Vier Säulen, ein Fundament

Interview mit Boris Wehner, Geschäftsführer der Wehner Metalltechnik GmbH & Co. KG

Gegründet 1971 als Abschleppdienst und Kfz-Betrieb, wandelte sich das Unternehmen in den 1990er-Jahren schrittweise in Richtung Metallbau und Blechbearbeitung. Als Boris Wehner 2008 als gelernter Zerspanungsmechaniker und Feinwerkmechanikermeister ins Unternehmen eintrat, kamen Zerspanung und – naheliegend aus der Unternehmensgeschichte heraus – die Entwicklung von Ölspurbeseitigungsmaschinen hinzu. 2016 übernahm er den Betrieb mit 28 Jahren in 2. Generation. Heute gliedert sich das Unternehmen in vier Bereiche: Fahrzeugbau, Blechfertigung, Zerspanung und Metallbau. Die drei Fertigungsbereiche sind eigenständige Kostenstellen, die sowohl intern zuliefern als auch direkt am Markt agieren. „Der Kunde bekommt bei uns das Drehteil, das Blechteil und das Ganze noch zu einer Baugruppe verschweißt – alles aus einer Hand, mit nur einem Ansprechpartner“, erklärt Boris Wehner. Der hohe Automatisierungsgrad ermögliche dabei wettbewerbsfähige Preise und kurze Lieferzeiten.

Patentiertes Nischenprodukt

Der größte Unternehmensbereich ist heute der Fahrzeugbau. Wehner Metalltechnik entwickelt und fertigt Spezialmaschinen zur Beseitigung von Ölspuren auf Fahrbahnen, in Fahrzeuggrößen von 7,5 bis 18 t. Teile der Anlage sind patentiert, der Auftragsvorrat beträgt derzeit zweieinhalb Jahre. „Wir sind eigentlich ein Maschinenbauer, der Fahrzeugbau macht“, sagt Boris Wehner, „wir arbeiten nicht mit der üblichen Fahrzeugbautechnik, sondern mit Fertigungstechnologien aus dem Maschinenbau.“

Investiert, während andere ­zögerten

Die vergangenen Jahre waren auch für Wehner Metalltechnik keine leichten: Volatile Rohstoffmärkte, rückläufige Aufträge und immer kurzfristigere Bestellungen in kleineren Losgrößen prägten das Bild. Doch während Marktbegleiter Investitionen verschoben, verdoppelte das Unternehmen, für das mehr als 60 Mitarbeitende tätig sind, seine Produktionsfläche auf 5.000 m2, führte ein durchgängiges ERP-System ein und automatisierte die Zerspanung. Auch KI hält Einzug: Für die Angebotserstellung nutzt Wehner Metalltechnik inzwischen KI-gestützte Dienste, die Positionen automatisch aus PDF-Anfragen der Kunden generieren. Mindestens 10% Umsatzwachstum pro Jahr war die Bilanz der vergangenen zehn Jahre. Langfristig möchte Boris Wehner das Unternehmen in die nächste Generation überführen – die 3. Generation ist bereits geboren. „Ich würde mir wünschen, man würde das Unternehmen in 50 Jahren noch sehen“, sagt er.

Mehr zum Thema Anlagen- und Maschinenbau

„Ein Apartment auf Rädern“

Interview mit Franz Wieth, Geschäftsführer der PROTEC GmbH & Co. KG

„Ein Apartment auf Rädern“

Wer im Wohnmobil unterwegs ist, kennt das Dilemma: Entweder man fährt ein kompaktes, wendiges Fahrzeug und verzichtet auf Platz – oder man wählt den Luxusliner in Omnibusgröße, der in jeder…

„Sport macht Spaß – und die Sportfläche noch mehr!“

Interview mit Tobias Owegeser, Geschäftsführer der SMG Sportplatzmaschinenbau GmbH

„Sport macht Spaß – und die Sportfläche noch mehr!“

Seit vielen Jahrzehnten ist SMG als starker Anlagenbauer in der Track-and-Turf-Nische bekannt: Weltweit entsteht kaum eine maschinell errichtete Sportfläche ohne die Produkte des Unternehmens aus dem süddeutschen Vöhringen. Wie SMG…

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Interview mit Markus Profanter, CEO der engo GmbH

Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Eisarenen sind längst hochkomplexe Infrastrukturen, in denen Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Nutzererlebnis eng zusammenhängen. Wer hier bestehen will, muss weit mehr liefern als robuste Maschinen. Die engo GmbH mit Sitz in…

Spannendes aus der Region Landkreis Fulda

Brot mit dem Geschmack von morgen

Interview mit Andreas Swoboda, Geschäftsführer der BIO BREADNESS GmbH

Brot mit dem Geschmack von morgen

Als Teil der Pandriks Gruppe arbeitet BIO BREADNESS in Fulda, Deutschland, eng mit dem niederländischen Schwesterunternehmen Pandriks Bake Off B.V. zusammen, um Bio-Brot zu produzieren, das sich durch Qualität, Geschmack…

„Wir sehen uns als Vorreiter und Innovator!“

Interview mit Harald Pohl, Geschäftsführer der Immergut GmbH & Co. KG

„Wir sehen uns als Vorreiter und Innovator!“

Als Dienstleister für das Abfüllen von Getränken und anderen Produkten hat sich die Immergut GmbH & Co. KG in der Branche einen Namen gemacht. Das zur Bauer Gruppe gehörende Unternehmen…

Wo Tradition klingt und  Innovation mitschwingt

Interview mit Berthold Mollenhauer, Geschäftsführer der Conrad Mollenhauer GmbH

Wo Tradition klingt und Innovation mitschwingt

Ob Geige, Klavier oder Flöte – Musikinstrumente sind weit mehr als bloße Werkzeuge des Klangs. Sie sind Ausdruck von Kultur, Emotion und handwerklicher Präzision. Gerade in Deutschland hat der Instrumentenbau…

Das könnte Sie auch interessieren

Schmierstoffkompetenz, die Prozesse besser macht

Interview mit Dipl.-Ing. Andreas Pawlik, Geschäftsführer der Jokisch GmbH

Schmierstoffkompetenz, die Prozesse besser macht

Schmier- und Kühlschmierstoffe sind in der Metallbearbeitung ein entscheidender Prozessfaktor: Sie kühlen und schmieren beim Zerspanen, verbessern Oberflächen, verlängern Werkzeugstandzeiten und helfen, Qualität sowie Taktzeiten stabil zu halten. Gleichzeitig steigen…

Vom Familienbetrieb zur  Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Interview mit Antonio ­Cervino, Geschäftsführer der Steegmüller Kaminoflex GmbH

Vom Familienbetrieb zur Industriegruppe: Schornsteintechnik im strategischen Aufbruch

Volatile Energiemärkte, politische Unsicherheiten und steigende Qualitätsanforderungen prägen die Schornsteinbranche. Die Steegmüller Kaminoflex GmbH steht für Systemkompetenz und Fertigungstiefe. Mit der Integration in die italienische EXPO Inox Gruppe beginnt ein…

„Unsere Stärke ist die Vielfalt“

Interview mit Alessio Nicoletti, Geschäftsführer der Torneria Nicoletti S.r.l. und Luigi Nicoletti, CEO und Sales Manager der Torneria Nicoletti S.r.l.

„Unsere Stärke ist die Vielfalt“

Seit Jahrzehnten ist die metallverarbeitende Industrie im Wandel – technologische Fortschritte, neue Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit und ein sich ständig veränderndes geopolitisches Umfeld fordern Unternehmen heraus. Doch es gibt Familienbetriebe,…

TOP