Mehr als nur Getränkelieferant

Interview mit Christian Utsch, Geschäftsführer Logistik der GMS Getränke & Mehr Servicegesellschaft mbH

Wirtschaftsforum: Herr Utsch, wie haben sich die Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Christian Utsch: Unser Kerngeschäft umfasst den Getränkefachgroßhandel für die Bereiche Gastronomie und Veranstaltungen. Wir sind ausschließlich im B2B-Geschäft unterwegs und bedienen Geschäftskunden im Gastgewerbe. Sowohl die coronabedingten Schließungen als auch die strengen Hygieneregeln stellten für unsere Kunden eine große Herausforderung dar. Als Partner für das Gastgewerbe standen wir unseren Kunden auch während der verschiedenen Lockdowns unterstützend und beratend zur Seite. Jetzt sind wir bestrebt so schnell wie möglich wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

Wirtschaftsforum: Welche Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden an?

Christian Utsch: Wir stellen in erster Linie die Belieferung unserer Kunden mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken sicher. Wir verfügen über eigene Lager und Logistikzentren, in denen wir Kundenbestellungen bearbeiten, Kommissionen zusammenstellen und die Auslieferung der Produkte organisieren. Wir haben ein sehr breites Portfolio, das alle erdenklichen Getränke sowie ergänzende Produkte wie Hygieneartikel und Frittieröl umfasst.

Wirtschaftsforum: Was sind die aktuellen Produkttrends?

Christian Utsch: Wir haben eine deutliche Ausweitung des Getränkesortiments beobachtet. Zudem ist die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken in den letzten Jahren stark gestiegen, sodass die Hersteller ihr Angebot entsprechend erweitert haben. Insgesamt umfasst das Portfolio über 10.000 Produkte. Neben den bekannten Marken haben wir auch eigene Produkte im Sortiment. Unser Prosecco Montinaro wird von dem Familienunternehmen Montelvini im italienischen Treviso exklusiv für uns hergestellt. Darüber hinaus vertreiben wir vier exklusive Spirituosen in den Geschmacksrichtungen Williams, Obstler, Marille und Haselnuss. Sie wurden im Rahmen einer Blindverkostung durch unsere Mitarbeiter ausgesucht. Um das Portfolio abzurunden, bieten wir als einer der ersten Getränkehändler in Deutschland einen Liefer- und Abholservice für Frittieröl an. Das REOLIO-System steht für eine regelmäßige Lieferung und saubere Abholung von Altspeiseölen, die zudem garantiert 100% frei von Palmöl sind.

Wirtschaftsforum: Wie ist Ihr Unternehmen strukturiert?

Christian Utsch: Das Unternehmen ist Teil der Krombacher Gruppe und besteht aus insgesamt 20 Logistik-Standorten. Das Netzwerk an Getränkefachgroßhandelsstandorten wurde sukzessive aufgebaut und deckt hauptsächlich den nördlichen Teil Deutschlands ab. Wir haben unsere eigenen Lager-Standorte und beschaffen die Ware direkt von den Herstellern. Dort werden die Kundenbestellungen kommissioniert und durch unsere eigene Flotte von 180 Lkw sowie mehreren hundert Transportern, Ausschank- und Kühlanhängern im Veranstaltungsbereich ausgeliefert.

Wirtschaftsforum: Wie heben Sie sich von anderen Dienstleistern ab?

Christian Utsch: Durch den Gruppenverbund können wir Prozesse digitalisiert und optimiert gestalten und unseren Kunden ein hervorragendes Leistungsangebot zusichern. In den letzten Jahren haben wir beispielsweise ein neues SAP-S/4 HANA eingeführt. Unseren Zustellprozess begleiten wir digital mit elektronischem Lieferschein. Aktuell optimieren wir unsere Kommissionierung mit einer beleglosen Scannerlösung. In Zeiten hoher Kraftstoffpreise sind zudem optimal gestaltete Touren für uns aus wirtschaftlicher Sicht sowie im Sinne der Nachhaltigkeit besonders wichtig.

Wirtschaftsforum: Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen der Zukunft?

Christian Utsch: Die Nachwuchssicherung ist ein Schlüsselthema. Wir bilden in unterschiedlichen Bereichen aus und bieten seit diesem Jahr auch ein duales Studium an. Wir setzen stark darauf, die Attraktivität des Kraftfahrerberufs zu steigern. Auszubildende bekommen beispielsweise im zweiten Ausbildungsjahr einen kostenlosen VW Up als Firmenwagen. Wir bezahlen ihnen auch den Pkw-Führerschein. Als Gesicht des Unternehmens sind unsere Fahrer die Schnittstelle zum Kunden. Auch im Lager setzen wir anstelle von Leiharbeitern auf einen festen Mitarbeiterstamm, um die Qualität zu sichern.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Christian Utsch: Wir wollen der erste Ansprechpartner für die Gastronomie sein. Um das zu erreichen, werden wir in den kommenden Jahren unser Netzwerk weiter ausbauen.

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