Das ist doch glasklar

Interview

Das offizielle Gründungsdatum von AGC Glass Europe ist 1961; tatsächlich ist die Firma aber schon viel länger in diesem Bereich tätig. Sie entstand im Rahmen einer Fusion der zwei größten Hersteller von Flachglas, Glaver SA und Univerbel.

Über 50 Jahre operierte sie unter dem Namen Glaverbel, bis das Unternehmen 2002 von AGC vollständig übernommen wurde. „Seitdem sind wir an der Börse in Tokio notiert und nicht mehr in Brüssel“, erläutert Marketingdirektor Koen Buyck.

Er selbst ist bereits seit 17 Jahren im Unternehmen, seit zwei Jahren in seiner jetzigen Position.

In ganz Europa 

„Wir produzieren dort Flachglas in großen Dimensionen, das dann an die Verarbeiter und Distributoren geliefert wird“, erklärt Koen Buyck. „Dies sind in den meisten Fällen externe Kunden, zum Teil aber auch Verarbeiter, die zum AGC Glass Europe-Konzern gehören und das Flachglas zum Beispiel zu Isolierglas weiterverarbeiten.“

In den Schwerpunktmärkten Belgien, Tschechei und Russland unterhält AGC jeweils einen großen Produktionsstandort. „Von Belgien aus wird Nord-West-Europa bedient“, erklärt Koen Buyck die Struktur. „Von der Tschechei aus Mittel-und Zentraleuropa und von Russland aus Osteuropa. Das ist eine sehr schöne Abdeckung der Märkte.“

Für Auto und Haus 

Der AGC-Konzern deckt die drei Sparten Glas, Elektronik und Chemie ab. AGC Glass Europe fokussiert sich dabei ausschließlich auf das Flachglas, stellt dieses aber in allen Variationen her. Die Tätigkeitsbereiche unterteilen sichin Automotive und Gebäude.

„Wir haben eine sehr schöne Abdeckung der Märkte.“ Koen BuyckMarketingdirektor

„Aber es gibt auch im Bereich Gebäude durchaus viele Innovationen“, stellt Koen Buyck fest. „Zum Beispiel lichtabhängige Abdunkelung, die elektronisch einstellbar ist. Zudem fällt in diese Division auch Flachglas für die Photovoltaik-Branche. Die ist heutzutage aber eher von untergeordneter Bedeutung, früher hatten wir dafür eine eigene Division Solar.“

Glas und Licht  

Generell legt die Firma großen Wert darauf, technologisch immer auf dem neuesten Stand zu sein und den Kunden immer  neue Produkte zu bieten. „Innovation und die zunehmende Digitalisierung sind wichtige Themen“, betont Koen Buyck. „Wärmeschutz und Isolierung bleiben jedoch die Hauptthemen. Und das Thema Sicherheit, wie zum Beispiel durch Verbundsicherheits- oder Feuerschutzglas.“

Neben dem praktischen ist auch der kreative Aspekt von entscheidender Bedeutung. Schließlich ist Glas auch ein wichtiges Gestaltungselement in der Architektur.

Der neueste Trend im modernen Raumdesign sind AGC-Scheiben mit eingebauten LED-Lampen, eine Innovation, die das Beste von Glas mit dem Besten von Licht verbindet. Die LED-Lampen sind mit Kabeln verdrahtet, die zu 99% transparent und somit nahezu unsichtbar sind, sodass die Glasscheiben freie Sicht bieten, aber gleichzeitig als zusätzliche Lichtquelle dienen.

Einfach zu installieren und pflegeleicht in der Wartung, bietet dieses Produkt ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten für außen und innen. Es lässt sich mit allen möglichen Sorten von Glas problemlos kombinieren und ganz nach Kundenwunsch personalisieren.

Einfach Spitze

Es sind solche ungewöhnlichen Ideen, aber auch die stets hervorragende Qualität der Produkte und die erschwinglichen Preise, mit denen sich AGC einen Platz an der Spitze gesichert hat. „In Europa sind wir die Nummer 2“, schätzt Koen Buyck. „Im Bereich Interieur, wo wir unter anderem auch Spiegel herstellen, sind wir der eindeutige Marktführer.“

Er gibt aber offen zu, dass die Firma auch einige Rückschläge in Kauf nehmen musste, jedoch nicht mehr als andere Unternehmen. „Die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 haben wir natürlich deutlich zu spüren bekommen“, meint er. „Nun ist die Richtung aber wieder positiv. In den letzten Jahren war die Entwicklung relativ stabil, mit leichtem Druck auf den Zahlen.“ Zurzeit erreicht die Firma einen Jahresumsatz von 1,8 Milliarden EUR.

Gezieltes Marketing

Für den weltweiten AGC-Konzern sind um die 55.000 Personen tätig; mit der Herstellung von Flachglas beschäftigen sich an die 32.000 Mitarbeiter. Etwa 1.000 Mitarbeiter arbeiten seit 2012 für AGC Interpane.

„In dem Jahr haben wir die Firma Interpane übernommen“, erläutert Koen Buyck. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt gewesen.“

Gemeinsam mit dieser Firma wird AGC vom 20. Bis zum 23. September 2016 auf der Glasstech in Düsseldorf anwesend sein. „Wir haben für diesen Anlass gemeinsam mit Interpane einen ganz neuen Stand gestaltet“, kündigt Koen Buyck an. „Insgesamt machen wir aber nur wenig Werbung, und wenn, dann nur sehr gezielt. Selbstverständlich nutzen wir das Internet, aber wir setzen auch auf eine ständige Präsenz vor Ort bei den Kunden, mit Verkaufsteams in allen Ländern Europas.“

Auch bei der Auswahl der Messen geht das Unternehmen sehr überlegt vor. Auf der nächstjährigen BAU, der Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, wird die Firma aber auf jeden Fall anwesend sein, wie Koen Buyck angibt.

„Wir entwickeln zurzeit ein vollkommen neues Glas“, verrät er. „Es wird voraussichtlich 2017 auf der BAU in München vorgestellt werden.“

All photos ©AGC Glass Europe

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