„Verlässlichkeit ist unsere DNA!“

Interview mit Dr. -Ing. Marco Krist, Geschäftsführer der TECTRON WORBIS GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Krist, seit Sie 2020, mitten in der Coronapandemie, gemeinsam mit Volker Schneider die Geschäftsführung von TECTRON WORBIS übernommen haben, hat sich im Unternehmen einiges getan. Erzählen Sie uns davon.

Dr. Marco Krist: Die Pandemie und aktuell auch der Ukrainekrieg haben unser Geschäft natürlich beeinflusst: Stockende Warenflüsse, die Kostenexplosion bei Material und Energie und nicht zuletzt auch die Planungsunsicherheit bei den Kunden haben die gesamte Branche vor Herausforderungen gestellt. Im Nachhinein betrachtet haben uns diese neuen Anforderungen aber sehr nach vorn gebracht: zum einen auf digitaler Ebene, weil wir in der Kommunikation mit unseren Kunden jetzt durch die Nutzung von TEAMS und Co. sozusagen hybrid aufgestellt und dadurch noch näher zusammengerückt sind.

Zum anderen haben viele Auftraggeber zu Beginn des Ukrainekrieges sehr vorsichtig taktiert und langfristig Bestellungen aufgegeben, weshalb in den letzten zwölf Monaten sehr viele Aufträge bei uns eingegangen sind. Darüber hinaus haben wir einige neue Kunden und spannende Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien gewinnen können. Dies ist ein Markt, der aktuell boomt. Wir sind glücklich darüber, dass wir viele Branchen bedienen können: von Automotive über Sicherheitstechnik, erneuerbare Energien und Industrieelektronik bis hin zur Medizintechnik. So konnten wir in den letzten drei Jahren trotz der schwierigen Marktlage noch wachsen: von 220 auf 250 Mitarbeiter und von 65 Millionen auf 73 Millionen EUR Umsatz.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie TECTRON WORBIS inzwischen am Markt?

Dr. Marco Krist: In unserer Größenordnung gibt es deutschlandweit im EMS-Bereich ungefähr 20 Unternehmen, die am Markt in etwa gleichauf liegen. Neben einigen sehr viel größeren Wettbewerbern gibt es aber auch Hunderte sehr viel kleinere Firmen. Ich sehe uns im guten Mittelfeld der EMS-Dienstleister mittlerer Größe, als soliden Mittelständler. Unser Ziel ist konstantes und moderates Wachstum.

Wirtschaftsforum: Das Unternehmen hat sich seit seinen Anfängen vom Bestücken von Leiterkarten zum kompletten EMS-Dienstleister entwickelt. Was sind heute die Schwerpunkte in Ihrem Portfolio?

Dr. Marco Krist: Unsere Kernkompetenz ist nach wie vor das Bestücken von Leiterkarten im SMT- und THT-Bereich. Viele unserer Produkte, die wir fertigen, durchlaufen diese Prozesse. Zusätzlich hat die TECTRON WORBIS GmbH im technologischen Bereich einen großen Schritt nach vorn gemacht: Wir wenden inzwischen sämtliche Bestückungstechnologien an, vom manuellen Löten bis hin zum vollautomatischen Lötverfahren. Neben der Löttechnik bieten wir auch weiter Fertigungsprozesse an, wie beispielsweise die automatische Lackierung oder das Vergießen für den Explosionsschutz, also das hermetische Abdichten von Leiterkarten, damit kein Funkenflug stattfinden kann. Extrem Fahrt aufgenommen hat auch das sogenannte Box-Built, also die Montage von Leiterkarten und weiteren Baugruppenteilen bis hin zum vollständigen Produkt. Auch in logistischer Hinsicht haben wir uns zukunftsorientiert aufgestellt, zum Beispiel mit automatischen Hochregallagern, deren Wareneingangs- mit unserem Warenwirtschaftssystem (SAP) verbunden ist. Dies gewährleistet eine sichere Qualitätskontrolle der eingehenden Waren sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit (Traceability) aller verbauten Teile. Kurz, alle Prozesse um die eigentliche Fertigung herum sind bei TECTRON WORBIS stark gewachsen. Die Kunden kommen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen zu uns. Ziel ist es, möglichst alle Anforderungen abzubilden. Deshalb entwickeln wir auch Produkte gemeinsam mit den Kunden.

Wirtschaftsforum: Warum, denken Sie, entscheiden sich die Kunden für TECTRON WORBIS?

Dr. Marco Krist: Verlässlichkeit ist unsere DNA. Wir halten unsere Zusagen und sind gleichzeitig mit einem hochmodernen Maschinenpark so aufgestellt, dass wir auf Änderungen kurzfristig reagieren können. Wir lassen die Kunden nicht warten, sondern kümmern uns sofort und direkt um ihre Anliegen, immer im persönlichen Kontakt. Unsere Mitarbeiter sind mit Herzblut dabei. All das schätzen unsere Kunden an uns.

Wirtschaftsforum: Welche Zukunftsthemen stehen für TECTRON WORBIS auf der Agenda?

Dr. Marco Krist: In diesem Jahr haben wir noch viel vor: Durch die Eröffnung einer weiteren Produktionshalle mit 1.000 m² werden die Kapazitäten um ein neues Löt- und Prüfzentrum vergrößert. Parallel dazu entsteht eine zusätzliche Logistik-Lagerhalle. Wir sind aktuell dabei, weitere bauliche Veränderungen für das kommende Jahr zu planen. Auch in die Ausrüstung wurde investiert. So werden in den nächsten Wochen eine neue, komplette SMD-Linie sowie eine weitere Wellenlötanlage zur Produktion freigegeben, zusätzliche 3-D-fähige AOI-Systeme wurden in diesem Jahr bereits in die Fertigung erfolgreich integriert. Langfristiges Ziel ist es zudem, komplett ‘grün’ zu werden – nicht nur als Marketing-Slogan, sondern wirklich gelebt und umgesetzt. Dazu wird unser bereits seit vielen Jahren vorhandenes Energiemanagementsystem – wir erzeugen einen Großteil unserer benötigten Energie bereits heute an unserem Standort –, weiter ausgebaut. Wir möchten als Unternehmen der Umwelt keinen Schaden zufügen und wertvolle Ressourcen schonen – und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg dorthin mitnehmen.

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