Biologisch bauen und begrünen: Blähton hat Zukunft

Interview mit Bernd Hörbinger, Verkaufsleiter der Lias Österreich GesmbH

Gegründet wurde Lias Österreich 1961 unter dem Namen Leca. „Schon damals war die Firma auf die Produktion von Blähton in Form von Steinen, Leichtbeton, Schüttungsmaterial und Dämmstoff spezialisiert“, erzählt Verkaufsleiter Bernd Hörbinger. 2001 wurde das Unternehmen von der in Deutschland ansässigen Liapor-Gruppe übernommen.

Diese betreibt neben Fehring zwei weitere Werke in Deutschland und Tschechien und beliefert von dort aus sowohl den europäischen als auch den internationalen Markt. 34 der insgesamt 500 Mitarbeiter sind in dem österreichischen Unternehmen beschäftigt, welches einen Jahresumsatz von sieben Millionen EUR erwirtschaftet.

Corona-Einbußen bereits kompensiert

Die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen nur wenig zugesetzt, berichtet Bernd Hörbinger: „Da wir stark handelsorientiert sind, haben wir den ersten Lockdown schon zu spüren bekommen. Im B2B-Bereich und im Export lief das Geschäft aber konstant weiter. Unser Minus haben wir bereits wieder wettgemacht. Derzeit arbeiten alle Baubetriebe auf Hochtouren ihre Aufträge ab.“

Für das nächste Jahr ist er nicht ganz so optimistisch. „Die großen Projekte und Investitionen fehlen bisher“, sagt der Verkaufsleiter, der seit vier Jahren im Unternehmen ist und zuvor als Bauleiter sowie in der chemischen Industrie tätig war.

Nachhaltig in Produkt und Produktion

Im Handelsbereich vertreibt Lias Österreich Sackware in Form von Schüttungsstoffen, Ausgleichs- und Nivelliermassen sowie Leichtbetone. Daneben werden Partner beliefert, die aus dem Blähton Mauerwerksteine und andere Baustoffe herstellen. Das dritte Standbein ist der Begrünungsmarkt. „Hier sind wir Lieferant für alle größeren Substrathersteller im Gründachbereich“, erklärt Bernd Hörbinger und hebt hervor: „Unser Produkt ist biologisch und ökologisch, ein rein mineralischer und recycelbarer Baustoff. Das ist gerade im Baugewerbe ein ganz wichtiger Aspekt für dieZukunft.“

Doch es wird noch mehr getan zur Minimierung des ökologischen Fußabdrucks: „Trotz des zur Herstellung des Blähtons notwendigen Brennvorgangs sind wir ein CO2-neutral produzierendes Unternehmen“, betont Bernd Hörbinger.

Urbane Begrünung als Zukunftsthema

Für den Erfolg des Unternehmens macht Bernd Hörbinger vor allem zwei Faktoren verantwortlich: „Wir sind unserem Grundsatz treu geblieben, einen ökologischen Baustoff zu produzieren. Der andere Punkt ist die Einsatzfreude unserer Mitarbeiter. Jeder weiß, dass er am Erfolg mitbeteiligt ist.“

Während für Leca noch der Hausbau im Fokus stand, verlagert sich der Schwerpunkt zunehmend auf neue Bereiche wie Bodenauswechslungen, den Grünbereich und Schüttungen. „Das sind die Zukunftsmärkte“, so der Verkaufsleiter. In Zukunft möchte er zum einen den Grünmarkt erobern und in diesem Bereich eine führende Position einnehmen. „Dabei geht es zum Beispiel um urbane Begrünungen wie Dachbegrünungen, um das Klima in den Städten zu verbessern“, erläutert er.

Zum anderen soll das Geschäft mit dem Baustoffhandel noch stärker forciert werden. Ein weiterer Punkt ist ihm sehr wichtig: „Wir wollen weiterhin das Markenbild für Ökologie und Biologie sein.“ Was ihn besonders motiviert? „Ich habe spannende Aufgabenbereiche und finde es schön, mit einem natürlichen Produkt zu arbeiten.“

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