Von Traditionen und Trends

Interview mit Frank Eberhard, Geschäftsführer der Klink-Eberhard GmbH

Kunden kulinarisch zu verwöhnen, war immer Leitgedanke von Klink- Eberhard. 1969 gründete Simon Klink eine Metzgerei; seitdem bildet handwerkliches Können die Basis des Unternehmenserfolgs. Wurst- und Fleischwaren, aber auch Maultaschen und Schupfnudeln bot man im eigenen Geschäft an, aber schnell auch im Party- und Messeservice. 1972 war Klink erstmals auf der Messe in Friedrichshafen präsent. In den 1980er-Jahren machte Klink die selbstgemachten Schupfnudeln auch außerhalb Schwabens bekannt. „Dank einer Kooperation mit einem Maschinenbauer war Klink einer der Ersten, der traditionelle Schupfnudeln ohne Handarbeit herstellte“, sagt Geschäftsführer Frank Eberhard, der die 3. Generation der Familie repräsentiert. „Auf der Grünen Woche in Berlin begeisterten die Schupfnudeln viele Besucher des Baden-Württemberg-Stands.“ Messen in ganz Deutschland spielten fortan eine zentrale Rolle; gleichzeitig belieferte Klink Großveranstaltungen wie Open Air-Konzerte und überzeugte im Bereich Partyservice immer mehr Kunden.

Der Erfolgskurs setzte sich auch im neuen Jahrtausend fort. Seit 2002 gibt es in Friedrichshafen ein neues Messegelände und damit eine Chance, die Klink-Eberhard zu nutzen weiß. „Ich fand das Messegeschäft immer sehr spannend, deshalb haben meine Eltern und ich 2002 eine GmbH gegründet“, so Frank Eberhard. „Wir haben uns in der Folgezeit stärker auf Feste und Messen im näheren Umland konzentriert.“ Als 2009 die Messe in Friedrichshafen erweitert wird, übernimmt Klink-Eberhard einen weiteren Bereich des Caterings; seit 2019 ist das Unternehmen allein für die Beköstigung der Messebesucher verantwortlich. 

Mutig und offen

Für Klink-Eberhard stehen die Zeichen fortan auf Wachstum. „2008 gab es 17 große Veranstaltungen auf der Messe, die wir zu zweit abgedeckt haben“, sagt Frank Eberhard, „2023 haben wir 37 Veranstaltungen allein organisiert.“ Eine Zäsur, die niemand voraussehen konnte, war Corona. Statt wie bisher Veranstaltungen mit 1.000 bis 10.000 Besuchern zu beliefern, gab es keine Großveranstaltungen und damit keine Geschäftsgrundlage mehr. „Man musste neu Fuß fassen“, sagt Frank Eberhard. „In dieser herausfordernden Zeit waren wir mutig, haben viele Gespräche geführt und Mitarbeiter eingestellt, obwohl wir nicht wussten, was passieren würde. Mit dem Ende der Pandemie hatte der Markt sich bereinigt. Der Kuchen ist insgesamt kleiner geworden, aber unser Kuchen als Firma hier in der Region ist größer geworden.“ War 2018 mit einem Umsatz von 4,1 Millionen EUR das bislang beste Jahr für Klink-Eberhard, ging der Umsatz in der Coronazeit auf unter eine Million EUR herunter.  Ab April 2022 ging es dann wieder aufwärts und das Unternehmen, welches 50 festangestellte Mitarbeiter und jährlich um die 300 Aushilfen beschäftigt, konnte seinen Umsatz 2023 auf über acht Millionen EUR erhöhen.

Offen für Neues

„Wenn man die Coronazeit außer Acht lässt, ist es für uns seit 2002 nur bergauf gegangen“, betont Frank Eberhard. „Klink-Eberhard ist seit Generationen ein verlässlicher und flexibler Partner in der Event-Gastronomie von ganz klein bis ganz groß. Wir haben die Verbindung zu Innovation, Tradition und Qualität; das liegt in unseren Genen als ehemalige Metzgerei.“ Auch heute noch macht Klink-Eberhard viel selbst – Schupfnudeln, Maultaschen, Spätzle und Saucen beispielsweise. Neben schwäbischen und anderen Klassikern finden sich aktuelle Food-Trends mit Seitan-Steak, Poke Bowl und Burger im Angebot wider. „Die Nachfrage nach regionalen, hochwertigen Produkten steigt“, sagt Frank Eberhard. „Vegane Produkte liegen im Trend, gleichzeitig stellen wir fest, dass Klassiker wie Ochsenbacken ein Revival erleben. Wir sind flexibel und lassen uns gerne auf Neues ein.

Seit acht Wochen haben wir beispielsweise einen Food Truck, der Fleischkäse am Spieß mit Fladenbrot und Kraut oder auch Seitan-Steaks serviert. Die Ansprüche der Kunden haben sich mit der Zeit geändert und wir reagieren darauf. Das zu machen, was der Kunde wünscht, war immer unser Hauptantrieb. Und das können wir nur, weil wir ein tolles Team haben.“ Mitarbeiter schätzen den familiären Spirit des Unternehmens; wenn es drauf ankommt, arbeitet die gesamte Familie mit. Viele Mitarbeiter sind seit Generationen für Klink-Eberhard tätig und schätzen das Unternehmen als sicheren, soliden Arbeitgeber, der ihnen viele Freiheiten einräumt. 

Projekt Zukunft

Auch künftig hofft man, dass der Erfolg sich fortsetzen wird – und ist optimistisch; die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Eine besondere Herausforderung wird ein neues Betriebsgebäude mit Produktion, Büro und dem ‘Hausgemacht-Bistro’ sein; in Kürze wird der erste Spatenstich erfolgen. „Wir sind zufrieden, wie es momentan läuft und wollen die Firma so aufstellen, dass sie langfristig erfolgreich ist“, so Frank Eberhard. „Wie in der Vergangenheit werden wir uns mit Leidenschaft für das Handwerk einsetzen, eigene Ideen weiterentwickeln und immer wieder in den Betrieb investieren. Der Neubau ist unser Projekt für die Zukunft.“

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