Zwei Brüder – ein Unternehmen

Interview mit Björn Wachsmuth, Geschäftsführer der G. Wachsmuth & Co. Werkzeugbau GmbH

„Als kleines mittelständisches Unternehmen werden wir uns in den nächsten fünf Jahren intensiv mit der Digitalisierung beschäftigen“, beschreibt Geschäftsführer Björn Wachsmuth eine große Herausforderung, der sich die Wachsmuth-Gruppe künftig stellt.

„Dabei bezieht sich die Digitalisierung nicht nur auf die Optik, sondern wird in unsere gesamten Prozesse integriert. Wir investieren zudem bereits kontinuierlich in unseren Maschinenpark und haben gerade erst neue Anlagen für eine halbe Million EUR gekauft. Wir möchten das Wachstum vorantreiben und als Familienunternehmen wahrgenommen werden. Unseren Kunden bieten wir aus unserer Expertise heraus Lösungen an.“

Höchste Präzision

Höchste Genauigkeit, die häufig über Vorgaben hinausgeht, ist das Kennzeichen der G. Wachsmuth & Co. Werkzeugbau GmbH, dem Spezialisten für das Tiefziehen

Der Weltmarktführer steht für Werkzeugbau für verpackungstechnische Anlagen und Anwendungen, Spezialwerkzeuge für Verpackungsanlagen von Molkereiprodukten, patentierte Stanzverbinder für Walzanlagen, Maschinen-Werkzeuge mit höchster Präzision sowie Erodierservice.

Die S. Bernhard GmbH Stanz- und Drahtbiegetechnik hingegen fertigt Stanz- und Biegeteile für alle Anwendungen in vielen Materialstärken, Automotive-Spezialprodukte, Tiefziehteile nach Muster oder Zeichnung, Schweißkontakte und Dochthalter für Teelichter.

Allgegenwärtige Unternehmen

2001 wurde die 1975 von Gerd Wachsmuth, dem Vater von Björn Wachsmuth, gegründete G. Wachsmuth & Co. Werkzeugbau GmbH durch den Kauf der S. Bernhard GmbH Stanz- und Drahtbiegetechnik zur Wachsmuth-Gruppe erweitert.

2018 wurden die Unternehmensanteile je zur Hälfte auf Björn Wachsmuth und seinen Bruder Udo Wachsmuth übertragen, die beide als Geschäftsführer der Gruppe fungieren.

„Das Unternehmen war in unserer Familie immer allgegenwärtig“ erinnert sich Björn Wachsmuth. „Vom Mittagstisch bis in die Abendstunden gab es kaum andere Themen.“

Während S. Bernhard heute mit 50 Beschäftigten einen Umsatz von acht Millionen EUR erzielt, beschäftigt G. Wachsmuth 40 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von vier Millionen EUR.

Wachstumsstrategie

„Für S. Bernhard verfolgen wir als rein produzierendes Unternehmen eine Wachstumsstrategie“, sagt Björn Wachsmuth. „Für gewisse Sparten sehen wir hier Potenzial und wollen deshalb weiteres Personal einstellen. Bis Ende des Jahres wollen wir die Umsatzgrenze von acht Millionen EUR überschreiten. G. Wachsmuth hingegen ist stark in der Nische und hat hier auch hohe Marktanteile.“

Wichtige Automobilindustrie

Den weitaus größten Teil ihres Umsatzes erzielt die Wachsmuth-Gruppe als Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie, unter anderem mit Teilen für Trommelbremsen, Airbags und Bremskraftverstärkern.

Wichtigster Auftraggeber ist hier ZF Friedrichshafen, der weltweit zweitgrößte Automobilzulieferer. Darüber hinaus kommen die Werkzeuge bei Anlagenbauern sowie Unternehmen wie Dr. Oetker und Danone jeden Tag zum Einsatz.

Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb der Branche ist von großer Bedeutung. Außerdem hat die Wachsmuth-Gruppe ihren Internetauftritt Anfang des Jahres aktualisiert und engagiert sich seitdem in sozialen Netzwerken wie Xing und Facebook.

Zudem ist die Firmengruppe auf Fachmessen wie Stanztech, Blechexpo und Euroblech präsent. Im Ausland ist die Wachsmuth-Gruppe über 18 globale Standorte von ZF Friedrichshafen vertreten sowie über deutsche Anlagenbauer. Außerdem unterhält die Gruppe eigene Kontakte zu Kunden außerhalb Deutschlands

Für Technik begeistern

„Mit unserem technischen Wissen und dem Ehrgeiz, auch schwierige Details zu meistern, sehen wir uns als Problemlöser der Kunden“, beschreibt der Geschäftsführer

„Bei uns zählt das Wort, und das zählt auch beim Kunden. Um auch künftig hochwertige Technologie anzubieten, bilden wir selbst aus. Wir möchten junge Menschen für uns und die bei uns eingesetzte Technik begeistern. Bis 2025 wollen wir weiter wachsen, unsere Mitarbeiter mitnehmen und den Maschinenpark immer auf dem neuesten Stand halten.“

Eine große Verpflichtung ist für Björn Wachsmuth und seinen Bruder die Weiterführung des Werks, das ihr Vater geschaffen hat.

Mehr zum Thema Kunststoff, Metall, Holz & Co.

Vom Familienbetrieb zur  Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Interview mit Antonio ­Cervino, Geschäftsführer der Steegmüller Kaminoflex GmbH

Vom Familienbetrieb zur Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Volatile Energiemärkte, politische Unsicherheiten und steigende Qualitätsanforderungen prägen die Schornsteinbranche. Die Steegmüller Kaminoflex GmbH steht für Systemkompetenz und Fertigungstiefe. Mit der Integration in die italienische EXPO Inox Gruppe beginnt ein…

Digitaloptimisten transformieren die Bauwirtschaft

Interview mit Hagen Schmidt-Bleker, Vorstand der Formitas AG

Digitaloptimisten transformieren die Bauwirtschaft

Die Baubranche profitiert an vielen Stellen von modernster digitaler Technologie – von KI bis VR. Der Schlüssel, dass diese Transformation gelingt, liegt jedoch vornehmlich bei den Menschen, ist Hagen Schmidt-Bleker…

Serielle Vorfertigung als Schlüssel moderner Wohnkonzepte

Interview mit Alexander Hartl, Geschäftsführer der Penzkofer Bau GmbH

Serielle Vorfertigung als Schlüssel moderner Wohnkonzepte

Steigende Baukosten, Fachkräftemangel und langwierige Genehmigungen setzen die Branche unter Druck. Gleichzeitig entstehen durch neue Materialien, digitale Prozesse und modulare Bauweise völlig neue Möglichkeiten. Die Penzkofer Bau GmbH, ein leistungsstarkes…

Spannendes aus der Region Märkischer Kreis

Grüner Stahl – Hightech für den Klimaschutz

Interview mit Merlin Röttger, Geschäftsführer der GeisslerWista GmbH

Grüner Stahl – Hightech für den Klimaschutz

Stahl ist einer der wichtigsten Werkstoffe der modernen Welt – und seine Herstellung für rund neun Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Die GeisslerWista GmbH aus Witten ist Teil dieses für…

Zwischen Tradition und Transformation

Interview mit Dieter Kleen, Geschäftsführer der IAS GmbH

Zwischen Tradition und Transformation

Die Elektrifizierung gilt als Schlüsselstrategie, um die Energiewende zu gestalten und nach vorn zu bringen. Dabei geht es um viel mehr als nur die Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Ein wichtiger Baustein…

Das könnte Sie auch interessieren

Die stillen Macher

Interview mit Josef Miggisch, Geschäftsführer der Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG

Die stillen Macher

Ob Wärmepumpe, Stromspeicher oder Archivregalsystem – wer die Metallteile dafür fertigt, bleibt meist unsichtbar. Die Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG aus dem bayerisch-österreichischen Grenzgebiet hat sich vom Büromöbelproduzenten zum…

Sicherheit mit System

Interview mit Dr. Timo Stock, Geschäftsführer der TELENOT Electronic GmbH

Sicherheit mit System

Wenn Sicherheit mehr sein soll als Technik, braucht es Systeme, die zuverlässig im Hintergrund laufen – und Partner, die den Überblick behalten. Ob Filialnetz, Industrieanlage oder kritische Infrastruktur: Anforderungen und…

Technische Lösungen für komplexe Industrieanlagen

Interview mit Federica Calandra, Sales Manager der Vexa s.r.l.

Technische Lösungen für komplexe Industrieanlagen

Industrieanlagen müssen zuverlässig funktionieren – besonders in der Stahlproduktion, wo Wartungsfenster eng getaktet sind und jede Stunde zählt. Genau hier hat sich Vexa s.r.l. in kurzer Zeit als gefragter Partner…

TOP