Auf dem Weg zur Nummer 1 auf dem Eis

Interview mit Markus Profanter, CEO der engo GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Profanter, wie hat sich engo seit der Gründung entwickelt?

Markus Profanter: Die Firma gibt es seit 1979. Entstanden ist sie aus einem kleinen Maschinenbaubetrieb in Südtirol. Der eigentliche Einstieg in unser heutiges Geschäft kam über den Bedarf in einem Eisstadion: Damals ging es um eine Eisbearbeitungsmaschine, die nicht zuverlässig lief. Daraus entstand die Idee, selbst eine Maschine zu entwickeln. Ende 1979 wurde dann der erste Prototyp gebaut, und das war der Startschuss für unsere heutige Ausrichtung. Seitdem haben wir uns Schritt für Schritt weiterentwickelt und uns neben Eisbearbeitungsmaschinen auch bei Bandenanlagen und weiterem Equipment für Eisarenen etabliert. Seit 2018 gehören wir zur TechnoAlpin Holding.

Wirtschaftsforum: Wie ist engo heute strukturiert?

Markus Profanter: An unserem Standort in Vahrn beschäftigen wir rund 55 Mitarbeiter, weltweit sind es mit unseren Filialen etwa 75. Gleichzeitig profitieren wir als Teil der Holding von einem starken Netzwerk. TechnoAlpin verfügt weltweit über zahlreiche Strukturen und Standorte, die wir in bestimmten Bereichen mitnutzen können. Das hilft uns gerade international sehr.

Wirtschaftsforum: Was zeichnet das Unternehmen besonders aus?

Markus Profanter: engo war immer sehr innovationsorientiert. Wir haben Kundenwünsche nie einfach abgelegt, sondern sehr genau geprüft, ob sie unser Produkt wirklich besser machen. Wenn das der Fall war, haben wir diese Ideen konsequent umgesetzt. So sind wir über viele Jahre zu einem technologisch sehr hohen Niveau gekommen. Wir waren in unserer Branche immer wieder Vorreiter, etwa mit dem ersten Touchscreen auf einer Maschine oder mit unserem Schnellmesserwechselsystem. Vieles, was heute Standard ist, haben wir früh auf den Weg gebracht.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Elektrifizierung in Ihrem Unternehmen?

Markus Profanter: Eine sehr große. Bereits 1989 haben wir die erste elektrische Eisbearbeitungsmaschine gebaut. Heute ist unsere Produktion in diesem Bereich zu 100% elektrisch. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Batterie­typen, darunter auch Lithium-Ionen-Batterien. Für uns ist das kein kurzfristiger Trend, sondern seit Langem Teil unserer technologischen Ausrichtung. Gerade in Eisstadien spielen emissionsfreier Betrieb, geringe Wartung und hohe Effizienz eine zentrale Rolle. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Entwicklung und Innovation.

Wirtschaftsforum: Neben den Maschinen sind auch Ihre Bandenanlagen ein wichtiges Thema. Wo liegen dort Ihre Stärken?

Markus Profanter: Auch dort haben wir uns stark weiterentwickelt. Ein Meilenstein war 2012 die Entwicklung eines flexiblen Bandenstehers, der bei einem Bodycheck bis zu 95% der Energie absorbieren kann. Das erhöht die Sicherheit der Spieler spürbar. Gleichzeitig treiben wir die technische Integration weiter voran, etwa mit LED-Lösungen in der Bande. Ein besonderes Referenzprojekt ist der SAP Garden in München mit einer 360-Grad-LED-Bande von uns. Das Entscheidende dabei ist, dass die Flexibilität und Energieabsorption der Bande trotz der LED-Technik erhalten bleiben.

Wirtschaftsforum: Wer sind Ihre wichtigsten Kunden und in welchen Märkten sind Sie aktiv?

Markus Profanter: Unsere Hauptkundengruppe sind zu etwa 95% öffentliche Verwaltungen beziehungsweise kommunale oder städtische Betreiber von Eisstadien. Entsprechend läuft sehr viel über Ausschreibungen. Im Tagesgeschäft haben wir häufig zuerst mit den Eismeistern zu tun, dann mit den Stadionverantwortlichen und schließlich mit den zuständigen Stellen in den Kommunen. Regional sind wir besonders stark in Zentraleuropa, also vor allem im DACH-Raum. Darüber hinaus sind wir aber international aktiv, unter anderem in Skandinavien, Nordamerika, Asien, Australien, Argentinien und Marokko.

Wirtschaftsforum: Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Markt?

Markus Profanter: Innovation wird nicht leichter. Wenn man über viele Jahre neue Lösungen entwickelt hat, wird die Luft an der Spitze dünner. Wettbewerber übernehmen erfolgreiche Ansätze, und dann muss man wieder den nächsten Schritt machen. Dafür braucht es Erfindergeist, gute Prozesse und vor allem erfahrene Mitarbeiter. Wir haben das Glück, sehr gute und langjährige Leute im Unternehmen zu haben, die diese Entwicklung mittragen. Genau darin liegt für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Wirtschaftsforum: Mit welchem Ziel blicken Sie in die Zukunft?

Markus Profanter: Unser großes Ziel ist klar: engo will Marktführer werden, sowohl bei Eisbearbeitungsmaschinen als auch bei Bandenanlagen. Ich bin überzeugt, dass wir dafür sehr gute Voraussetzungen haben, weil wir innovative Produkte mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis verbinden. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht auf Erreichtem ausruhen. Wir müssen uns ständig fragen, was wir besser, einfacher und effizienter machen können. Wenn es uns gelingt, Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen für diesen Weg zu begeistern, dann ist dieses Ziel absolut erreichbar.

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