Ein Sonnenparadies in den eigenen vier Wänden

Interview mit Daniel Baron, Head of Marketing D-A-CH der Sunparadise Alutechnik Vertrieb GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Baron, die Mission Ihres Unternehmens ist mit Ihrem Leitmotiv ‘Bring the outside in’ prägnant umschrieben – aber wie genau trägt Sunparadise zu einem angenehmen und modernen Wohnumfeld bei?

Daniel Baron: Wir fertigen Aluminiumsysteme, die im weiteren Verlauf von unseren Abnehmern vornehmlich zu fertigen Terrassendächern, Wintergärten und anderen Glaselementen wie Schiebetüren weiterentwickelt werden. Hierbei sind wir einer der führenden Hersteller in unserer Branche und können durch unsere fortwährenden Innovationen sicherlich auch zur Weiterentwicklung dieser baulichen Elemente in ihrer Gesamtheit beitragen. Ein schöner Wintergarten oder ein ansprechendes Terrassendach werten dabei prinzipiell jedes Gebäude auf und sorgen für ein sonnendurchflutetes und somit angenehmeres Wohngefühl.

Wirtschaftsforum: Die soziale Distanzierung während der Coronapandemie hat in vielen Menschen eine neue Wertschätzung für die eigenen vier Wände geweckt. Hat sich dies auch auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?

Daniel Baron: Wir haben klar gemerkt, dass unser Markt während der pandemischen Situation stark gewachsen ist, was sicherlich damit zusammenhängt, dass die Menschen mehr Zeit zu Hause verbracht haben und auch die zeitlichen Ressourcen hatten, um sich mit der Aufwertung ihres heimischen Wohnumfelds zu beschäftigen. Da der Wachstumstrend weiterhin ansteigt, haben wir zukunftsorientiert auch unsere Verwaltung erweitert und sitzen nun in einem neuen und größeren Gebäude in Waiblingen. Hier werden wir zudem noch dieses Jahr eine Ausstellung unserer Produkte eröffnen. Obendrein haben wir uns zu weiteren Expansionsschritten entschieden und weitere Mitarbeiter im Vertrieb eingestellt, die deutschlandweit Präsenz zeigen werden.

Wirtschaftsforum: Architektonische Elemente, und damit auch Wintergärten und Terrassendächer, sind im Allgemeinen dem Wandel der ästhetischen Ansprüche unterworfen, die Hauseigentümer an ihr Wohnumfeld stellen. Wie stark muss sich auch Sunparadise diesem Wandel anpassen?

Daniel Baron: Natürlich sind auch unsere Produkte von neuen Stilrichtungen und sich verändernden Anforderungen betroffen. Viele neu errichtete Wohngebäude sind beispielsweise in Grau- und An-thrazittönen gehalten – ein Trend, der so vor zehn Jahren noch nicht bestand. Das schlägt sich natürlich darin nieder, in welchen Farben wir unsere Aluminiumelemente anbieten. Aber auch die Trends in der Formgebung unterliegen einem stetigen Wandel: Mittlerweile erfahren etwa eckigere und kantigere Produkte eine verstärkte Nachfrage, die wir beispielsweise mit unserem CUBO als relativ neues Produkt für Terrassendachsysteme bedienen möchten: Dabei kann die jeweilige Überdachung mit dem CUBO freistehend oder in Form einer festen Verbindung mit der Fassade ausgeführt werden – auch eine derart hohe bauliche Flexibilität liegt schließlich voll im Trend.

Wirtschaftsforum: Wie anspruchsvoll gestaltet sich die Fertigung Ihrer Komponenten?

Daniel Baron: Wir stellen nahezu keinerlei Standardprodukte her, sondern konzentrieren uns fast gänzlich auf die Individualfertigung, um den völlig unterschiedlichen Aufmaßen und den individuellen Gegebenheiten vor Ort, etwa im Hinblick auf zu erwartende Schneelasten oder Hageleinwirkungen, Rechnung tragen zu können. In unseren Werken in der Türkei und Polen sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt, die im Dreischichtbetrieb mit den anfallenden Fertigungsarbeiten betraut sind. Da wir mit einer weiter steigenden Nachfrage und einer größer werdenden Marktdurchdringung rechnen, wird dieser Umfang sicherlich noch zunehmen.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen dabei Digitalisierung und Automatisierung?

Daniel Baron: Unser Unternehmen macht sich die zahlreichen Vorteile der digitalen Transformation schon seit langer Zeit zunutze, um die Herausforderungen unseres starken Wachstums effizient zu bewältigen. Mittlerweile haben wir beispielsweise auch ein System implementiert, mit dem sich ein elegantes Streamlining bei der Abwicklung standardmäßiger Angebote erzielen lässt: Wenn der Kunde die Maße des betreffenden Produkts in unser Interface eingibt, kann er direkt ein konkretes Angebot erhalten, ohne dass dies manuell von einer unserer Mitarbeiterinnen kalkuliert werden müsste. Während der Corona zeit haben natürlich auch wir zahlreiche Betriebsabläufe umgestellt und können nun auch unseren Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeitern umfassende Homeoffice-Lösungen anbieten. In der Fertigung werden wir derweil weitere Automatisierungsschritte umsetzen, um der steigenden Nachfrage langfristig begegnen zu können.

Mehr zum Thema Bau

Die erfolgreiche Bolton-Wohnung

Interview mit Peter Bol, CEO der Bolton Ontwikkeling & Bouw

Die erfolgreiche Bolton-Wohnung

Zwei Schulfreunde gründen ein Unternehmen, ihre Söhne führen es fort. So lässt sich die Erfolgsgeschichte von Bolton aus dem niederländischen ­Woerden zusammenfassen. Ein weiterer Glücksfall ist die gelungene Zusammenarbeit von…

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Interview mit Rudolf Wagner, Vertriebsleiter der ETZI-Group GmbH

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Steigende Baukosten, knapper Wohnraum und akuter Fachkräftemangel setzen die Bauwirtschaft massiv unter Druck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren, nachhaltigen und effizient realisierbaren Wohnlösungen. Dass diesen Herausforderungen beispielhaft begegnet werden…

Großbau auf sicherer Basis

Interview mit Thomas Meyer, Gründer und Geschäftsführer der Meyer Erdbau GmbH

Großbau auf sicherer Basis

Bevor Bauwerke entstehen, müssen komplexe Aufgaben im Untergrund gelöst werden – präzise, terminsicher und in großen Dimensionen. Genau hier liegt die Stärke der Meyer Erdbau GmbH mit Sitz in Schönwalde-Glien…

Spannendes aus der Region Rems-Murr-Kreis

Innovation aus der zweiten Reihe

Interview mit Maxim Theiss, Geschäftsführer der Scala Design Technische Produktentwicklung GmbH

Innovation aus der zweiten Reihe

Während viele Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stagnieren, hat Scala Design aus dem baden-württembergischen Gärtringen seinen Umsatz in vier Jahren mehr als verdoppelt. Das Geheimnis des 39 Jahre alten Familienunternehmens…

„Der persönliche Kontakt bleibt trotz Digitalisierung wichtig!“

Interview mit Birgit Häussler, Geschäftsführerin der Manfred Häussler GmbH

„Der persönliche Kontakt bleibt trotz Digitalisierung wichtig!“

Seit über 40 Jahren setzen Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen aus dem Bausektor aus dem süddeutschen Raum auf die Materialkompetenz und beständige Verlässlichkeit des Baustoffgroßhändlers Manfred Häussler GmbH aus Winnenden. Im Interview…

IT-Komplettanbieter mit familiären Werten

Interview mit Dr. Benjamin Strehl, Geschäftsführer der USU GmbH

IT-Komplettanbieter mit familiären Werten

Wer als Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben will, muss die digitale Transformation aktiv gestalten. Dabei geht es um mehr als ein technologisches Update; es geht um einen tiefgreifenden Wandel, der alle…

Das könnte Sie auch interessieren

„Wir brauchen Mut zur Veränderung!“

Interview mit Axel Bürger, Geschäftsführer der BFI Stahlbausysteme GmbH & Co. KG

„Wir brauchen Mut zur Veränderung!“

Axel Bürger, Geschäftsführer der BFI Stahlbausysteme GmbH & Co. KG, tritt für mehr Mut für Veränderungen ein: unternehmerisch, wirtschaftlich, aber auch (gesellschafts-)politisch. Wie sein eigenes Unternehmen auf die vielfachen technologischen…

„Kein Freiraum zum Atmen“

Interview mit Anton Buresch, Geschäftsführer der Gerhard Rauch Ges.m.b.H.

„Kein Freiraum zum Atmen“

Die Gerhard Rauch Ges.m.b.H. in Trasdorf in Niederösterreich ist weltweit für ihre hochwertigen Bauteile und innovativen Stanzlösungen bekannt. Anton Buresch, geschäftsführender Gesellschafter, vertritt die 2. Generation im Familienunternehmen. Im Interview…

Dem Stillstand in der Baubranche trotzen

Interview mit Frank Hägermann, Geschäftsführer der Mindener Stahlhandel GmbH

Dem Stillstand in der Baubranche trotzen

Die Bauwirtschaft steht unter Druck – kaum Neubauten, steigende Kosten, Fachkräftemangel. Doch Frank Hägermann, geschäftsführender Gesellschafter der Mindener Stahlhandel GmbH, bleibt unbeirrt. Mit Innovationsgeist, Bodenständigkeit und einem klaren Fokus auf…

TOP