Das Fundament für Leben und Energie auf dem Dach der Zukunft – Protected by the Turtle

Interview mit Zeljko Vuksanovic, Geschäftsführer der FDT Flachdach Technologie GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Vuksanovic, die FDT Flachdach Technologie ist – so wie es der Name nahelegt – Spezialist für Flachdächer. Im Firmenlogo ist die Schildkröte zu finden; Inbegriff für handgefertigte Puppen, die Sammler in aller Welt begeistern. Was steckt hinter dieser Verbindung?

Zeljko Vuksanovic: Die Ursprünge der FDT gehen in das Jahr 1873 zurück, als die Rheinische Hartgummi-Warenfabrik AG gegründet wurde, die mit der Verarbeitung eines neuen Rohmaterials, Celluloid, Maßstäbe setzte und daraus Puppen und Tennisbälle fertigte. Die Schildkröte im Logo symbolisiert Langlebigkeit, Natur, Schutz und Qualität. 1965 lief die Fertigung von Dachbahnen an, der Bereich wurde als Flachdachsysteme GmbH ausgegliedert. Bis heute sind wir dem Produkt treu geblieben, aber es hat sich verändert. Wir haben uns im Laufe der Zeit neu erfunden und immer wieder dem Markt angepasst.

Wirtschaftsforum: Wie sieht das Portfolio heute aus?

Zeljko Vuksanovic: Highlight des Angebots sind universell einsetzbare Dachbahnen der Marke Rhepanol. Die Bahnen aus Polyisobutylen sind schnell und sicher zu verlegen und extrem langlebig. Es gibt verschiedene Varianten, unter anderem Rhepanol hfk-bs mit erhöhten Brandschutzeigenschaften oder Rhepanol hg, eine wurzel- und rhizomfeste Gründachbahn. Wir sind die Einzigen, die die speziellen Anforderungen für Dachbahnen unter Solarpaneelen erfüllen.

Wirtschaftsforum: Was ist das Besondere an den Dachbahnen?

Zeljko Vuksanovic: Ihre Verlegbarkeit sowie die Methode, die Bahnen zu verbinden, setzen sie vom Markt ab. Durch Verknüpfungen an den Übergängen entstehen kein Rauch oder Schadstoffe. Dachverleger wissen das sehr zu schätzen.

Wirtschaftsforum: Rhepanol ist der Mercedes unter den Dachbahnen. Welche Produkte bieten Sie darüber hinaus an?

Zeljko Vuksanovic: Renofol ist ein PVC-Produkt mit einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis; ein Bestseller, mit dem wir groß geworden sind und der seit Jahrzehnten auf Dächern überzeugt. Langlebigkeit ist auch hier ein wichtiges Kriterium. Neben der Qualität punkten wir mit umfassenden Services; das kann auf dem umkämpften Markt wettbewerbsentscheidend sein. Lichtsysteme bilden einen weiteren wichtigen Baustein. Sie bestehen aus hartem PVC und werden häufig in Gartenhäusern oder auch in Kuh- und Pferdeställen europaweit eingesetzt, da sie hier die speziellen Anforderungen erfüllen.

Wirtschaftsforum: FDT hat bis heute rund 250 Millionen Quadratmeter Dachbahnen verlegt – das entspricht der Fläche von Manhattan oder Malta. Wie stellt sich der Markt momentan dar?

Zeljko Vuksanovic: Coronabedingt war 2020 anfänglich schwierig. Da wir im In- und Ausland aktiv sind und die ausländischen Märkte stabil blieben, konnten wir weiter exportieren. Inzwischen machen steigende Energiepreise Sorgen; unser Vorteil ist, dass wir nicht vom Gas abhängig sind, was sich zu einem wichtigen Verkaufsargument entwickelt. Insgesamt ist der Markt durch einen harten Wettbewerb gekennzeichnet; viele Wettbewerber kommen aus dem Ausland, auch aus Russland. Wir hoffen, dass die aktuelle Situation zu einem Umdenken führt, zu einer Rückbesinnung auf den Standort Deutschland; Made in Germany steht noch immer für Qualität und Verlässlichkeit.

Wirtschaftsforum: Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund Zukunftsperspektiven?

Zeljko Vuksanovic: Wir sind davon überzeugt, dass Flachdächer angesichts des Klimawandels großes Potenzial haben. Wir bauen das Fundament für Flachdächer, die zum Beispiel begrünt werden. Ökologische Lösungen für Gründächer und Solarsysteme nehmen einen großen Stellenwert in unserem Angebot ein und sind sehr gefragt. Nachhaltigkeit war immer ein zentrales Element unserer Mission. Ein nachhaltiges Flachdach kann es ohne uns nicht geben; unsere Materialien halten bis zu 50 Jahre lang. Hinzu kommt, dass wir permanent an der Optimierung unserer Herstellung arbeiten und Recycling eine große Rolle spielt. Das Interesse an ‘grünen’ Lösungen wächst aufseiten der Bauherren konstant; insbesondere seitdem diese staatlich gefördert werden.

Wirtschaftsforum: FDT hat 200 Mitarbeiter, setzt 60 Millionen EUR um, ist mit Tochtergesellschaften in Belgien und Frankreich präsent und global ein bekannter Player. Wohin soll die Reise in Zukunft gehen?

Zeljko Vuksanovic: Für 2022 sind die Auftragsbücher voll. Dennoch stehen wir vor diversen Herausforderungen; eine ist die Digitalisierung. Wir müssen uns zum Beispiel entscheiden, wie wir unsere Verkaufskanäle aufstellen wollen, online oder stationär. Um termingerecht liefern und die hohe Nachfrage befriedigen zu können, suchen wir für 2023 Partner. Über all diesen Plänen steht die Vision, mit unseren Produkten zu einem besseren Leben beizutragen. Wir wollen den Bekanntheitsgrad der Marke Schildkröte weiter steigern und die Nummer 1 werden. Die Schildkröte ist ein Symbol für Schutz; ihr Panzer steht stellvertretend für den Gebäudeschutz. Eine Marke mit dieser langen Geschichte, einer Quality made in Germany und einer ausgeprägten Innovationskraft bringt dafür die besten Voraussetzungen mit.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Bau

Von der Natur inspiriert – Bambus­lösungen für Architektur und Industrie

Interview mit Michael van Houten, Commercial Unit Manager DACH & NEEU der Moso International B.V.

Von der Natur inspiriert – Bambus­lösungen für Architektur und Industrie

Nachhaltige Rohstoffe prägen die Zukunft der Bau- und Werkstoffindustrie – denn klimafreundliche Materialien mit hoher technischer Leistungsfähigkeit werden weltweit zunehmend gefragt. Moso International B.V. gehört zu den Pionieren auf diesem…

„Ein Unternehmen zu führen ist etwas sehr Kreatives“

Interview mit Johann Hannl, Geschäftsführer der Hannl Metallbau GmbH

„Ein Unternehmen zu führen ist etwas sehr Kreatives“

Es sind oft keine lauten Erfolgsgeschichten, sondern die leisen, die bleiben. Unternehmen, die sich über Jahrzehnte entwickeln, weil jemand genau hinsieht, zuhört und Lösungen findet. Die Hannl Metallbau GmbH ist…

Serielle Baukonzepte für einen veränderten Markt

Interview mit Mario Haubner, Geschäftsleiter und Stefanie Haubner, Geschäftsleiterin der Haubner Holding GmbH

Serielle Baukonzepte für einen veränderten Markt

Modulares Bauen gewinnt angesichts steigender Kosten und hoher Zinsen zunehmend an Bedeutung. Die Haubner Holding GmbH setzt dabei auf industrielle Vorfertigung, klare Prozesse und eine strategisch breit angelegte Ausrichtung. Mario…

Spannendes aus der Region Mannheim

„Die Energiewende sorgt für eine steigende Nachfrage!“

Interview mit Arndt Freytag, Geschäftsführer der Socomec GmbH

„Die Energiewende sorgt für eine steigende Nachfrage!“

Als Hersteller von Schaltgeräten, messtechnischen Einrichtungen, USV-Anlagen und Energiespeichersystemen entwickelt und produziert die französische Socomec-Gruppe unverzichtbare Komponenten und Geräte für vielfältige Anwendungsfelder von Trafo-Stationen bis hin zu Rechenzentren. Arndt Freytag,…

„Brauchen Aufklärung und Entstigmatisierung“

Interview mit Matthias Glaser, Geschäftsführer der Canopy Growth Germany GmbH

„Brauchen Aufklärung und Entstigmatisierung“

Cannabis ist nicht nur ein Lifestyle-Produkt. Als Tochter des kanadischen Mutterkonzerns Canopy Growth Corporation vertreibt die Canopy Growth Germany GmbH mit Sitz in St. Leon-Rot medizinisches Cannabis und steht dabei…

Die Formel für nachhaltiges Wachstum

Interview mit Marcus Acker, Geschäftsführer der Imhoff & Stahl GmbH

Die Formel für nachhaltiges Wachstum

Die Chemiedistribution ist das verbindende Glied zwischen Herstellern und Industrie. Sie sorgt dafür, dass chemische Rohstoffe sicher, flexibel und termingerecht dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden – in nahezu allen…

Das könnte Sie auch interessieren

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Interview mit Dr. Ronald Bernstein, Geschäftsführer der BERGI-PLAST GmbH

Wege aus dem Wettbewerbsdruck: Automatisieren, diversifizieren, vorangehen

Steigende Kosten, globaler Wettbewerbsdruck und der rasche technologische Wandel fordern die Kunststoffindustrie heraus. Die BERGI-PLAST GmbH aus Bad Gottleuba-Berggießhübel begegnet diesen Entwicklungen mit konsequenter Automatisierung, digitaler Weiterentwicklung und einem klaren…

Mut statt Stillstand:  Wie AKO in der Krise wächst

Interview mit Daniel Vogel, Geschäftsführer der AKO - KUNSTSTOFFE ALFRED KOLB GmbH

Mut statt Stillstand: Wie AKO in der Krise wächst

Während viele Unternehmen in der Krise den Rotstift ansetzen, investiert AKO Kunststoffe aus Hoffenheim antizyklisch in Anlagen im Millionenbereich. Das Familienunternehmen, das 1956 mit Bakelit-Knöpfen für Traktoren startete, will mit…

Bodenständig stark: Erfolg zwischen Kies und Klima

Interview mit Jörg-Peter Kölling, Geschäftsführer der WRM-REESE Unternehmensgruppe

Bodenständig stark: Erfolg zwischen Kies und Klima

Ob Hochhaus, Brücke oder Straße – ohne Sand, Kies und Splitt geht in der Bauwirtschaft nichts. Diese natürlichen Rohstoffe bilden die Basis nahezu aller Bauvorhaben und sind damit ein stiller,…

TOP