberg…

Architektur im Wandel

Interview mit Stefan Vogl, geschäftsführender Gesellschafter der bharchitektengesellschaft mbH

Architektur im Wandel

Öffentliche Bauprojekte werden komplexer, der Wettbewerb intensiver und Nachhaltigkeit zur grundlegenden Planungsaufgabe. Die bharchitektengesellschaft mbH begegnet diesem Wandel mit jahrzehntelanger Erfahrung, einem breiten Kompetenzspektrum und der Bereitschaft, neue Rollen als…

TOP