Ein klärender Beitrag

Interview

Seit mehr als 15 Jahren beschäftigen sich die Mitarbeiter der AKW A+V Protec GmbH mit den komplexen Fragen der Wasser- und Abwasserbehandlung. Das mittelständische Unternehmen, seit 2003 Tochtergesellschaft der AKW Apparate + Verfahren Holding GmbH & Co. KG, versteht sich selbst als Planungsbüro für Engineering und Design, dessen Aufgabenbereich von der Beratung und Konzeptentwicklung über Konstruktion und Prototypenbau bis hin zum Vertrieb der Anlagen reicht.

Technologie, die Maßstäbe setzt

"Wir sind unter anderem im Bereich des industriellen Wasser- und Abwassermanagements tätig, und auch die Planung und der Bau stationärer Abwasseraufbereitungsanlagen etwa für Kommunen und Siedlungen gehören zu unseren Geschäftsaktivitäten", erläutert Geschäftsführer Georg Fritsch. "Unser Schwerpunkt liegt derzeit allerdings im Bereich der mobilen Abwasserreinigung."

So bietet AKW A+V Protec beispielsweise mobile Containersysteme, die unter anderem auf Truppenübungsplätzen oder großen Industriegeländen zum Einsatz kommen. Ein ganz spezielles biologisches Abwasserreinigungssystem hat das Unternehmen für Schienenfahrzeuge entwickelt: Der Bioreaktor ist eine Kleinstkläranlage für Züge, in der das in der Zugtoilette anfallende Abwasser direkt während des Fahrbetriebs gereinigt wird.

„Als Markt für unsere Technologien und Lösungen haben wir ganz Europa im Fokus – langfristig sogar den Weltmarkt.“ Georg FritschGeschäftsführer

Vorteile, die überzeugen

"Gegenüber herkömmlichen Abwassersystemen für Züge bietet der Bioreaktor viele Vorteile", so Georg Fritsch. "Während beispielsweise beim Sammeltanksystem das Abwasser alle zwei Tage abgesaugt und in kommunalen Einrichtungen gereinigt werden muss, ist beim Bioreaktor nur alle zwei bis sechs Monate eine Entsorgung der Rückstände notwendig. Aufgrund der niedrigeren Betriebskosten haben sich die höheren Anschaffungskosten des biologischen Systems nach drei bis fünf Jahren amortisiert."

Dass der Bioreaktor in jedes Schienenfahrzeug eingebaut werden kann, mit allen Vakuum-Toilettensystemen kompatibel ist und die Abwässer vollständig ohne Einsatz von Chemikalien gereinigt werden, sind weitere Vorteile, die bereits zahlreiche europäische Bahngesellschaften überzeugt haben: Auf der Referenzliste der AKW A+V Protec GmbH stehen unter anderem die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB); kleinere Serien haben die Spezialisten aus Hirschau zudem an die Deutsche Bahn, die spanische Bahngesellschaft RENFE sowie an die österreichische Bahngesellschaft ÖBB und die niederländische NedTrain geliefert.

"Zu unserer Zielgruppe gehören die Hersteller der Schienenfahrzeuge, an die wir rund 40 Prozent unserer Produkte aus dem Geschäftsbereich Schienenfahrzeuge vertreiben", sagt Prokurist Dr. Karl Bleicher. "Die restlichen 60 Prozent liefern wir für die Umrüstung der Waggons direkt an die Betreiber. Gerade hier sehen wir noch viel Potenzial."

Das Auslandsgeschäft hat bei AKW A+V Protec bereits heute einen wichtigen Stellenwert. In Zukunft will das Unternehmen seine Aktivitäten im Ausland noch weiter verstärken: "Als Markt für unsere Technologien und Lösungen haben wir ganz Europa im Fokus – langfristig sogar den Weltmarkt", betont Georg Fritsch.

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