Hardware und mehr: Wissen weitergeben

Interview mit Achim Heyne, Geschäftsführer der api GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Heyne, Sie sind auch Gründer von api. Seit wann gibt es das Unternehmen?

Achim Heyne: Schon während meiner Ausbildung 1992 habe ich mit der Distribution von IT-Hardware begonnen. 1993 habe ich ein Einzelhandelsgeschäft eröffnet und ein Jahr später dann api gegründet. Wir sind also in diesem Jahr 30 Jahre am Markt.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit entwickelt?

Achim Heyne: Inzwischen sind wir an elf Standorten in Deutschland vertreten, außerdem in den Niederlanden und in Frankreich. api beschäftigt 850 Mitarbeiter, dazu kommen weitere 100 mit Zeitarbeitsverträgen. Unser Jahresumsatz liegt bei 1,3 Milliarden EUR. Mit einer Ausnahme sind wir jedes Jahr gewachsen, auch in diesem Jahr, obwohl die Zeiten angesichts des Ukrainekrieges und der vorausgegangenen Coronapandemie für alle nicht einfach sind. Die Coronazeit war durchwachsen, aber insgesamt in Ordnung für uns. Einzelhandel und Supermärkte waren zwar geschlossen, dafür haben wir im Bereich Homeoffice eine starke Nachfrage verzeichnet.

Wirtschaftsforum: Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihr Portfolio.

Achim Heyne: Es umfasst mehr als 100.000 Hardwareprodukte. Zusätzlich zum Verkauf bieten wir Dienstleistungen für unsere Kunden an. Dazu zählen Netzwerkkonfigurationen, die Auswahl der passenden Produkte, das Lasern von Namen auf den Laptop sowie das Fullfillment für unsere Kunden, das heißt, wir übernehmen für sie die Lieferung zum Endkunden. Unsere Kunden sind Systemhäuser, Internethändler, Retailketten, Amazon und andere E-Tailer und Elektronikmärkte.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihrer Meinung nach, nach immerhin 30 Jahren am Markt, die Erfolgsfaktoren von api?

Achim Heyne: 2016 haben wir unseren neuen Büro- und Logistikkomplex in Baesweiler bezogen. Hier haben wir ein hoch automatisiertes Lager mit extrem hoher Lagerkapazität und Verfügbarkeit, durch das wir sehr flexibel und zuverlässig liefern können. Im Unternehmen haben wir kurze Dienstwege. Unsere Kunden haben immer eine direkte Ansprache durch einen festen Ansprechpartner. Für ihn gibt es eine Ersatzperson und für diese eine weitere. Intern haben wir Maßnahmen erarbeitet, um immer besser zu werden. Sie betreffen die vier Faktoren Neukunden, Stammkunden, das Produktportfolio und die Mitarbeiter. In 30 Jahren haben wir uns zudem viel Know-how angeeignet. Dieses werden wir jetzt als Dienstleistung anbieten.

Wirtschaftsforum: Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Achim Heyne: Das Thema Fachkräfte ist sehr aktuell. Wir wissen jetzt, wie Recruiting geht. Allein 2022 haben wir 100 Mitarbeiter eingestellt. Unsere Recruitingleistung werden wir jetzt auch unseren Kunden anbieten. Wir haben eine eigene interne Abteilung, die sich mit Social Media beschäftigt. Es ist ja so: Wenn das Geschäft der Kunden wächst, wächst auch unser Geschäft.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt bei api das Thema Nachhaltigkeit?

Achim Heyne: In Bezug auf die Produkte ist das für uns weniger relevant, denn darauf haben wir keinen Einfluss. Intern ist Nachhaltigkeit aber ein wichtiges Thema. Wir versuchen Plastik zu vermeiden mit einem neuen Verpackungsmodell. Dadurch reduziert sich auch das Volumen, was im Hinblick auf den Transport günstig ist. Unsere Unternehmensflotte haben wir auf E-Fahrzeuge umgestellt, und auf unserem Dach werden wir eine Solaranlage installieren.

Wirtschaftsforum: Welche Themen werden für Sie in Zukunft wichtig sein?

Achim Heyne: Wachstum und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Wenn es um das Thema Unternehmenswachstum geht, dann ist ein erstklassiges Netzwerk ein solider Wegbereiter. Auf der Basis von Vertrauen entstehen neue Ideen, innovative Wege und sympathische Beziehungen. Die perfekte Grundlage dafür, Herausforderungen schneller und besser zu meistern. Deswegen haben wir mit NON PLUS ULTRA ein Netzwerk geschaffen, in dem sich alles um das Thema Wachstum dreht. In den monatlichen After Work-Seminaren geht es um die Themen Neukunden- und Personalgewinnung, den Ausbau von Bestandskunden sowie die Mitarbeiterbindung.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für das Unternehmen?

Achim Heyne: Der Fokus wird auf dem Vertrieb liegen. Und das, was ich über Wachstum gelernt habe, möchte ich weitergeben.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Eine globale Vision für Lebensmittelverpackungen

Interview mit Alex Noake, Managing Director der Sabert Corporation Europe SA

Eine globale Vision für Lebensmittelverpackungen

Der Food-and-Beverages-Markt steht vielfach im Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn Verpackungsmaterialien im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeitsbilanz weiter optimiert werden sollen. Der multinationale Sabert-Konzern hält hierfür spannende Lösungen bereit, die er gemeinsam…

Schutz für Produkt und Mensch

Interview mit Dr. Michael Bungert, Leiter Produktmanagement und Jan Schultealbert, Geschäftsführer und Sebastian Heumüller, Vertriebsleiter der Jung Gummitechnik GmbH

Schutz für Produkt und Mensch

Von technischen Sonderbauteilen bis zu anspruchsvollen Handschuhsystemen für Pharma und Arbeitsschutz: Seit 1982 entwickelt und fertigt die Jung Gummitechnik GmbH in Einhausen hoch spezialisierte Lösungen aus Gummi und Elastomeren. Dabei…

„Den Wandel mitgestalten“

Interview mit Uwe Dziuk, Geschäftsführer der WEAT Electronic Datenservice GmbH

„Den Wandel mitgestalten“

Die WEAT Electronic Datenservice GmbH aus Düsseldorf zählt zu den wichtigsten Payment- und Datendienstleistern der Mobilitätsbranche. Seit Jahrzehnten prägt das Unternehmen Tankstellenprozesse in Deutschland. Die zunehmende Digitalisierung und die Mobilitätswende…

Spannendes aus der Region Städteregion Aachen

Wie der Kunststoffspritzguss intelligenter wird

Interview mit Dr. Bastiaan Oud, CEO der Simcon kunststofftechnische Software GmbH

Wie der Kunststoffspritzguss intelligenter wird

Die Entwicklung und Herstellung neuer Komponenten und Werkzeuge im Kunststoffspritzgussverfahren ist ein hochkomplexer Prozess. Am Anfang stehen oft umfassende technische Simulationen, die eine passgenaue Auslegung der entsprechenden Formteile ermöglichen sollen.…

„Die Form muss der Funktion folgen –  im Krankenhausbau ganz besonders!“

Interview mit Christina Ladikos, Geschäftsführerin der BFT Planung GmbH

„Die Form muss der Funktion folgen – im Krankenhausbau ganz besonders!“

Was haben Industriebauten, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude gemeinsam? Neben der starken Funktionsorientierung, die bei ihrer Planung, Errichtung und Nutzung unerlässlich ist, liegt auf diesen drei Gebäudetypologien auch der Tätigkeitsschwerpunkt der…

Brücken bauen für die Zukunft

Interview mit Martin Dickmann, Geschäftsführer der Claus Queck GmbH

Brücken bauen für die Zukunft

Der Investitionsstau in der öffentlichen Infrastruktur ist in Deutschland längst nicht mehr zu übersehen. Das Stahlbauunternehmen Claus Queck GmbH aus Düren, das sich schon seit langer Zeit vornehmlich auf den…

Das könnte Sie auch interessieren

„Bei uns gibt es alles, was eine Familie braucht!“

Interview mit Bavo Vanhalst, CEO der Supra Center NV

„Bei uns gibt es alles, was eine Familie braucht!“

In 3. Generation ist Familie Vanhalst im Einzelhandel tätig. Neben den fünf SupraBazar-Märkten der Supracenter BV betreibt das familiengeführte Unternehmen seit Kurzem weitere Läden, bei denen junge Familien und ihr…

„Was wir können, kann nicht jeder!“

Interview mit Wim De Windt, CEO Gadot Europe der Gadot Belgium BV

„Was wir können, kann nicht jeder!“

Mit direktem Zugang zur Nordsee und zum Binnenland ist der North Sea Port Gent ein wichtiger Knotenpunkt der Logistik in Europa. Hier hat die Gadot Belgium BV ihren Sitz und…

„Unser Markt wächst weiter“

Interview mit Max Enno Kraft, Geschäftsführer der Friedrich Kraft GmbH

„Unser Markt wächst weiter“

Seit Jahrzehnten unterstützt die Friedrich Kraft GmbH ihre Kunden mit Ersatzteilen für Pkw, Lkw, Busse und weitere Fahrzeuge in Erstausrüsterqualität. Trotz des Wachstums der E-Mobilität sieht Geschäftsführer Max Enno Kraft…

TOP