Von Sonnen- und Schattenseiten
Interview mit Helmut Mauerer, Geschäftsführer der hm-pv GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Mauerer, die hm-pv GmbH hat sich als Spezialist für Photovoltaik, Stromspeicher, Ladetechnik für E-Autos und Energiemanagement einen Namen gemacht und steht für Kompetenz, Verlässlichkeit und Qualität. Erneuerbare Energien stehen klar im Fokus. Wie kam es dazu?
Helmut Mauerer: Mein Vater gründete das Unternehmen 1993 als klassisches Elektrogeschäft und richtete es zehn Jahre später neu aus. Der Betrieb wurde verkauft und die hm-pv als Spezialist für Photovoltaikanlagen gegründet. Damals wurden PV-Anlagen vor allem als Renditeobjekte betrachtet. Als ich 2007 in die Firma eintrat, stand ich diesem Konzept eher kritisch gegenüber. Deshalb markierte das Jahr 2009 einen wichtigen Wendepunkt. Ab diesem Zeitpunkt war es möglich, den eigenproduzierten Strom auch selbst zu nutzen. Als schließlich Speichersysteme aufkamen, sahen wir das Potenzial, nahmen sie in unser Portfolio auf und waren damit dem Markt einen Schritt voraus.
Wirtschaftsforum: Die Solarbranche entwickelte sich in der Folgezeit nicht nur positiv, sondern durchlebte auch ernste Krisen. Wie ging hm-pv damit um?
Helmut Mauerer: 2012 gingen viele Unternehmen in die Insolvenz; der Markt war herausfordernd. Während sich mein Vater in dieser Krisenzeit aus dem operativen Geschäft zurückzog, glaubte ich weiterhin an erneuerbare Energien und war entschlossen weiterzumachen. Drei Jahre lang betrieb ich Krisenmanagement, 2015 konnten wir schließlich erneut schwarze Zahlen schreiben. Um wieder auf Erfolgskurs zu kommen, waren wir leider gezwungen, uns von dem Großteil der damals 200 Mitarbeiter zu trennen. Ein harter, aber notwendiger Schritt.
Wirtschaftsforum: Wie steht hm-pv heute dar?
Helmut Mauerer: Heute beschäftigen wir knapp 50 Mitarbeitende, haben uns einen sehr guten Ruf in der Region erarbeitet und betreuen mehr als 8.000 Kunden. Zudem sind wir komplett schuldenfrei. Wir haben aus der Krise gelernt und konnten diese Erfahrung nutzen, um andere, weniger drastische Krisen zu meistern.
Wirtschaftsforum: Sie haben das Unternehmen von Ihrem Vater in einer schwierigen Phase übernommen. Was hat sie dazu motiviert?
Helmut Mauerer: Selbstverständlich schätze ich die Freiheiten, die man als Unternehmer hat. Viel wichtiger ist mir jedoch, in einer Branche tätig zu sein, die Gutes für kommende Generationen tut. Mit unseren Produkten engagieren wir uns für eine bessere Umwelt und mehr Nachhaltigkeit. Zudem bieten wir Menschen die Möglichkeit, sich in Zeiten hoher Energiepreise von großen Energiekonzernen unabhängig zu machen.
Wirtschaftsforum: Mit welchen Produkten und Lösungen arbeiten Sie, um das zu erreichen?
Helmut Mauerer: Dank unseres hervorragenden Teams aus qualifizierten Technikern und vielen klugen Köpfen können wir ein breites Angebot rund um die Photovoltaik von 1 kWp bis 10 MW abdecken, mit Ausnahme von Balkonkraftwerken, und sind damit in der Region marktführend. In einer großen Tischlerei haben wir beispielsweise eine 100 kW-Anlage mit Wallboxen für E-Autos errichtet. Alle Systeme sind miteinander vernetzt, sodass die Autos mit möglichst viel Eigenstrom geladen werden. Bei gewerblichen Kunden steht klar die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, bei Privatkunden ist die Motivation anders gelagert. Natürlich geht es auch hier um Kosteneinsparungen, gleichzeitig spielen aber auch ökologische Aspekte eine große Rolle. Anders als noch vor fünf Jahren ist die PV-Anlage im Neubaubereich heute fast Standard.
Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie die Branche aktuell und wie sehen Pläne für die Zukunft aus?
Helmut Mauerer: Wir schauen immer wieder über den Tellerrand hinaus und überlegen, wo sich für uns neue Chancen ergeben könnten, da die Solarbranche aktuell viele Herausforderungen mit sich bringt. Angesichts des Klimawandels könnten Klimaanlagen für uns interessant werden. Mittelfristig können wir uns zudem vorstellen, einen Heizungsbaubetrieb zu integrieren.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI?
Helmut Mauerer: Sowohl intern als auch beim Kunden sind wir sehr digital aufgestellt. Durch unsere eigene Betriebssoftware können wir Arbeitsschritte immer wieder optimieren, digitalisieren und effizienter gestalten. Generell werden die Anlagen immer intelligenter. KI-gestützte Lösungen analysieren das Verbraucherverhalten der Kunden und steuern den Strom entsprechend. Wir sind dem Deutschen Wetterdienst angeschlossen, um genau zu wissen, wann die Sonne scheint, und um damit das Verbraucherverhalten nochmals zu optimieren. Künftig werden wir uns noch stärker mit KI und ihrem sinnvollen Einsatz beschäftigen. Vor allem aber arbeiten wir daran, stabile Ergebnisse einzufahren und unseren Mitarbeitenden einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten, an dem sie sich wohlfühlen. Wir werden unter anderem an unserem Außenauftritt und neuen Produkteinführungen, beispielsweise im Bereich der Speicherlösungen, arbeiten und den Service weiter ausbauen. Dafür werden wir den Weg der Qualität konsequent weitergehen.












