Ein zweites Leben für Stahl und Metall

Interview mit Mahbod Konjkav, Geschäftsführer der IMR Innovative Metal Recycling GmbH

Die Geschichte der IMR beginnt 2008 in Overath. 2010 verlegte die Firma ihren Sitz an den heutigen Hauptstandort in Krefeld. Weitere Niederlassungen wurden 2012 und 2019 in Siegen und Krefeld eröffnet. „Wir haben uns stetig und kontrolliert vergrößert und in den vergangenen vier Jahren auch internationalisiert. Weltweit gehen wir dorthin, wo sich die Märkte gerade anbieten“, erzählt Geschäftsführer Mahbod Konjkav, der auch seit der Gründung der IMR dabei ist.

Ein Ziel des Unternehmens war immer, nachhaltig zu wirtschaften. „Unsere Gesellschafterstruktur ist darauf ausgerichtet, die Kraft und das Potential im Unternehmen zu belassen“, berichtet er. Die IMR beschäftigt heute rund 170 Mitarbeiter. Das Team ist jung, der Altersdurchschnitt liegt bei unter 40 Jahren.

„Uns war immer wichtig, dass die Menschen mit uns wachsen. Mitarbeiter, die schon bei uns gelernt haben, führen heute Abteilungen“, erzählt Mahbod Konjkav. Seit zwei Jahren ist die IMR mit 50% an einem Unternehmen in Polen beteiligt. Weltweit werden darüber hinaus Partnerschaften gepflegt.

Fehler als Chance sehen

Der Jahresumsatz der IMR ist innerhalb von zwei Jahren um 160 Millionen EUR auf 360 Millionen EUR angestiegen. „Das hat mit den sich nach oben bewegenden Preisen zu tun. Ausschlaggebend ist aber für uns der Gewinn“, macht Mahbod Konjkav deutlich. Aktuell befindet sich das Unternehmen in einer Konsolidierungsphase.

Mit dem starken Wachstum der Firma ist auch die Verantwortung der Geschäftsführung gewachsen. Sie pflegt im Unternehmen eine Fehlerkultur, erklärt er: „Wir sehen Fehler als Chance, uns zu verbessern. Diese Kultur kommt auch bei den Mitarbeitern gut an. Im Wettbewerb konzentrieren wir uns auf das, was wir können, und schauen nicht nach links und rechts.“

Vom Abfall zum neuen Produkt

Die IMR deckt den kompletten Recyclingbereich bei Stählen und Metallen ab. „Wir beschäftigen uns sowohl mit Buntmetallen als auch mit Edelstählen und Schwarzstahl und sind in allen Bereichen gut aufgestellt“, betont Mahbod Konjkav.

Edelstahl macht den größten Anteil aus. Auf dem Gebiet der Verarbeitung geht es überwiegend um Schwarzschrott, den ‚typischen‘ magnetischen Stahlschrott. „Das ist das Massenprodukt. Für diesen Schrott haben wir an unserem Standort in der Hentrichstraße Aggregate, Shredder und eine Großschere, um Materialien zu zerkleinern und gegebenenfalls zu sortieren“, erläutert Mahbod Konjkav.

Buntmetall macht nur einen kleinen Anteil des Geschäfts aus. An allen Standorten werden pro Jahr insgesamt 300.000 bis 350.000 t verarbeitet. Im Einkauf arbeitet die IMR mit Produktionsstätten, Schrotthändlern und Industrieunternehmen zusammen. Der Absatz erfolgt überwiegend an Stahlwerke, Hütten und Gießereien. „Wir verkaufen direkt an sie und geben so gut wie nichts in den freien Handel. Dies ist also die letzte Stufe im Recyclingprozess, in der aus dem Abfall wieder ein Produkt wird“, so der Geschäftsführer.

Erfolgsfaktor Mitarbeiter

Kundenakquise ist für die IMR nicht so schwierig – Geschäftsbeziehungen werden über internationale Branchentagungen geknüpft. Anders sieht es beim Akquirieren von Personal aus. „Der Fachkräftemarkt ist eine Katastrophe“, sagt Mahbod Konjkav zum Thema Fachkräftemangel.

Das Personal nennt er auch als wichtigsten Faktor für den Unternehmenserfolg. Mut steht bei ihm an zweiter Stelle der Erfolgsfaktoren: „Dass wir mutig sind, wurde immer wieder belohnt, gerade in den vergangenen vier Jahren des extremen Wachstums. Und wir ergreifen die Chancen, die wir sehen.“ Als weiteren wichtigen Wert in der Unternehmensphilosophie nennt er Fairness. „So fair, wie wir mit anderen umgehen, wollen auch wir behandelt werden“, stellt Mahbod Konjkav klar. Seine Generation stehe außerdem für Offenheit, Transparenz und Ehrlichkeit. „Wir verstecken nichts und verheimlichen nichts.“

Recycling der Zukunft

Ein großes Zukunftsthema in der Branche sei grüner Stahl, berichtet Mahbod Konjkav und erklärt weiter: „Das beschäftigt derzeit die Stahlwerke, wird aber auch uns erreichen. Nachhaltigkeitskriterien und -zertifizierungen werden immer wichtiger. Umweltgleichberechtigung ist im internationalen Geschäft von großer Bedeutung. In außereuropäischen Ländern haben Stahlwerke ganz andere Vorgaben; hier geht es um international environmental fairplay, was den europäischen Markt stärken wird.“ Die Entwicklung zur E-Mobilität wird sich ebenfalls auf die Branche auswirken.

„Wie mit den Batterien umzugehen ist, wird im Recycling ein Riesenthema werden“, so der Geschäftsführer. Sein Ziel für das Unternehmen ist, den erreichten Standard zu halten. „Das Wichtigste ist Stabilität. Wir scheuen uns nicht vor weiterem Wachstum. Aber unsere Größe hat gerade in Krisenzeiten Vorteile“, betont er.

Für Mahbod Konjkav ist die Tatsache, ein Familienunternehmen zu leiten und in die nächste Generation zu führen, ein persönlicher Antrieb. „Die größte Motivation ist für mich die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Partnern; das sind insgesamt mehr als 500 Personen. Für sie jeden Tag das Beste zu geben, treibt mich unheimlich an.“ Nicht zuletzt kann er sich auf die Fahnen schreiben, dass seine Branche Gutes für die Umwelt tut. Das Unternehmensmotto ‚Wir bewahren Ressourcen‘ bringt dies auf den Punkt.

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