Wir reparieren keine Autos, wir lösen Probleme
Interview mit Timo Szabo, Geschäftsführer der Szabo GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Szabo, Sie führen das Unternehmen inzwischen in 2. Generation. Wie verlief Ihr Weg in die Geschäftsführung?
Timo Szabo: Ich bin praktisch in die Branche hineingeboren. Meine Eltern haben das Unternehmen 1977 gegründet, sodass das Autohaus von Anfang an Teil meines Lebens war. Nach meiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei Mercedes habe ich zunächst außerhalb des Familienbetriebs Erfahrungen gesammelt, unter anderem als Serviceberater und später als Serviceleiter einer großen Autohausgruppe. Ende 2007 bin ich zurückgekehrt und habe das operative Geschäft übernommen. Damals bestand unser Team aus sieben Mitarbeitenden, heute beschäftigen wir 33 Menschen. 2014 habe ich die Gesamtverantwortung übernommen.
Wirtschaftsforum: Was war aus Ihrer Sicht der entscheidende Erfolgsfaktor für dieses Wachstum?
Timo Szabo: Ich bin überzeugt, dass nachhaltiger Erfolg auf einer stabilen Basis entsteht. Viele Unternehmen konzentrieren sich auf Zusatzleistungen oder kleine Aufmerksamkeiten. Das ist alles schön, ersetzt aber niemals eine zuverlässige Kernleistung. Unser Anspruch ist es, unser Handwerk jeden Tag sauber und gewissenhaft auszuführen. Wenn wir etwas nicht mit voller Überzeugung leisten können, dann sagen wir das offen. Konsequenz, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sind für mich die Grundlagen erfolgreicher Unternehmensführung.
Wirtschaftsforum: Was bedeutet Dienstleistung für Sie konkret?
Timo Szabo: Wir ‘reparieren’ eigentlich keine Autos, sondern beschäftigen uns mit den konkreten Herausforderungen in Sachen Mobilität, denen sich Menschen gegenübersehen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden zu helfen. Wenn jemand wegen einer Reparatur kurzfristig mobil bleiben muss oder Unterstützung benötigt, versuchen wir auch dafür eine Lösung zu finden. Dieses zwischenmenschliche Miteinander ist tief in unserer Unternehmenskultur verankert und wahrscheinlich einer der wichtigsten Gründe für unseren langjährigen Erfolg.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt dabei die Elektromobilität?
Timo Szabo: Wir haben uns früh mit diesem Thema beschäftigt und den Wandel bewusst angenommen. Bereits 2021 haben wir unsere Ladeinfrastruktur aufgebaut und verfügen heute über zwölf Ladepunkte. Rund 40% unserer aktuell verkauften Fahrzeuge sind Batterieelektrische Fahrzeuge, weitere 50% sind bei Toyota ohnehin Hybrid- und Plugin-Hybriden, die ja auch einen elektrischen Antrieb besitzen. Für mich ist klar: Elektromobilität wird dauerhaft Teil unserer Mobilität bleiben. Deshalb ergibt es keinen Sinn, sich dagegen zu stellen. Wer sich früh darauf einstellt, hat langfristig bessere Voraussetzungen.
Wirtschaftsforum: Neben dem klassischen Autohaus entwickeln Sie weitere Mobilitätsangebote. Warum?
Timo Szabo: Ich halte es für wichtig, auch neue Wege auszuprobieren. Deshalb haben wir vor einigen Jahren ein Carsharing-Angebot aufgebaut, das inzwischen mit neun Fahrzeugen sowohl Privatkunden als auch Unternehmen zur Verfügung steht. Außerdem haben wir zeitweise eine Pendler-App entwickelt, mit der Unternehmen Fahrgemeinschaften organisieren und ihre eingesparten CO2-Emissionen dokumentieren konnten. Nicht jedes Projekt entwickelt sich wirtschaftlich wie geplant. Trotzdem liefern solche Erfahrungen wichtige Erkenntnisse und stärken gleichzeitig unsere Position als innovativer Mobilitätsdienstleister.
Wirtschaftsforum: Welche Bedeutung haben Ihre Mitarbeitenden für den Unternehmenserfolg?
Timo Szabo: Eine sehr große. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich mit einem Kunden oder einem Mitarbeiter spreche, im Mittelpunkt steht immer der Mensch. Ich möchte, dass unsere Mitarbeitenden das Gefühl haben, für ihre Leistung Wertschätzung zu erfahren. Natürlich gehören heute viele Angebote wie Verpflegung oder Gesundheitsleistungen fast schon zum Standard. Entscheidend bleibt aber der respektvolle Umgang miteinander und das ehrliche Interesse am Menschen.
Wirtschaftsforum: Sie engagieren sich außerdem stark für das Handwerk. Warum liegt Ihnen dieses Thema besonders am Herzen?
Timo Szabo: Ich bin Kreishandwerksmeister und davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft ohne ein starkes Handwerk künftig erhebliche Probleme bekommen wird. Deshalb werbe ich aktiv dafür, jungen Menschen die Chancen einer handwerklichen Ausbildung aufzuzeigen. Das betrifft nicht nur unser Unternehmen sondern die gesamte Handwerksbranche im Landkreis.
Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie für die kommenden Jahre?
Timo Szabo: Wir denken als Familienunternehmen in Generationen. Zwei meiner Kinder interessieren sich bereits für den Betrieb. Natürlich sollen sie ihren eigenen Weg gehen, aber ich möchte ihnen die Möglichkeit bieten, das Unternehmen eines Tages weiterzuführen. Deshalb investieren wir kontinuierlich, zuletzt unter anderem in die komplette Modernisierung unseres Werkstattbereichs.















