Bereit für atemberaubende Reisen

Interview mit Sandra Tüter, Geschäftsführeri der SOMA Caravaning Center Bremen GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Tüter, wer Lust auf atemberaubende Reisen hat, soll sich im SOMA Caravaning Center Bremen richtig aufgehoben fühlen – welche Kundensegmente fassen Sie dabei genau ins Auge? 

Sandra Tüter: Grundsätzlich bieten wir vom Camper mit kleinem Wohnwagen bis hin zum Luxusreisemobil das gesamte Produktspektrum über sämtliche Preisklassen und Fahrzeugkategorien hinweg an. Anders als andere Marktteilnehmer haben wir uns also nicht auf eine enge Zielgruppe spezialisiert, sondern möchten mit unserem Angebot möglichst breite Kundensegmente ansprechen. 

Wirtschaftsforum: In der Coronapandemie haben viele Menschen die Themen Camping und Caravaning zum ersten Mal für sich entdeckt, weil Fernreisen damals nicht möglich waren – wie nachhaltig war dieser Boom? 

Sandra Tüter: Das wurde in dieser Zeit auch medial wahnsinnig stark gehypt, und tatsächlich hatten damals viele ihre ersten Berührungspunkte mit dem Camping. Sicherlich sind von diesen Neueinsteigern auch ein paar hängen geblieben, aber viele, die das damals zum ersten Mal ausprobiert haben, haben das anschließend auch nie wieder gemacht. Die Pandemie hat die Art und Weise, wie Menschen Urlaub machen möchten, also nicht tiefgreifend verändert, und auch unser Unternehmen hat dadurch unterm Strich nicht viel mehr dauerhafte Neukunden gewinnen können.

Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie derweil auf die aktuelle Marktlage, die von einer stark getrübten Konsumlaune geprägt ist? 

Sandra Tüter: Natürlich mussten auch wir vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation einen kleinen Einbruch verzeichnen – das lag aber wahrscheinlich gar nicht so sehr an der Verunsicherung der Menschen, sondern vielmehr an den deutlichen Preissteigerungen, die ihren Ursprung wiederum in der Fahrzeugknappheit aus der Coronakrise hatten. Wer sein damals gekauftes Fahrzeug nun ein paar Jahre später wieder in Zahlung geben möchte, etwa weil sich die persönlichen Anforderungen inzwischen verändert haben, ist heute mit einem deutlichen Preisverfall im Gebrauchtwagensegment konfrontiert, während die Preise für Neufahrzeuge weiterhin sehr hoch sind. So konnten etliche Neuwagengeschäfte in letzter Zeit nicht zustande kommen. Die hohen Zinsen bei der Endkundenfinanzierung tun zudem ihr Übriges – bisweilen liegen sie mittlerweile gar bei über 7%, während manche Banken zudem deutlich häufiger Kreditanfragen ablehnen, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Trotz dieser Herausforderungen können wir uns beim SOMA Caravaning Center Bremen jedoch weiterhin über einen großen Kundenzulauf freuen. 
 

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie den anhaltenden Erfolg Ihres Unternehmens zurück? 

Sandra Tüter: Die allgemeinen Preissteigerungen sind für uns kein spezifischer Wettbewerbsnachteil, weil jede andere Urlaubsform gleichzeitig unverhältnismäßig teurer geworden ist – denken Sie nur an die gestiegenen Kosten für Flugreisen und Hotelübernachtungen. Camping und Caravaning sind damit auch aus finanzieller Sicht weiterhin sehr attraktive Möglichkeiten, um einen schönen Urlaub zu verbringen – nicht zuletzt, weil man mit dem Kauf eines Campers oder Reisemobils auch unabhängig von künftigen Preissteigerungen für Flüge und Unterkünfte wird. 

Wirtschaftsforum: Wie stellt sich SOMA Caravaning Center Bremen für die Herausforderungen der Zukunft auf? 

Sandra Tüter: Wir haben uns in den letzten Jahren ganz bewusst vom reinen Händler zum ganzheitlichen Partner weiterentwickelt. Das bedeutet für uns, dass wir die Themen Beratung, Service und eine langfristige Betreuung nach dem eigentlichen Kauf immer deutlicher hervorgehoben und auch im Hinblick auf unsere internen Prozesse weiter ausgebaut haben. So möchten viele Kunden, für die der Kauf eines neuen Reisemobils aufgrund der gegebenen Marktsituation derzeit nicht attraktiv ist, etwa verstärkt in ihr bestehendes Fahrzeug investieren – und nur wenn sie mit unserem Angebot dauerhaft zufrieden sind, werden sie irgendwann später auch bei uns ein neues Fahrzeug kaufen. Vor diesem Hintergrund haben wir in den letzten Jahren auch deutlich in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter investiert, um diesem Wandel mit genug Manpower begegnen zu können. 

Wirtschaftsforum: Wie gelingt Ihnen das in Zeiten des Fachkräftemangels? 

Sandra Tüter: Derzeit gehen bei uns vergleichsweise viele Bewerbungen ein – vielleicht merkt man daran die Unzufriedenheit der Mitarbeiter in anderen Betrieben oder auch die allgemeine Unsicherheit im Markt. So konnten wir für unseren Werkstattbereich kürzlich weitere Mechatroniker gewinnen – eine Chance, die wir beherzt ergriffen haben, schließlich wird auch ein Teil unseres bestehenden Personals in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Ein wichtiger Schlüssel für unseren anhaltenden Erfolg liegt für uns in einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, die wir durch ein angenehmes Arbeitsklima mit flachen Hierarchien sicherstellen wollen – schließlich schaffen wir damit gleichzeitig die Voraussetzungen, um weiterhin flexibel im Markt agieren zu können.

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