Saubere Services, nachhaltiger Nutzen

Interview mit Jürgen Elbracht, Sales and Marketing Director der Elis (Suisse) AG

Wirtschaftsforum: Herr Elbracht, können Sie kurz die Kernkompetenzen von Elis umreißen?

Jürgen Elbracht: Elis ist ein Dienstleistungsunternehmen für maßgeschneiderte Textil- und Hygienelösungen, die vor allem in der Hotellerie, Gastronomie und Gesundheitsbranche und immer öfter auch in der Industrie gefragt sind.

Wirtschaftsforum: ‘Mieten statt kaufen’ lautet eine Elis-Devise. War das immer so? Wie sah die bisherige Unternehmensentwicklung aus?

Jürgen Elbracht: Elis ist seit 2010 in der Schweiz präsent und ist in den letzten Jahren durch strategische Zukäufe und starkes Wachstum zu einem führenden Anbieter im Bereich Wäscheservice geworden. Mit Ausdehnung des Angebots wurden die Bereiche Berufsbekleidung, Clean Room-Hygiene, Pest Control, Schmutzfangmatten, industrielle Wischtextilien, Teppiche sowie Getränke- und Kaffeeautomaten in das Angebot aufgenommen. Als Marke ist Elis seit einem Rebranding 2019 national und einheitlich bekannt.

Wirtschaftsforum: Wie lässt sich Elis nach diesem Wachstum in Zahlen ausdrücken?

Jürgen Elbracht: Wir haben 15 Standorte in der Schweiz und 850 Mitarbeiter. Die französische Elis-Gruppe ist in 29 Ländern präsent, Tendenz stark steigend. Der Schweizer Standort – der erste Elis-Standort außerhalb Frankreichs – nimmt für die Gruppe eine strategische Rolle ein, da hier viele Headquarter großer Unternehmen ansässig sind.

Wirtschaftsforum: Was sind heute besondere Kennzeichen des Portfolios?

Jürgen Elbracht: Flachwäsche für die Hotellerie und das Gesundheitswesen – also Bettwäsche, Tischwäsche, Handtücher – sind Kernprodukte. Immer wichtiger wird der Bereich Industrie, also Berufsbekleidung wie beispielsweise unsere neue Linie Moovento. Wir sind hier sehr breit aufgestellt und bieten alles von OP-Bekleidung bis zu Hitzeschutzanzügen für die Schwerindustrie. Daneben bieten wir Teppiche, Schmutzfangmatten, Waschraumhygiene, Getränke- und Kaffeeautomaten, zertifizierte Reinraumhygiene und Schädlingsbekämpfungen.

Wirtschaftsforum: Gibt es aktuell dominierende Trends in der Branche?

Jürgen Elbracht: Für Kunden gewinnt das Thema Traceability an Bedeutung. Der Verlust von Flachwäsche in Hotels ist enorm, digitale Tools können hier für Transparenz sorgen. Ein anderes Thema ist die Nachhaltigkeit; wir beschäftigen uns intensiv mit dem End of Life Cycle. Was macht man am Ende mit der Kleidung? Elis selbst ist eine Kreislaufwirtschaft par excellence und auf einem guten Weg, ein CSR-Musterkind zu werden. Weil uns der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen wichtig ist, suchen wir nach alternativen Produkten für Chemikalien, haben in den vergangenen vier Jahren 30% weniger Wasser verbraucht, optimieren die Standorte und konnten erste Linien komplett recycelter Kleidung entwickeln und auf den Markt bringen. Nachhaltiges Denken und Agieren ist auch auf internationaler Ebene in den letzten drei Jahren von der Konzernseite sehr gepusht worden.

Wirtschaftsforum: Wie bekannt ist Elis am Markt und warum entscheiden sich Kunden für die Zusammenarbeit mit Elis?

Jürgen Elbracht: Man kennt uns aus dem Bereich Flachwäsche und durch große Kunden wie das Inselspital in Bern, das seit 50 Jahren Kunde ist. Im Industriebereich sind wir für Teppiche und Waschraumhygiene dagegen noch recht unbekannt. Für viele Kunden ist der Preisaspekt entscheidend, für andere unsere Multi-Services. Auch Transparenz und Ehrlichkeit werden von Kunden geschätzt. Fehler können überall passieren, denn niemand ist perfekt. Die Frage ist, wie schnell und gut man sie behebt. Nicht zuletzt sind wir international, für große Konzerne ein relevanter Punkt.

Wirtschaftsforum: Wie lassen sich demnach die Treiber für den Erfolg definieren?

Jürgen Elbracht: Ein Treiber ist der Konzern mit seinen klaren Linien und Werten. Auf jeder Ebene, vom Management bis zur Produktion, wird kontinuierlich gearbeitet. Hier verändert sich ständig etwas; für Mitarbeiter wird es nie langweilig.

Wirtschaftsforum: Gibt es konkrete Zukunftspläne?

Jürgen Elbracht: Wir möchten weiter wachsen, organisch und anorganisch, und ein attraktiver Arbeitgeber sein. Wir möchten die Bereiche Berufsbekleidung in der Industrie sowie Waschraumhygiene und Schmutzfangmatten weiter voranbringen und werden unsere Struktur demensprechend weiterentwickeln, und das interne Marketing voranbringen. Nachhaltigkeit und Produktivität weiter optimieren.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Effizienz in Beton gegossen

Interview mit Michael Tschenett, Vertriebsleiter der Mayer Schaltechnik GmbH

Effizienz in Beton gegossen

Ob Brücken, Hochhäuser oder Wohnanlagen – ohne Schalung entstehen keine Bauwerke aus Beton. In diesem hochspezialisierten Markt hat sich die Mayer Schaltechnik GmbH aus Bergrheinfeld einen Namen gemacht. Seit mehr…

„Vielseitigkeit ist unsere Konstante“

Interview mit Manuel Weißenberger, Geschäftsführer der K. Weißenberger Bedachungen GmbH

„Vielseitigkeit ist unsere Konstante“

Zukunft braucht Substanz – und Menschen, die sie mutig und innovativ gestalten. Die K. Weißenberger Bedachungen GmbH mit Sitz in unterfränkischen Arnstein steht seit über drei Jahrzehnten für Qualität im…

Mit Haltung aufs Dach – und darüber hinaus

Interview mit Sebastian Engelskirchen, Geschäftsführer der Otto Lehmann GmbH

Mit Haltung aufs Dach – und darüber hinaus

Die Anforderungen an Bauprodukte steigen – sie sollen effizient, langlebig, nachhaltig und zugleich wirtschaftlich sein. Die Otto Lehmann GmbH mit Sitz in Neutraubling beweist seit Jahrzehnten, dass gerade spezialisierte mittelständische…

Spannendes aus der Region Bern

Mit uns wird der Tank automatisch sauber

Interview mit Svetla Laskova CSO der MOOG Cleaning Systems AG

Mit uns wird der Tank automatisch sauber

Weinfässer müssen vor Einlagerung des Weins sauber sein und das gelingt Winzern heute mit automatischen Hochdruckreinigern auf Wasserbasis. Schon seit 1968 hat sich MOOG Cleaning Systems AG aus Worb im…

„Politiker sind unsere wichtigsten Verkäufer“

Interview mit Hans-Jörg Scheitlin, Marketing und Business Development der M&S Software Engineering AG

„Politiker sind unsere wichtigsten Verkäufer“

Die Berechnung und Verwaltung von Sozialversicherungsbeiträgen und -leistungen ist komplex und erfordert gute Softwarelösungen. Die M&S Software Engineering AG in Bern und Schlieren (ZH), die bis Ende 2017 als Mathys…

Gestern Plakat, heute Pixel

Interview mit Adriano Beti, CEO der Livesystems Group AG

Gestern Plakat, heute Pixel

In der Außenwerbung ist ein grundlegender Wandel im Gange: Statt statischer Plakate dominieren zunehmend digitale Screens, die flexibel, datenbasiert und punktgenau Inhalte ausspielen. In der Schweiz treibt die Livesystems AG…

Das könnte Sie auch interessieren

Arbeitskleidung schafft Zugehörigkeit

Interview mit Kai-Michael Gminder, Geschäftsführer der Gustav Daiber GmbH

Arbeitskleidung schafft Zugehörigkeit

Arbeitskleidung spielt im modernen Unternehmen eine zentrale Rolle. Sie erfüllt nicht nur funktionale Anforderungen, sondern trägt auch maßgeblich zur Identität und zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei. Sie stärkt das Zugehörigkeitsgefühl,…

„Unsere Dienstleistung ist unsere DNA!“

Interview mit François-David Tourneur, Geschäftsführer der Elis Group Services GmbH

„Unsere Dienstleistung ist unsere DNA!“

Seit über 100 Jahren engagiert sich die Elis-Gruppe in der Vermietung und Wiederaufbereitung von Berufsbekleidung und Flachwäsche und bietet ihre Dienstleistungen dabei vornehmlich Kliniken, Pflegeheimen, der Hotellerie sowie in der…

Mit dem besonderen Gespür für unverwechselbare Mode

Interview mit Michele Ventrella, Geschäftsführer der Agentur Ventrella GmbH

Mit dem besonderen Gespür für unverwechselbare Mode

Für Michele Ventrella ist Mode weniger Beruf als Berufung: In der Branche ist er für seine ausgeprägte Affinität zu Mode und besonders für seinen hochentwickelten Sinn für nicht alltägliche Designs…

TOP