„Ein Unternehmen zu führen ist etwas sehr Kreatives“

Interview mit Johann Hannl, Geschäftsführer der Hannl Metallbau GmbH

Von der Schmiede zum Spezialisten für Tankstellenüberdachungen

Die Geschichte der Hannl Metallbau GmbH ist eng mit der Entwicklung des Standorts und der Region verbunden. Was einst als klassische Schmiede begann, entwickelte sich über Landmaschinenbau und Montagetätigkeiten schrittweise zu einem hoch spezialisierten Metallbaubetrieb. Einen Wendepunkt markierte der Einstieg in den Bau von Tankstellenüberdachungen – zunächst als Einzelprojekt, später als strategische Ausrichtung.

„Unser Credo ist: Wenn wir für jemanden eine gute Lösung finden, dann versuchen wir, diese Lösung auch weiterzudenken und zu vervielfältigen“, sagt Johann Hannl. Dieser Ansatz prägt das Unternehmen bis heute. Mit rund 28 Mitarbeitenden deckt Hannl Metallbau die Bereiche Planung, Fertigung und Montage vollständig im eigenen Haus ab. Der Fokus liegt klar auf Qualität, Gestaltung und Verlässlichkeit – insbesondere im österreichischen Tankstellenmarkt, in dem das Unternehmen eine führende Rolle einnimmt.

Der Tankstellenmarkt im Wandel

Das zentrale Tätigkeitsfeld des Unternehmens sind Überdachungen für Tankstellen und Ladeinfrastruktur – unabhängig davon, ob es sich um klassische Kraftstoffe, Strom oder Wasserstoff handelt. Ergänzt wird das Portfolio durch ausgewählte Produkte aus der Tanktechnik sowie Lösungen für Wasch- und Pflegeanlagen. Für die Kunden bedeutet das: ein Ansprechpartner, klare Abläufe und langlebige Lösungen.

„Die Überdachung ist für uns das verbindende Element – sie muss funktional sein, aber auch optisch überzeugen“, betont der Geschäftsführer. Neue Anforderungen entstehen vor allem durch den Wandel im Mobilitätssektor. Photovoltaik-Elemente auf Überdachungen und Konzepte für E-Ladeplätze gewinnen an Bedeutung. Wachstum entsteht dabei weniger durch eine steigende Zahl an Standorten als durch Veränderungen im Markt. „Der Markt wächst nicht, er verändert sich – und genau dort liegen unsere Chancen“, so Johann Hannl.

Unternehmertum als Gestaltungsaufgabe

Seit seinem Einstieg 1984 kennt Johann Hannl das Unternehmen aus allen Perspektiven – von der Fertigung über die Montage bis zur Geschäftsführung. Heute versteht er seine Rolle vor allem als Gestalter und Lösungsfinder. „Mein Hobby ist eigentlich die Lösungsfindung – das kann man in einem eigenen Unternehmen sehr gut ausleben“, erläutert der Ingenieur.

Als zentrale Erfolgsfaktoren nennt er Mut zur Spezialisierung, konsequente Weiterentwicklung und den bewussten Umgang mit Mitarbeitenden. Gerade Letzteres gewinnt an Bedeutung. Sinnstiftung, Arbeitskultur und Attraktivität als Arbeitgeber rücken in den Fokus. „Ein Unternehmen zu führen ist etwas sehr Kreatives – man gestaltet Strukturen, Kultur und Zusammenarbeit“, fasst Johann Hannl zusammen. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wachsende Rolle, nicht zuletzt durch den Werkstoff Stahl, den er als zukunftsfähig und ressourcenschonend betrachtet. So bleibt Hannl Metallbau ein Betrieb, der nicht nur baut, sondern Haltung zeigt.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Kunststoff, Metall, Holz & Co.

„Geschwindigkeit entscheidet – wir liefern, wenn andere noch diskutieren.“

Interview mit Süleyman Ceyran, Geschäftsführer der RACEPLAST GmbH

„Geschwindigkeit entscheidet – wir liefern, wenn andere noch diskutieren.“

Ein Kunststoffteil ist selten sichtbar – aber oft entscheidend. Die RACEPLAST GmbH entwickelt und fertigt technische Kunststoffkomponenten für industrielle Anwendungen, die im Hintergrund zuverlässig funktionieren müssen. Geschäftsführer Süleyman Ceyran hat…

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Interview mit Dr. Ronald Bernstein, Geschäftsführer der BERGI-PLAST GmbH

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Steigende Kosten, globaler Wettbewerbsdruck und der rasche technologische Wandel fordern die Kunststoffindustrie heraus. Die BERGI-PLAST GmbH aus Bad Gottleuba-Berggießhübel begegnet diesen Entwicklungen mit konsequenter Automatisierung, digitaler Weiterentwicklung und einem klaren…

„Draht ist unser roter Faden“

„Draht ist unser roter Faden“

Drähte, egal in welcher Form oder in welcher Ausführung, begegnen uns in der Mikrowelle, im Gartenzaun oder beim Reisekoffer, den wir auf Rollen durch den Flughafen ziehen. Es ist diese…

Spannendes aus der Region Katsdorf

Ein Rucksack an der virtuellen Leine

Interview mit Wolfgang Langeder von Skarabeos

Ein Rucksack an der virtuellen Leine

Haben Sie sich schon ein Mal einen Käfer auf den Rücken geschnallt? Noch nicht? Das könnte sich mit dem Skarabeos des gleichnamigen Unternehmens ändern. Das Start-up aus Österreich ist im…

Komplettlösungen aus einer Hand

Interview

Komplettlösungen aus einer Hand

Anders als der Name vermuten lässt, bietet die SOLARier Gesellschaft für erneuerbare Energie mbH nicht nur Lösungen zur Nutzung der Sonne. Mit Pioniergeist und unermüdlichen Einsatz überzeugt das Unternehmen aus…

Zukunft voller Möglichkeiten

Interview mit Dipl.-Ing. Christian Federspiegel, Geschäftsführer der Catalysts GmbH

Zukunft voller Möglichkeiten

Das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Big Data, Blockchain: Die Digitalisierung bietet Unternehmen ungeahnte Potenziale. Doch wer die Technologien erfolgreich nutzen will, braucht einen kompetenten Partner an seiner…

Das könnte Sie auch interessieren

Die stillen Macher

Interview mit Josef Miggisch, Geschäftsführer der Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG

Die stillen Macher

Ob Wärmepumpe, Stromspeicher oder Archivregalsystem – wer die Metallteile dafür fertigt, bleibt meist unsichtbar. Die Zambelli Metalltechnik GmbH & Co. KG aus dem bayerisch-österreichischen Grenzgebiet hat sich vom Büromöbelproduzenten zum…

Wenn Technik Kultur berührt

Interview mit Franca Borzaga, Gründungspartnerin und Mitglied des Verwaltungsrats Metal Working S.r.l.

Wenn Technik Kultur berührt

Aufzüge sind Alltagsinfrastruktur – bis sie plötzlich zum Prestigeprojekt werden: etwa dann, wenn ein Lift ins Kolosseum integriert werden soll, ohne jahrtausendealte Mauern anzutasten. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich…

Vier Säulen, ein Fundament

Interview mit Boris Wehner, Geschäftsführer der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG

Vier Säulen, ein Fundament

Wenn auf Straßen Öl ausläuft, rücken Spezialmaschinen aus. Sie kommen nicht selten aus dem Hause Wehner Metalltechnik. Was als Kfz-Betrieb begann, hat sich über Jahrzehnte zu einem vielseitigen Metallverarbeitungsunternehmen entwickelt,…

TOP