Mit smarter Sensorik auf der Überholspur

Interview mit Axel Hummel, CFO der Huf Baolong Electronics Bretten GmbH

Das Unternehmen verbindet OEM-Qualität, eigene Entwicklungszentren und hohe Innovationsgeschwindigkeit mit der internationalen Stärke eines deutsch-chinesischen Joint Ventures. 

Vom Zulieferer zum globalen Technologietreiber

Die entscheidenden Weichen für die heutige Entwicklung wurden bereits 2010 gestellt. Nach der Integration in die Huf-Gruppe im Jahr 2012 folgte 2019 das Joint Venture „BH SENS“ mit dem chinesischen Partner Baolong. „Die Synergien aus beiden Welten waren enorm“, erklärt CFO Axel Hummel. Ziel war es, die Marktpräsenz in China, Europa und den USA auszubauen. Parallel dazu musste sich der Standort Bretten vollständig neu organisieren. „Wir haben eigene Finanz-, IT- und HR-Strukturen aufgebaut und uns innerhalb kurzer Zeit komplett eigenständig aufgestellt“, so Axel Hummel. Trotz Pandemie und Lieferkettenkrisen gelang dem Unternehmen ein starkes Wachstum. Heute beliefert Huf Baolong namhafte Automobilhersteller weltweit. Besonders erfolgreich entwickelte sich das Geschäft in China. „Wir sind mittlerweile bei nahezu allen relevanten chinesischen Automobilmarken vertreten“, sagt Axel Hummel.

Intelligente Reifen als Zukunftstechnologie

Die nächste Entwicklungsstufe geht weit über die reine Luftdruckmessung hinaus. „Wir bringen künftig deutlich mehr Intelligenz in den Reifen“, erklärt Axel Hummel. Neue Sensorengenerationen sollen beispielsweise Informationen zum Beladungszustand, zur Laufleistung oder zum Alter des Reifens liefern. Auch Bluetooth-Technologie wird künftig eine größere Rolle spielen. Gerade für Flottenbetreiber eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Fahrzeuge können beim Werkstattbesuch innerhalb von Sekunden ausgelesen werden. Wartungszustände, Batterieleistung oder Reifenverschleiß lassen sich sofort erfassen und analysieren. Auch beim Thema künstliche Intelligenz setzt das Unternehmen konsequent auf Innovation. Unter dem internen Projektnamen „Gandalf“ nutzt Huf Baolong bereits KI-Anwendungen für Produktionsprozesse und Fehleranalysen. „Die KI hilft uns dabei, komplexe Datenmengen auszuwerten und Prozesse deutlich effizienter zu gestalten“, erläutert Axel Hummel. Für die Zukunft plant das Unternehmen weiteres Wachstum – insbesondere im OEM-Markt der USA, wo aktuell ein neuer Standort aufgebaut wird.

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