Schützen, was schützenswert ist

Interview mit Beate Korinna Brammer, Geschäftsführende Gesellschafterin der KRD Sicherheitstechnik GmbH

Vom kleinen Betrieb ist die KRD Sicherheitstechnik GmbH zu einem mittelständischen Unternehmen mit circa 200 Beschäftigten und einem Umsatz von 25 Millionen EUR herangewachsen. „Heute produzieren wir Sicherheitsscheiben aus Polycarbonat für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und andere öffentliche Einrichtungen“, erklärt die Geschäftsführende Gesellschafterin Beate Korinna Brammer. „Unsere Produkte schützen alles, was schützenswert ist. So beliefern wir seit etwa zehn Jahren auch einen US-amerikanischen Hersteller von Holzerntemaschinen, der die Kabinen seiner Fahrzeuge mit Sicherheitsglas ausstattet.“

Weitere Anwendungen sind Sicherheitsscheiben für Forst-, Bau- und Mähmaschinen sowie als transparente Abdeckung von Maschinen. „Auch im Motorsport sind unsere Lösungen gefragt, weil sie leichter als herkömmliche Fahrzeugscheiben sind“, sagt Beate Korinna Brammer. „Hier zählen Mercedes, zum Beispiel aus der DTM Rennserie, Bugatti, Lamborghini, Porsche und BMW zu unseren Kunden.“

Geschützte Marke 

„Die organische Struktur des Kunststoffs sorgt dafür, dass die Scheiben schädliche Einwirkungen viel besser aushalten“, verdeutlicht Bernhard Brammer, der die Firma gemeinsam mit seiner Frau als Geschäftsführer leitet. „Das Material weicht Gegenständen gewissermaßen aus. Ein Nachteil ist die hohe Kratzempfindlichkeit. Deshalb haben wir spezielle Lacke entwickelt, die Oberflächen mit einer glasartigen Schicht überziehen und sie damit härten.“ Unter dem geschützten Markennamen KASIGLAS® vertreibt KRD diese mit Schutzlack überzogenen Polycarbonatscheiben.

Kunden suchen Lösungen 

„Die Kunden kommen zu uns, weil sie Lösungen suchen“, erläutert die Geschäftsführende Gesellschafterin. „Oft verweisen große Firmen die Kunden an uns, weil sie wissen, dass wir kreative Lösungen gemeinsam mit den Auftraggebern entwickeln. Dabei liegt das Hauptaugenmerk immer auf der Sicherheit.“

„Wir verkaufen in erster Linie Produkte, die Menschen und Material schützen“, ergänzt Bernhard Brammer. Das Unternehmerpaar bedauert, dass die Sicherheitsstandards in Deutschland bei Weitem nicht so hoch sind, wie sie sein könnten. „Für Maschinen haben wir zum Beispiel geringere Sicherheitsanforderungen als Brasilien und Kanada“, beklagt Beate Korinna Brammer. „Als meine Eltern das Unternehmen gründeten, sollten die Polizisten geschützt werden. Heute ist die kostengünstige Fertigung oft wichtiger.“

Preisgekrönte Innovation 

„Als Nischenanbieter sind wir Marktführer“, sagt Bernhard Brammer. „Wir bauen gewissermaßen den ‘Mercedes’ unter den Sicherheitsscheiben.“ Gefragt sind die Lösungen des Marktführers mittlerweile neben Deutschland und Europa auch in anderen Teilen der Welt.

Ständig wird nach Innovationen gesucht, so zum Beispiel im Bereich Lärmschutz oder im Bereich Luftfahrt mit einer vogelschlagsicheren Helikopterscheibe. Diese wurde im Jahr 2017 mit dem Airbus Helicopters Suppliers Award im Bereich Innovation ausgezeichnet. Mit ihrer Arbeit würdigt Beate Korinna Brammer auch die Leistung ihrer früh verstorbenen Mutter: „Dadurch kann ich anerkennen, was sie geschaffen hat. Wenn man jemanden früh verloren hat, ist dieser Schutzgedanke sehr präsent.“

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