Wenn ein Rad in das andere greift

Interview mit Patrick Janz, Geschäftsführer der Lesora GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Janz, die Lesora GmbH ist ein junges Unternehmen mit viel Erfahrung in der Branche. Können Sie das näher erklären?

Patrick Janz: Wir sind seit über 20 Jahren im Leasinggeschäft unterwegs, ursprünglich noch als Hofmann Leasing GmbH bekannt. Seit der Übernahme durch die Bikeleasing Ende 2020 haben wir uns allerdings ausschließlich auf das Dienstradleasing fokussiert, mit dem das Unternehmen auch personell stark gewachsen ist.

Wirtschaftsforum: Was steckt hinter der Umfirmierung Anfang 2024?

Patrick Janz: Der ursprüngliche Name Hofmann Leasing war geprägt vom Unternehmensgründer und damaligen Geschäftsführer Herrn Hofmann. Die Idee, den Namen zu verändern, gab es schon länger.

Damit verbunden war die Chance, sich nach außen offener und moderner zu präsentieren. Seit Februar 2024 operieren wir als Lesora, ein Kunstname, der von dem englischen Begriff ‘lessor’ abgeleitet ist. Die Umfirmierung war jedoch mehr als nur eine Namensänderung: Damit einher ging die Veränderung interner Strukturen und Abläufe. Das Unternehmen hatte sich weiterentwickelt und der Name sollte dieser Dynamik Rechnung tragen. Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen; zum Teil hatten wir eine jährliche Verdopplung im Neugeschäftsvolumen. Zusätzlich haben wir den Großteil unserer heutigen Führungsmannschaft aus den eigenen Reihen entwickelt. Unter dem Namen Lesora hat sich die Corporate Identity insgesamt weiterentwickelt: Das spiegelt unter anderem ein neues Außen- und Innendesign des Firmengebäudes in Freiburg wider. Dazu zählt auch, dass wir unseren Mitarbeitern Workwear anbieten. Dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird, zeigt, dass die Mitarbeiter sich mit Lesora identifizieren.

Wirtschaftsforum: Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Welche Faktoren haben diese positive Entwicklung beeinflusst und wie stellt sich der Markt aktuell dar?

Patrick Janz: Die Coronakrise hat der Fahrradbranche im Allgemeinen einen außergewöhnlichen Boost gegeben und das Leasinggeschäft ist ein Zugpferd der Branche. Es waren Rekordjahre mit einer extremen Nachfrage. Seit Ende 2023 sehen wir wieder eine Normalisierung der Nachfrage auf ein solides Niveau; es ist eine Mischung aus Marktangleichung und zurückhaltendem Konsumentenverhalten aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage. Hinzu kommen Wetterkomponenten: Der Sommer 2024 war sehr nass. Auch das wirkt sich auf die Nachfrage nach Rädern aus.

Wirtschaftsforum: Lesora ist Teil der Bikeleasing, die zu den führenden Anbietern des Marktes zählt. Wie sieht das Leistungsangebot genau aus und worin unterscheidet es sich von dem anderer Anbieter?

Patrick Janz: Als Leasinggesellschaft konzentriert sich Lesora auf die Vertragsabwicklung, Vertragsverwaltung und die Refinanzierung und ist damit der Akteur im Hintergrund, während sich unsere Muttergesellschaft, die Bikeleasing, auf den Vertrieb konzentriert und zum Beispiel aktive Kundenakquise betreibt. Wir sind Ansprechpartner für Unternehmen, garantieren schlanke und schnelle Prozesse, übernehmen aber auch weniger schöne Aufgaben wie das Forderungsmanagement. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich das Gesamtpaket der Bikeleasing, das wir mit dem leistungsstärksten Versicherungspaket in der Branche bieten. Wie gut sind meine Risiken als Arbeitgeber abgedeckt? Was passiert, wenn das Fahrrad gestohlen wird? Wenn der Mitarbeiter kündigt, in Elternzeit geht oder krankheitsbedingt auf unbestimmte Zeit ausfällt? Das sind Fragen, auf die wir Antworten geben. Unser Versicherungsprodukt deckt mehr oder weniger sämtliche Risiken ab und genau damit setzen wir uns vom Markt ab.

Wirtschaftsforum: Gibt es bestimmte Themen oder Innovationen, die momentan den Markt herausfordern?

Patrick Janz: Wir beobachten den Markt sehr genau. Allerdings liegt unser Fokus darauf, kompetenter und verlässlicher Partner für unsere Kunden und Stakeholder zu sein und sie so zu unterstützen, dass sie mit unseren Produkten für die Anforderungen des Marktes optimal aufgestellt sind. Deswegen spielt zum Beispiel die Digitalisierung des Unternehmens für uns eine große Rolle. Neukunden haben inzwischen die Möglichkeit, einen Antrag komplett digital abzuwickeln; dadurch haben sich Durchlaufzeiten um 90% reduziert. Für den gesamten Prozess von der Registrierung bis zum Ende werden nur wenige Minuten benötigt. Wir möchten es unseren Kunden so einfach und so papierlos wie möglich machen. Deshalb ist dies ein großer Meilenstein für Lesora.

Wirtschaftsforum: Gibt es Ideen oder konkrete Pläne für die Zukunft?

Patrick Janz: Wir möchten die digitale Transformation weiter voranbringen und dabei den Mehrwert für den Kunden im Blick haben. Zudem werden wir interne Prozesse überdenken, um unsere Marktposition zu stabilisieren. Ich persönlich werde weiter daran arbeiten, den Change-Prozess voranzutreiben, um heute das Morgen besser zu machen.

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